Frühe Jahre

Bob Steffen im 'Rosenhag'

Bob Steffen im 'Rosenhag'

Bob Steffen 'im Rosenhag' - die Gartentüre zur Pension Erica in Spiez am Thunersee, 1943/44.

Urheber
Fotograf: Werner Bandi
Herausgeber
Besitzer: Verein Bob, le Flaneur
Rechte
© Verein Bob, le Flaneur
Sammlungs Nr.
ID: 2006
Bob Steffen 'im Rosenhag' - die Gartentüre zur Pension Erica in Spiez am Thunersee, 1943/44

Bob Steffen erblickte als Alfred Jonathan Steffen am 16. Februar 1928 das Licht der Welt. Als jüngstes von drei Kindern wuchs er im Berner Steinhölzli unter ärmlichen Verhältnissen auf. Aus seinen vielen, oft munter vorgetragenen Erzählungen ging hervor, dass sich der Vater nie gross um die Familie gekümmert hat. Die Mutter Thekla Maria, aufgewachsen in einem Kloster in Kempten (Allgäu), erzog ihre Kinder mehr oder weniger alleine. Sie war es auch, die Bob den liebevollen Spitznamen Bobes gab. Sein Vater Ernst Steffen, ein charmanter Schürzenjäger, der dem Alkohol nicht abgeneigt war, arbeitete als Elektriker und war selten zuhause anzutreffen.

Bob Steffen verspürte seine homosexuelle Neigung bereits als Schüler. Als 15-Jähriger, während der so genannten "Verdunkelung", gabelte der Teenager wohlhabende, homosexuelle Männer auf. Den beruflichen Weg zum Erfolg schlug Bob Steffen denn auch aufgrund dieser Liebeleien ein. Er war bei Fred Spillmann, einem bekannten Basler Stylisten und Modeschöpfer, eingeladen. Dem Schüler gingen sogleich die Augen auf - er wollte unbedingt Dekorateur werden. Später behauptete er mit einem Augenzwinkern, er habe damals viel älter ausgesehen. Der kreative Jungspund wusste instinktiv, dass Dekorieren seine grosse Leidenschaft war. Die Lehre machte Steffen im Warenhaus EPA.

An den Wochenenden weilte er bei einem reichen Liebhaber in Spiez oder mit ihm und anderen älteren Homophilen in Ascona. Werner Bandi hiess dieser "Intimus", ein Fotograf aus Leidenschaft, der den gutgebauten Jüngling bereits in den vierziger Jahren mit Nacktfotos ins homoerotische Licht rückte. Die Diapositive (in Schwarz-Weiss und in Farbe) sind wirkungsvoll inszeniert; man sieht den strammen Steffen mit Pfeil und Bogen oder kunstvoll drapiert vor atemberaubender Bergkulisse.

Peter Wäch, September 2014 (Recherchen: Veronika Minder)