Hauskauf und PR-Profi

Kurth W. Kocher am Cembalo an der Nordstrasse, Zürich

Kurth W. Kocher am Cembalo an der Nordstrasse, Zürich

Kurth W. Kocher am Cembalo an der Nordstrasse, Zürich.

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Fotograf: unbekannt
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Besitzer: unbekannt
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© unbekannt
Sammlungs Nr.
ID: 2028
Kurth W. Kocher am Cembalo an der Nordstrasse, Zürich

Gemeinsam mit seinem Partner René Fröhlich und anderen, die er aus der TV-Kantine kannte, erwarb Kurth W. Kocher 1982 an der Zürcher Nordstrasse ein fünfstöckiges Haus, wo er ab dem folgenden Jahr bis 1989 wohnte. Der günstige Kauf an einer Gant erlaubte es, das alte Haus völlig auszuhöhlen und aufwendig zu renovieren. Kurth leistete sich eine moderne Bulthaup-Küche, die er "oft in eine sinnbildliche Gralskammer verwandelte" und wo er "mit seinen kulinarischen Leckerbissen die Gemeinschaft zusammenführte" (Mitbewohnerin Regula Nüesch). Hier konnte er auch einem weiteren Hobby frönen, nämlich dem Klavierspielen.

Bestärkt durch seine Freundschaft mit dem Schweizer Aids-Aufklärungspionier Roger Staub engagierte sich Kurth im Kampf gegen die schwere Immunkrankheit und unterstützte die Basler cR Werbeagentur bei der STOP AIDS-Kampagne mit PR-Beratung und Texten. Folgerichtig übernahm Kocher nach seinem Weggang vom Schweizer Fernsehen ab 1989 die Leitung der neu gegründeten Zürcher cR Kommunikationsagentur, die fortan die PR-Aspekte der STOP AIDS-Kampagne betreute. Festgehalten ist dies in einem Buch von Kurth W. Kocher. Die Agentur gestaltete auch andere PR-Kampagnen. So etwa im Auftrag des Zürcher Bauamts den Abstimmungskampf für die von Ursula Koch vorgelegte Bau- und Zonenordnung: Sie wurde vom Stadtzürcher Stimmvolk knapp angenommen, trat aber wegen vieler Einsprachen nie in Kraft. Kurth fühlte sich als Agenturleiter nie sehr wohl: "Akquisition, Führung, Strategieentwicklung und Administration lagen ihm eher nicht" (der damalige Agenturmitarbeiter Reto Casanova). Deshalb stellte Kocher einen Geschäftsführer ein und konzentrierte sich wieder vermehrt auf Inhalte. Doch 1996 traf den 53-Jährigen ein schwerer Schicksalsschlag: Er erkrankte an einem Hirnabszess.

Peter Kaufmann, August 2015

Literaturhinweis

Roger Staub, Kurth W. Kocher, u.a.: Stop Aids, Aids-Hilfe Schweiz und BAG, Bern 1988

Kurth W. Kocher: Die Stop Aids-Story 1987-1992, Aids-Hilfe Schweiz und BAG, Bern 1993