1791

Französische Revolution

Aufhebung des Konstrukts

Marats Tod

Marats Tod

Der ermordete Schweizer Jean-Paul Marat, 1743-1793. Der französische Revolutionsführer war massgebender Denker hinter dem 'Code Civil/Code Napoléon', der keine Strafen für mann-männliche sexuelle Handlungen kannte.

Urheber
Künstler: Jacques Louis David
Herausgeber
Besitzer: Königliche Museen der Schönen Künste (B)
Rechte
© erloschen
Sammlungs Nr.
ID: 0356
Der ermordete Schweizer Jean-Paul Marat, 1743-1793

Die Verknüpfung von Naturereignissen oder Naturgegebenheiten wie Homosexualität mit Moral und davon abgeleiteter Wertung ist widernatürlich, nicht statthaft und zutiefst menschenverachtend. Aber es waren keine kirchlichen Verantwortungsträger, die das einsahen und ihren Einfluss etwa für eine Änderung der Strafgesetzgebung geltend machten. Das taten aufgeklärte Abgeordnete der durch die Französische Revolution geschaffenen Nationalversammlung. Im September 1791 verabschiedeten sie ein neues Strafgesetz, in dem nicht nur der Begriff Sodomie völlig fehlte, sondern auch andere "unechte Vergehen", die durch "Aberglauben", also die Religion, durch Feudalismus und Despotismus zu Unrecht in ein Strafgesetz gekommen waren, wie unter anderem Ketzerei, Hexerei oder Gottesleugnung.

Ernst Ostertag, Oktober 2005