Beispiele

... im Überblick

Johannes von Müller (1752-1809)

Der Schaffhauser wurde zur Goethe-Zeit durch die "Geschichten Schweizerischer Eidgenossenschaft" berühmt. Müller führte ein aussergewöhnlich unstetes Leben, auch bedingt durch seine Veranlagung, die ihn immer wieder in peinliche Situationen brachte und für Erpressung anfällig machte. Seine Briefe an Friedrich von Hartenberg gelten als die ersten mann-männlichen Liebesbriefe in deutscher Sprache und sind Zeugnis einer bewusst empfundenen gleichgeschlechtlichen Liebe.

Heinrich Hössli (1784-1864)

1836 publizierte er den ersten Band "EROS, Die Männerliebe der Griechen; ihre Beziehungen zur Geschichte, Erziehung, Literatur und Gesetzgebung aller Zeiten. Oder Forschungen über platonische Liebe, ihre Würdigung und Entwürdigung für Sitten-, Natur- und Völkerkunde." Das Werk basierte auf der Feststellung, dass Homosexualität, obwohl während fast zwei Jahrtausenden verketzert, verfolgt, mit Gefängnis, Folter und Hinrichtung bestraft, nie ausgerottet werden konnte. Es gibt sie nach wie vor. "Sie muss Teil der Natur sein",  war der logische Schluss und die These.

Jakob Stutz (1801-1877)

Als Dichter und Volksaufklärer weit herum bekannt und hoch verehrt bis zu seinem Tod und darüber hinaus. Als Homosexueller verlor er mehrfach seine Stelle, wurde verurteilt, gefangengesetzt, gebüsst, geächtet und vertrieben.

Karl Heinrich Ulrichs (1825-1895)

Der deutsche Jurist lebte in Hannover und Berlin, um schliesslich nach Italien ins Exil zu gehen, wo er verarmt starb. Er kam zu den selben Einsichten, entwickelte fast dieselben Thesen wie Heinrich Hössli und veröffentlichte sie in Deutschland. Insgesamt gab er zwölf Schriften heraus "Forschungen über das Räthsel der mann-männlichen Liebe".

Jacob Rudolf Forster (1853-1926)

Ein Autodidakt als wortgewaltiger Pionier.

"Ich habe es mir zur Pflicht gemacht, meine Stimme zu erheben, um nach Kräften mitzuwirken gegen 1000-jähriges Unrecht, vollzogen an einer Menschenklasse, die gleich euch berechtigt ist, zu leben."

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Thomas Voelkin, Mai 2009; Ernst Ostertag, April 2010