1933-1937

Pfeffermühle in Zürich

Gönnerin Annemarie Schwarzenbach

Erika Mann

Erika Mann

Erika Mann, 1905-1969. Quelle: Buch über T. Giehse 'Ich hab nichts zu sagen'. Gespräche mit Monika Sperr, Bertelsmann Verlag 1973, Seite 52.

Urheber
Fotograf: unbekannt
Herausgeber
Besitzer: Sammlung E. Ostertag/R. Rapp, Zürich
Rechte
© unbekannt
Sammlungs Nr.
ID: 0034
Erika Mann, 1905-1969

Erika Mann wurde 1935 von den Nazis ausgebürgert. Allerdings nicht als Halbjüdin, sondern als "linke Kabarettistin".

Erika Mann und Therese Giehse gelangten in die Schweiz und zeigten am 30. September erstmals ein neues "Pfeffermühle"-Programm im "Hirschen" im Zürcher Niederdorf. Weil sie Emigranten waren, konnten sie allerdings erst starten, nachdem sich ein Mensch mit Schweizerpass dazugesellte und mitwirkte. Das war Valeska Hirsch (1910-2004). Nun wurde der "Hirschen" zum Stammsitz bis 1937. Therese Giehse zur Exilzeit der "Pfeffermühle"1:

"Wie gut der von Thomas Mann für sie gefundene Name [Pfeffermühle] zu ihnen passte. Hinter der literarischen Tarnung waren sie verwegen politisch. Namen wurden nicht benutzt, und doch wurde alles beim Namen genannt: Die Dummheit, Heuchelei, der Betrug und der Mord, der faschistische Terror und das grosse Verbrechen wider die Menschlichkeit. [...] Das Publikum im Hirschen sass dicht gedrängt auf den zweihundertzwanzig Sitzgelegenheiten. [...] Die Pfeffermühle spielte wochenlang vor ausverkauftem Haus, danach quer durch's kleine Schweizerland und das am Anfang noch so grosse freie Europa, das mit den Jahren immer kleiner wurde, weil von den Faschisten besetzt und erobert."

Rumpel-Ford

Rumpel-Ford

Der 'Rumpel-Ford' vor dem 'Hirschen' in Zürich, Hauptbühne der 'Pfeffermühle' und des 'Cornichon'. Damit waren Erika Mann und Therese Giese in der ersten Pfeffermühlezeit quer durch Europa unterwegs. Quelle: 'Ich hab nichts zum Sagen', Therese Giese, Bertelsmann, 1973, S. 54.

Urheber
Fotograf: unbekannt
Herausgeber
Besitzer: Sammlung E. Ostertag/R. Rapp, Zürich
Rechte
© unbekannt
Sammlungs Nr.
ID: 0411
Der 'Rumpel-Ford' vor dem 'Hirschen' in Zürich, Hauptbühne der 'Pfeffermühle' und des 'Cornichon'

Sie waren unermüdlich unterwegs, fast jeden Abend an anderen Orten auftretend, und sie fuhren dabei ihr bald legendär gewordenes kleines Cabriolet, das sie "Rumpel-Ford" nannten. Trotz des Erfolges, wirklich genug Geld verdienen konnten sie weder für sich noch für das Team von Mitarbeitern. Aber da gab es glücklicherweise die grosszügige schweizerische Freundin und Gönnerin Annemarie Schwarzenbach. Sie war es auch, die ihre Bekannte, Valeska Hirsch, später Gattin des Regisseurs Leopold Lindtberg, als Pianistin für die "Pfeffermühle" gewann. Der Text zur Ausstellung "unverschämt - Lesben und Schwule gestern und heute" im Stadthaus Zürich (Winter 2002/03) ergänzte2:

"Annemarie Schwarzenbach steht in den 30er Jahren in engem Kontakt zu Erika und Klaus Mann. Sie unternehmen verschiedene Reisen miteinander und verbringen zusammen Ferien. Annemarie Schwarzenbach verzehrt sich in ihrer Liebe zu Erika Mann, die unbeantwortet bleibt. Dank ihrer guten finanziellen Lage unterstützt sie sowohl die Pfeffermühle als auch die literarische Widerstandszeitung Die Sammlung von Klaus Mann mit grosszügigen Beiträgen."

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Ernst Ostertag, September 2004

Weiterführende Links intern

Valeska Hirsch, Cabaret Cornichon

Quellenverweise
1

Therese Giehse: Ich hab nichts zum sagen, Bertelsmann, 1973, Kapitel "Pfeffermühlenzeit 1933-1937", Seiten 51, 53

2

Ausstellungstext "unverschämt"