Bertolt Brecht

Ettore Cella

Ettore Cella

Ettore Cella, 1913-2004 (links), im Stück 'Die Befreiten'. Stück von Ferdinand Bruckner, Spielzeit 1945/46. Uraufführung im Schauspielhaus Zürich am 13.9.1945. Quelle: Erschienen im Buch: Eine grosse Zeit, 1938/39 - 1960/61, Orell Füssli, Seite 74, Abbildung 96.

Urheber
Fotograf: Leonard Steckel, Schauspieler
Herausgeber
Besitzer: Stadtarchiv Zürich, Schauspielhaus-Archiv
Rechte
© Stadtarchiv Zürich, Schauspielhaus-Archiv
Sammlungs Nr.
ID: 0045
Ettore Cella, 1913-2004 (links), im Stück 'Die Befreiten'

Eine besondere Beziehung verband Ettore Cella auch mit Bertolt Brecht. Denn Brecht hatte sich an ihn gewandt mit einer Liste von Prosa, Theaterstücken, Gedichten oder Liedern, von denen er annahm, dass sie in Italien auf Interesse stossen und in dieser Sprache Sinn machen würden. Er bat Cella, Kontakt zu italienischen Verlagshäusern aufzunehmen, was dieser auch tat.

Dazu eine für Ettore - aber auch für Brecht - typische kleine Geschichte, die mir Beat Frischknecht erzählte: Brecht besuchte natürlich auch das Cooperativo (vermutlich 1947) und liess sich von Vater Dezza die an der Wand hängenden Portraits erläutern. Marx & Co. kannte er natürlich, aber die italienischen Sozialistenführer nicht. Nachdem Vater Dezza fertig war, fragte Brecht, weshalb sie kein Bild von Lenin und Stalin hätten. Darauf antwortete der junge Cella sofort:

"Dies ist ein sozialdemokratisches Restaurant, da haben Diktatoren keinen Platz - nicht einmal an der Wand!"

Darauf Brecht:

"Das sind aber feine Nuancen."

Ernst Ostertag, Oktober 2004