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... der Memoiren von Winston Churchill und Abonnent des Kreis

Ascona

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Nico Kaufmann (Mitte) und Walther Weibel (rechts) in Ascona, 1947. Person links unbekannt. Quelle: Nachlass Nico Kaufmann, www.nico-kaufmann-stiftung.ch.

Urheber
Foto: unbekannt
Herausgeber
Besitzer: Privataufnahme, Familienbesitz
Rechte
© Nachlass Nico Kaufmann
Sammlungs Nr.
ID: 3162
Nico Kaufmann (Mitte) und Walther Weibel (rechts) in Ascona, 1947

Walther Weibel bewohnte ein Haus in Zürich-Wollishofen und zog nach der Pensionierung 1944 in seine Villa Al Pelicano in Ascona, wo er 1972 starb.

Zu seinem 90. Geburtstag am 20. März 1972 schrieb Urs Schwarz in der NZZ unter anderem, dass Weibel "während acht Jahren der arbeitserfüllten Musse in Ascona" die sechs Bände der Memoiren Sir Winston Spencer Churchills (1874-1965) über den Zweiten Weltkrieg übersetzte, die 1954 beim Alfred Scherz Verlag Bern und Stuttgart erschienen sind. Ein Jahr zuvor hatte Churchill dafür den Nobelpreis für Literatur erhalten.

Einen Vorabdruck ausgewählter Kapitel veröffentlichte die NZZ als Memoiren-Folge vom 4. Februar 1949 bis zum 27. November 1953. Der Übersetzer war mit H.G. Preconi angegeben, während in der ganzen bei Scherz erschienenen Ausgabe Walther Weibel als Übersetzer genannt wurde.

Im Europa Verlag, Hamburg und Wien ist 2002 eine Auswahl von "Winston S. Churchill, Reden in Zeiten des Krieges" erschienen, aus dem Englischen übertragen von Walther Weibel. Es handelt sich dabei um eine Auswahl der im selben Verlag, Zürich, von 1946 bis 1950 erschienenen sieben Bände mit W.S.Churchill's "Reden", ebenfalls von Weibel übersetzt. Damals stand der Europa Verlag noch unter der Leitung seines Gründers, Emil Oprecht, den Weibel sicher persönlich gekannt hatte. Emil Oprecht war mit dem KREIS verbunden durch seinen Lebenspartner Bertie Wolf, der dort als Travestiekünstler auftrat.

Im Kreis-Heft 5/1946, S. 19/20 erschien ein Leserbrief signiert mit H.G. Preconi, also von Dr. Walther Weibel, worin er auch einiges über sich selber zu erkennen gab: "Nach meiner persönlichsten Ansicht sollte man im KREIS, in der Zeitschrift sowohl wie bei den Veranstaltungen, von den christlichen Feiertagen und dergl. überhaupt keine Notiz nehmen." Er äusserte sich auch kritisch zu Beiträgen in früheren Heften desselben Jahrgangs. Darin zeigten sich seine Kenntnisse in Kunstgeschichte und Literatur und auch, dass er Gedichte von Stefan George ebenso schätzte wie gewisse Verse von Verlaine. Vor allem aber wird klar: er gehörte zu den Abonnenten des Kreis.

Ernst Ostertag, Mai 2005

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Emil Oprecht