Vertrieben

… bis zur Eröffnung des Conti-Club 1966

Am Künstlermaskenball

Am Künstlermaskenball

KREIS-Abonnenten an einem Künstlermaskenball im Kongresshaus Zürich, frühe 60er Jahre. Quelle: Schwulenarchiv Schweiz, sas, Zürich.

Urheber
Foto: Beyeler Foto Kino, Zürich
Herausgeber
Besitzer: Künstlermaskenball, Zürich, sas, Zürich
Rechte
© Schwulenarchiv Schweiz, sas, Zürich
Sammlungs Nr.
ID: 3239
KREIS-Abonnenten an einem Künstlermaskenball im Kongresshaus Zürich, frühe 60er Jahre
Am Künstlermaskenball, 1964

Am Künstlermaskenball, 1964

KREIS-Abonnenten Bruno H. und Werner D. am Künstlermaskenball 1964. Quelle: Schwulenarchiv Schweiz, sas, Zürich.

Urheber
Foto: Beyeler Foto Kino, Zürich
Herausgeber
Besitzer: Künstlermaskenball, Zürich, sas, Zürich
Rechte
© Schwulenarchiv Schweiz, sas, Zürich
Sammlungs Nr.
ID: 3241
KREIS-Abonnenten Bruno H. und Werner D. am Künstlermaskenball 1964

Nach dem durch nichts zu rechtfertigenden Tanzverbot von 1960, das die Stadtbehörden nur unter dem Druck der Strasse und einer gewissen Presse gegen den KREIS erlassen hatten, war vorläufig an keine grössere Veranstaltung mehr zu denken. Erst 1962 konnte der KREIS in Spreitenbach (Kanton Aargau) wenigstens wieder Weihnachten feiern.

Am 12./13. Oktober 1963 fand auch ein Herbstfest am selben Ort in Spreitenbach statt: In der ersten Etage des Ausstellungsgebäudes "Zürich-Tor".

Einige weitere Male klappte es im "Zürich-Tor" in Spreitenbach, im September 1964 war auch das vorbei.

Zuvor allerdings konnte die Jahresversammlung vom 31. März 1963 im Restaurant "Neue Welt", Zollstrasse 150, Zürich, "separaten Eingang beachten!", durchgeführt werden und zugleich galt - am selben Ort - die Einladung zum "Tanz mit Kameraden" für den Ostermontag, 15. April. Offenbar war es gelungen, für einen geschlossenen Anlass eine einmalige Tanzbewilligung zu erhalten.

Deutlich war Karl Meier / Rolf im Oktober 1964 unter dem Titel "Was Not täte…" Sein Kommentar zur Vertreibung aus dem "Zürich-Tor" in Spreitenbach1:

"Die diesjährige Absage des Herbstfestes ist für viele Kameraden sicher eine schwere Enttäuschung, besonders nachdem das Frühlingsfest [Maskenball] in einer so herzhaften Fröhlichkeit ohne jede Beanstandung verlaufen ist. [...] Aus dieser Absage erkennen wir wieder einmal, wie sehr wir, trotz aller Bemühungen um einen korrekten Verlauf der Veranstaltungen [...] immer noch Parias geblieben sind. Alle Anstrengungen [...] vermochten bei einem Teil derjenigen, die zu bestimmen haben, 'das Vorurteil von der Minderwertigkeit der Homoeroten' nicht aufzuheben. [...] Der Ruf des Hauses für die Allgemeinheit stünde eben doch an erster Stelle usw. usw. - Man wagt nicht, dieser Allgemeinheit ins Gesicht zu sagen, wie sie sich manchmal verhält. [...] Das Stigma der Drittrangigkeit bleibt bestehen."

Die unerfreuliche Situation besserte sich erst am 5./6. Februar 1966 mit der Eröffnung des KREIS-Lokals Conti-Club.

Ernst Ostertag, Mai 2005, ergänzt: Dezember 2010

Weiterführende Links intern

Conti-Club Zürich

Quellenverweise
1

Der Kreis, Nr. 10/1964, Seite 16