1956

Kabarett

"Revolution der Homosexuellen"

Kantonsratssitzung, Putsch

Kantonsratssitzung, Putsch

Kabarettnummer 'Kantonsratssitzung im Jahre 2056', neuer Präsident. Herbstfest 1956, Karl Meier / Rolf (abgesetzte Ratspräsidentin), Röbi Rapp (neuer Präsident). Quelle: Probe-Aufnahme, KREIS-Erinnerungsalben, Schwulenarchiv Schweiz.

Urheber
Foto: unbekannt
Herausgeber
Besitzer: Schwulenarchiv Schweiz
Rechte
© unbekannt
Sammlungs Nr.
ID: 3030
Kabarettnummer 'Kantonsratssitzung im Jahre 2056', neuer Präsident
Kantonsratssitzung

Kantonsratssitzung

Kabarettnummer 'Kantonsratssitzung im Jahre 2056'. Herbstfest 1956, Röbi Rapp (Rebellenanführer), Karl Meier / Rolf (Ratspräsidentin). Quelle: KREIS-Erinnerungsalben, Schwulenarchiv Schweiz.

Urheber
Foto: unbekannt
Herausgeber
Besitzer: Schwulenarchiv Schweiz
Rechte
© unbekannt
Sammlungs Nr.
ID: 3028
Kabarettnummer 'Kantonsratssitzung im Jahre 2056'

Als Abschluss der theatralischen Darbietungen spielte Rolf am Herbstfest 1956 mit seiner Truppe die fulminante Kabarett-Nummer von Arthur Welti: "Kantonsratssitzung im Jahre 2056".

Karl Meier / Rolf gab dabei die Präsidentin des ausschliesslich aus Frauen bestehenden kantonalen Parlaments und Werner Schüpbach / Rolly oder Roly spielte die Obristin des Polizistinnen-Corps. Die Parlamentarierinnen waren in typischer Kabarett-Tradition als Pappfiguren auf der Bühne präsent. Es ereignet sich die Revolution der Homosexuellen. Ihre beiden Anführer, ein strickender Röbi Rapp und der tuntige Eduard Meyer / André, übernehmen die Macht kampflos. Denn das von der Obristin angeforderte Weiberregiment trifft nicht ein. In witzigen Rededuellen zwingen die Revoluzzer sowohl Präsidentin wie Obristin dazu, ihre Abdankung kniend zu unterschreiben. Am Schluss ziehen die tapferen Krieger ab, Arm in Arm, und besiegeln ihren "Züriputsch" mit einem Kuss.

Frauen hatten damals noch kein Stimm- und Wahlrecht. Dieses wurde erst 1971 auf Bundesebene eingeführt.

Abonnent Nr. 3108 beschrieb den Verlauf der Nacht1:

"[...] Das Tanzen hielt uns alle bei der vorzüglichen Musik der Kapelle bis in die frühen Morgenstunden zusammen und brachte uns auch, halbausgeschlafen, am Sonntag-Nachmittag wieder früh in unsere festlich geschmückten Räume, wo es noch einmal ein nettes 'Je-Ka-Mi' Kabarett ('jeder kann mitmachen') gab und wo die Stimmung beim Tanzen noch gelöster und fröhlicher war und die Wogen der ungezwungenen Freude hochschlugen, bis die Mitternachtsstunde uns unnachsichtlich trennte - nach den ehernen Gesetzen der gesitteten Limmatstadt! [...]"

Ernst Ostertag, Mai 2005

Quellenverweise
1

Der Kreis, Nr. 10/1956, Seite 4