1923-1968

R. Gérard Doscot

Verfasser des Nachrufs "Hommage à Jean Cocteau" in der Kreis-Novemberausgabe 1963, S. 21 war R.G.D.

Dasselbe Kürzel stand ab 1958 für mehr als vierzig Buchrezensionen in der Rubrik "Chronique des Livres". Ein anderes Pseudonym war R. Gérard, mit dem der gleiche Autor 34 Kurzgeschichten zeichnete. Und bereits ab 1957 liess die Redaktion viele seiner Zeichnungen unter einem dritten Pseudonym, G. Scot, erscheinen. 

Der bürgerliche Name dieses Künstlers lautete R. Gérard Doscot, wobei er zwei Vornamen verwendete, Roger oder Raoul.

Wie sich aus Briefen im Nachlass von Eugen Laubacher / Charles Welti ergab, lebte Professor Doscot in Paris als Historiker und Schriftsteller.

G. Scot, Umarmung

G. Scot, Umarmung

Originalzeichnung, koloriert, von Gérard Raoul Doscot / G. Scot 1923-1968, Paris. Ein Geschenk von Eugen Laubacher / Charles Welti an Ernst Ostertag und Röbi Rapp anlässlich seines 80. Geburtstags.

Urheber
Künstler: Gérard Raoul Doscot / G. Scot
Herausgeber
Besitzer: Sammlung E. Ostertag/R. Rapp, Zürich
Rechte
© unbekannt
Sammlungs Nr.
ID: 0070
Originalzeichnung, koloriert, von Gérard Raoul Doscot / G. Scot 1923-1968, Paris

Viele Zeichen deuten darauf hin, dass R.G.D. identisch ist mit dem Historiker und Schriftsteller Roger Gérard-Doscot (1923-1968), der unter anderem Portraits von berühmten Frauen des 18. Jahrhunderts veröffentlichte und in den 60er-Jahren bei der Sammlung "Ces femmes qui ont fait l'histoire"1 und im Projekt "Le temps retrouvé"2 mitarbeitete. Obwohl Doscot verheiratet war, schien er aus seiner Homosexualität nie ein Geheimnis zu machen.

Diese Angaben stammen von Jacques Brosse, der im Mercure de France die Sammlung "Le temps retrouvé" initiierte und zudem festhielt, dass Doscot schweizerischer Abstammung war. Er tat dies in einem Brief an den belgischen Forscher André Tourneux, der uns (Ernst Ostertag und Röbi Rapp) davon in einer Mail vom 26. Dezember 2006 berichtete. Laut Nachlass Eugen Laubacher / Charles Welti sandte Doscot unter anderem sein Buch über Madame Du Barry an Laubacher als Geschenk. Das bestätigt die Angaben von Jacques Brosse (Portraits berühmter Frauen des 18. Jahrhunderts). Der Du Barry-Band war, wir fanden ihn im Nachlass, die Erstausgabe von 1965, erschienen bei Editions Rencontre, Lausanne unter dem Namen "Madame Du Barry, une maitresse de Louis XV", Autor: R. Gérard Doscot.

Doscot war mit Abstand einer der besten und fruchtbarsten Autoren des französischen Teils der Zeitschrift. Im letzten Kreis-Heft vom Dezember 1967, nahm er, bereits von seiner Krankheit gezeichnet, Abschied mit der Erzählung "Prière", der Klage auf einen toten Geliebten3.

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Ernst Ostertag, April 2005

Weiterführende Links intern

R. Gérard Doscot, Vier weitere Künstler

Quellenverweise
1

Erschienen bei Éditions Rencontre, Lausanne

2

Erschienen im Verlag Mercure de France, Paris

3

Der Kreis, Nr. 12/1967, Seite 21 ff