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Werke homosexueller (oder als solche vermuteter) Meister

Anton Kolig, Akt

Anton Kolig, Akt

Foto eines Gemäldes von Anton Kolig, Detail, 'Sitzender Jünglingsakt', 1919. Quelle: Leopold Museem, Wien.

Urheber
Fotograf: Ernst Ostertag, 2014
Herausgeber
Besitzer: Ernst Ostertag
Rechte
© Ernst Ostertag
Sammlungs Nr.
ID: 3001
Foto eines Gemäldes von Anton Kolig, Detail, 'Sitzender Jünglingsakt', 1919
Anton Kolig, Atelier

Anton Kolig, Atelier

Anton Kolig im Atelier mit zwei Modellen, umgeben von Gemälden. Fotografie einer Postkarte. Quelle: Leopold Museem, Wien.

Urheber
Fotograf: Ernst Ostertag
Herausgeber
Besitzer: Ernst Ostertag
Rechte
© Ernst Ostertag
Sammlungs Nr.
ID: 3003
Anton Kolig im Atelier mit zwei Modellen, umgeben von Gemälden
Boullet, Zwei Jünglinge

Boullet, Zwei Jünglinge

Zwei Jünglinge von Jean Boullet, 1921-1970. Veröffentlicht im 'Kreis', 4/1954 als Illustration des Gedichts 'EQUIVOQUE' (zweideutig) von E.B., Seite 38.

Urheber
Künstler: Jean Boullet, Paris
Herausgeber
Besitzer: Schwulenarchiv Schweiz, Zürich
Rechte
© unbekannt
Sammlungs Nr.
ID: 0129
Zwei Jünglinge von Jean Boullet, 1921-1970

Michelangelo da Caravaggio (ca. 1571-1610), ist vertreten mit zwei Gemälden, "die den sinnlich-jugendlichen Johannes den Täufer zeigen"1. Diese beiden erschienen in 3/1955 und 3/1956, wobei das von 1956 bereits in 3/1947 erschienen war, dazu der kranke Bacchus in 10/1966. Johannes der Täufer war ein Lieblingsthema Caravaggios; immer wieder stellte er ihn als Knaben oder Jüngling dar, als Wissenden um sein tragisches Ende.

Anton Kolig (1886-1950), Österreich, in 3/1959 und in 12/1957, hier zusammen mit einer Würdigung des Künstlers und seines Werkes, verfasst von Kurt Stäheli unter dem Titel "Anton Kolig, ein Maler des jugendlichen männlichen Aktes"2. Darin schreibt Stäheli von einer "Illustration, die [den Künstler] mit der Gruppe der beiden Modelle im Stuttgarter Atelier zeigt, um [so] wenigstens andeutungsweise den Prozess der Verwandlung der realen Erscheinung der beiden sich aneinander schmiegenden Jünglingskörper in die [daneben stehende] Bildschöpfung zu demonstrieren." Anton Kolig, der etwa dreitausend gezeichnete Männerakte hinterliess, zählt heute neben Oskar Kokoschka und Egon Schiele, der ungefähr ebenso viele Frauenakte zeichnete, zu den wichtigsten österreichischen Expressionisten.

Das offensichtlich Homoerotische in Koligs Werk wurde bis 2001 nie thematisiert, sondern immer peinlich umgangen, wie Tobias G. Natter im Katalog zur "nicht stattgefundenen" Wiener Ausstellung DER ANDERE BLICK schreibt. Im Titel des Kataloges hiess es zusätzlich "Lesbischwules Leben in Österreich, eine Kulturgeschichte". In seinem Beitrag über Anton Kolig erwähnt Natter u.a. auch den Kreis3:

"Nicht zufällig reproduzierte die legendäre Schweizer Schwulenzeitschrift Der Kreis, zeitweise weltweit die einzige Zeitschrift ihrer Art, in den fünfziger Jahren zwei Mal Kolig-Bilder. Mit dem in Zürich erschienenen Kreis ist auch das rigide gesellschaftliche Klima angesprochen, das Homosexualität in den meisten Ländern Europas noch bis Anfang der siebziger Jahre massiv kriminalisierte. Dementsprechend ignorierte auch die Kunstgeschichte den Umstand, dass Kolig nur Männer zeichnete. Die Frage der Homosexualität, bei Kolig immer wieder heruntergespielt oder schlicht geleugnet, galt als billige Neugier. Wieso [...] ist Schieles tabuloser Blick auf Körper und Sexualität offen thematisierbar, während es bei Kolig nur um 'Baugesetze' gehen soll?"

Jean Cocteau (1889-1963) in 12/1948, 7/1951, 1/1953, 1/1957, 2/1960.

Karl Geiser (1898-1957), Zürich, in 9/1955, 12/1957, hier mit dem Hinweis auf eine grosse Geiser-Ausstellung in Basel4:

"Es ist beglückend, dass wieder einmal das Gesamtwerk eines unserer ganz grossen [...] Plastiker ausgestellt wurde, dessen Werk so klar und offen und gleichzeitig so rein und ohne Süsslichkeit zeigt, welchem Eros es sein Entstehen verdankt."

Geiser und sein künstlerisches Schaffen eingehend beleuchtende grössere Werke erschienen erst lange nach dem Kreis: "Der Mann mit der Hand im Auge" von Jan Morgenthaler, 1988, und "Karl Geiser, Fotografien" von David Streiff, 20075.

Jean Boullet (1921-1970), Paris, in 12/1951, 12/1954 Umschlag und im Heft, 6/1953, 10/1954, 5/1956, 4/1957, 12/1960, 6/1962. Das sind nur einige wenige Beispiele6.

Zeichnungen von Boullett in zwei Kunstbänden, "Beaux Gars" und "Antinous", konnten laut Mitteilung über den KREIS erworben werden7. Eine Beilage zu 1/1954 machte zudem die kunstvolle Ausgabe von "Corps interdits", eines Romans von Maurice Périsset, illustriert von Jean Boullet bekannt und warb mit einem Subskriptionsangebot. Das erste Kapitel des Romans erschien in der Zeitschrift8.

Aber auch einzelne Zeichnungen und Gemälde Jean Boullets wurden von Abonnenten gekauft. Eugen Laubacher / Charles Welti war ein Sammler seiner Werke, die es auch als Kunstfotos zu erwerben gab. Im Kleinen Blatt von 10/1954 hat der KREIS solche Fotos angeboten.

Boullet, Visitenkarte

Boullet, Visitenkarte

Visitenkarte von Jean Boullet. Mit Adresse auf der Rückseite. Sie wurde im KREIS an Käufer von Reproduktionen abgegeben, 50er Jahre. Quelle: Nachlass Eugen Laubacher / Charles Welti im Schwulenarchiv Schweiz.

Urheber
Maler: Jean Boullet, Paris
Herausgeber
Besitzer: Schwulenarchiv Schweiz
Rechte
© Jean Boullet
Sammlungs Nr.
ID: 3004
Visitenkarte von Jean Boullet
Boullet, Bogenschütze

Boullet, Bogenschütze

Bogenschütze von Jean Boullet, 1921-1970. Veröffentlicht in 'Der Mann in der Zeichnung', Seite 16. Edition: Lesezirkel DER KREIS, 1960 und im 'Kreis', 4/1954, S. 32.

Urheber
Künstler: Jean Boullet, Paris
Herausgeber
Besitzer: Schwulenarchiv Schweiz, Zürich
Rechte
© unbekannt
Sammlungs Nr.
ID: 0369
Bogenschütze von Jean Boullet, 1921-1970

Renée Sintenis (1888-1965), Deutschland, in 1/1950, 3/1951, 12/1954, 5/1965 mit einem Nachruf9 von Karl Meier / Rolf und dem Selbstportrait der Künstlerin als Skulptur, 7/1965 Zeichnung von zwei sich küssenden Jünglingen und 4/1966, mit einem Nachruf10 von Heinz Birken und der Skulptur eines jugendlichen Schnellläufers.

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Ernst Ostertag, Mai 2005

Weiterführende Links intern

Cocteau, Doscot: Exkurs

Quellenverweise
1

Hubert Kennedy: Der KREIS, eine Zeitschrift und ihr Programm, rosa Winkel Verlag Berlin 1999, Seite 325

2

Der Kreis, Nr. 12/1957, Seite 11

3

Tobias G. Natter "Wunschfenster einer unfrohen Seele" Zu den Männerakten von Anton Kolig, Artikel in DER ANDERE BLICK, Wien, 2001, Seite 48

4

Der Kreis, Nr. 12/1959, Seite 21

5

Jan Morgenthaler: Der Mann mit der Hand im Auge, Limmat Verlag, Zürich, 1988. David Streiff: Karl Geiser, Fotografien, Limmat Verlag, Zürich, 2007

6

Hubert Kennedy: Der KREIS, eine Zeitschrift und ihr Programm, rosa Winkel Verlag Berlin 1999, Seite 321, erwähnt 19 Zeichnungen von Jean Boullet

7

Der Kreis, Nr. 3/1954

8

Der Kreis, Nr. 7/1953, Seite 21 ff

9

Der Kreis, Nr. 5/1965, Seite 1

10

Der Kreis, Nr. 4/1966, Seite 8