1982

Bruch mit der SOH

Club HEY wird selbständig

Disco-Generation

Disco-Generation

Outfit der Disco-Generation: Lederbekleidung mit viel Glanz und Glitter. Veröffentlicht im hey 1979.

Urheber
Urheber: hey-Team
Herausgeber
Besitzer: Schwulenarchiv Schweiz, Zürich
Rechte
© unbekannt
Sammlungs Nr.
ID: 0426
Outfit der Disco-Generation: Lederbekleidung mit viel Glanz und Glitter

Das geänderte Konzept brachte einen definitiven Schritt weg von der Tradition eines in sich geschlossenen Homosexuellen-Clubs, wie sie sich im KREIS etabliert hatte und im Conti-Club trotz Bemühungen um Öffnung weiterbestand. Es forderte vor allem von älteren Mitgliedern ein Umdenken und sich Einfügen in die Realitäten einer Zeit, die keine Verborgenheiten mehr duldete und gesellschaftliches Zusammensein zunehmend kommerzialisierte. Das neue Konzept brachte den turn around in die Gewinnzone.

Am 29. Juni 1981 richtete Karl-Robert Schmitz als Präsident des Vereins Club HEY ein Schreiben an alle Patronatsmitglieder, worin er unter anderem ausführte:

"Ihr habt den uns vom Schweizerischen Bankverein (SBV, heute fusioniert mit UBS) gewährten Kredit durch Wertschriftenhinterlage oder Bürgschaft sichergestellt. [...] Nachdem wir den grössten Teil dieses Kredites zurückzahlen konnten, können wir Euch heute Eure Sicherheiten zurückgeben. Gemäss beiliegendem Schreiben des SBV seid Ihr von jeglicher Verpflichtung gegenüber dem Verein Club HEY befreit. Somit erlischt Eure Patronatsmitgliedschaft per heute. [...]"

1982 kam es zum Bruch zwischen der SOH und den Verantwortlichen für den Club HEY. In der ersten Ausgabe des vom Verein Club HEY im Spätsommer 1982 gestarteten P.S. Magazin, hiess es in einem Gespräch "mit Fred und Erwin, den guten leitenden Geistern des Club HEY":1

"[...] Der Club HEY ist eigentlich ein Verein. Vereinslokal können wir die Sache aber nicht nennen. [...] Anfänglich schien es zwar wirklich ein 'Club' zu werden. Die schwule Subkultur traf sich hier, hatte eine Bibliothek mit Leseecke eingerichtet. Aber irgendwie war alles traurig [...], sodass wir schliesslich einfach fröhlichere Stimmung haben wollten. Wir waren das erste Lokal in Zürich, das Punk-Musik lanciert hat, wodurch wir bekannt wurden. Und die Beliebtheit [...] beim jungen Publikum, das wir damals anzogen, hat sich bis heute gehalten. [...] Einmal monatlich treffen sich hier auch die Transvestiten. [...]"

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Ernst Ostertag, März 2007

Weiterführende Links intern

Bruch und Trennung

Quellenverweise
1

P.S. Magazin, Seite 21. Mit Fred und Erwin waren Fred Eichenberger und Erwin Scheiwiller gemeint