hey 1977

Verkauf am Kiosk

In der Januarnummer brachte die Redaktion zur "Eröffnung des neuen Clublokals in Zürich" einen Abriss der Geschichte von 1932 bis 1976.1 Ergänzend war ein Kurzbeitrag zum KREIS von Johannes Werres eingeschoben. Eine lockere Zusammenarbeit zwischen SOH/hey und der Werres gehörenden GNG (Gay News Germany) hatte sich eingespielt und brachte beiden Seiten Vorteile.

Eine andere Form des Zusammenspannens war mit Peter Thommen verwirklicht worden. Ab Juli stellte er in Kurzform neuere Bücher vor, die man über seinen Buchladen Arcados in Basel beziehen konnte.2

Im Januar erschien auch mein (Ernst Ostertag) Nachruf auf Benjamin Britten, der mit seinem Lebenspartner, dem Tenor Peter Pears, über Jahrzehnte zusammen gelebt und gearbeitet hatte.3

Inserate

Inserate

Inseratenseite im hey.

Urheber
Urheber: diverse
Herausgeber
Besitzer: Schwulenarchiv Schweiz, Zürich
Rechte
© unbekannt
Sammlungs Nr.
ID: 0423
Inseratenseite im hey

Im Mai hiess es:

"Mit dieser Nummer wird der Verkauf des hey auch an den Kiosken der Schmidt-Agence aufgenommen!",

damals der wichtigsten Agentur.4 Seit dem Rückzug des Schweizerischen Freundschaftsbanners vom Kioskverkauf ab April 1935 war nun hey wieder die erste (und vorläufig einzige) Zeitschrift für Homosexuelle, die schweizweit öffentlich auflag.

Themennummern behandelten "Sex im Alter"5 und "Sado/Maso"6 mit einem Zusatzinterview "Ledermann spricht mit hey" und der Stellungnahme eines Vertreters der Loge 70 (Schweiz).7 Das führte am 10. Januar 1978 zu einer positiven Antwort an Herbert Riederer (Loge 70). Er hatte um ein Diskussionstreffen der SOH mit Leuten der Loge 70 gebeten und dafür den März 1978 vorgeschlagen. An dieser Begegnung wurde unter anderem vereinbart, dass die Loge 70 per Flugblatt, beigelegt im hey, auf ihr Pfingsttreffen zum 5-jährigen Bestehen hinweisen könne.

Ab Oktober begann eine sich über drei Hefte hinziehende Serie von Gesprächen unter vier Freundespaaren, die bereits zwischen 7 und 21 Jahren zusammen lebten.8 Darunter waren bekannte Paare wie Fred Eichenberger und Erwin Scheiwiller als "Sepp und Rico" oder wir beide als "Alex (Röbi Rapp) und Stefan (Ernst Ostertag)". Das Ganze war eine Idee von uns vieren, weil wir der Vereinsamung im Alter ("Sex im Alter") und der Thematik "Sado/Maso" eine andere bestehende Realität im Leben schwuler Männer entgegensetzen wollten. Zuvor hatte Max Krieg als "Carlos" mit seinem Artikel "Homo-Ehen" einen Anfang gemacht, der uns zum Anstoss wurde.9

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Ernst Ostertag, März 2007

Weiterführende Links intern

Johannes Werres

Loge 70 (Schweiz)

Quellenverweise
1

hey, Nr. 1/1977, Seiten 4/5

2

hey, Nr. 5/1977, Seite 32

3

hey, Nr. 1/1977, Seite 13

4

hey, Nr. 5/1977, Seite 5

5

hey, Nr. 3/1977, Seite 7 ff

6

hey, Nr. 2/1977, Seiten 10 bis 32

7

hey, Nr. 4/1977, Seiten 7 bis 15

8

hey, Nr. 10/1977, Seite 12

9

hey, Nr. 5/1977, Seite 42