hey 1978

Brisante Themen

Titelblatt hey 1/1978

Titelblatt hey 1/1978

Titelblatt hey 1/1978, erste Ausgabe in Grossformat.

Urheber
Urheber: verschiedene
Herausgeber
Besitzer: Schwulenarchiv Schweiz, Zürich
Rechte
© unbekannt
Sammlungs Nr.
ID: 0398
Titelblatt hey 1/1978, erste Ausgabe in Grossformat

Ab Januar erschien die Zeitschrift im Grossformat (A4). Das aktuelle Hauptthema war auf der Titelseite angegeben, womit man hoffte, den Verkauf an Kiosken zu steigern.

Jürg Amstein hatte seine bekannte Serie "Berühmte Homosexuelle" wieder aufgenommen und fuhr damit fort bis Ende 1983.

Die Februarnummer stand unter dem Thema Gefängnisleben mit einem aufrüttelnden Bericht unter dem Titel "Santa-Fu", der laut Redaktion zum Umdenken anregen sollte.1 Dazu war die Bitte eingestreut, "hey-Götti" zu werden, um mit Fr. 50.- einem Strafgefangenen im In- oder Ausland die Gratis-Zustellung des hey für ein Jahr zu ermöglichen und so etwas Licht in seine Abgeschiedenheit als schwuler Gefangener zu bringen.

Die beiden grossen Ereignisse des Jahres beherrschten zwei Nummern: Die Telearena das Heft 6 "Kein Recht auf Liebe..."2 und der erste CSD das Heft 9 "Weg mit dem Register!".3 Das Thema Homoregister wurde zudem durch die Zeitzeugenberichte auf eindrückliche Weise aktualisiert.4

Über "Mann zu Mann, Weib zu Weib: Nichts Neues in der Tierwelt" verfasste Jürg Amstein einen umfangreichen Artikel mit Forschungsergebnissen: "Im Tierreich ist Homosexualität eine alltägliche Erscheinung!".5

Auch Homosexualität und Religion bildete, gestützt auf den Leserbrief eines dezidierten homosexuellen Christen, eine Diskussionsbasis mit Antworten aus der Redaktion von Rainer Rotthoff als kath. Theologe ("kein frustrierter") und mir (Ernst Ostertag) als Buddhist: "Und zum Absolutheitsanspruch im Christentum".6 Dasselbe Thema wurde in der Septembernummer vertieft7 und als Anregung zum Nachdenken fortgesetzt: Ich hatte einen Abschnitt des Buches von Walter Karwath, Wien, "Einführung in den Buddhismus" zusammengestellt und mit einem Kommentar zu dieser Form des Menschseins versehen: " 'Unzulässiger Geschlechtsverkehr' aus buddhistischer Sicht". (Den ganzen Beitrag hat kurz darauf Johannes Werres für seine GNG - Gay News Germany - übernommen und Michael Holm übersetzte ihn für REVOLT ins schwedische.)

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Ernst Ostertag, März 2007

Quellenverweise
1

hey, Nr. 2, Seite 8 bis 15

2

hey, Nr. 6/1978

3

hey, Nr. 9/1978

4

hey, Nr. 5/1978, 6/1978, 9/1978 und 3/1979

5

hey, Nr. 5/1978, Seite 15 ff

6

hey, Nr. 2, Seiten 4 bis 7

7

hey, Nr. 9, Seiten 24 und 25