1972

hey: Illustrationen

Ausgabe 3 brachte erstmals das Bild eines Masturbierenden und auf der inneren Doppelseite einen Jüngling mit voll erigiertem Glied. Das ging weiter so bis zur Nummer 8, in der SOH-Präsident Tanner (als Werner Ammann) von einer Drohung der Sittenpolizei berichtete, die folgendes nicht mehr sehen wolle:

"jene Bilder, auf welchen Männer zu sehen sind, deren bestes Stück nicht nur unverhüllt, sondern auch noch in jenem Zustand zu erblicken ist, in dem es fast jedermann, aber ganz sicher jeder Mann am liebsten sieht."

Ein Vorstandsmitglied sei auf die Sitte gerufen worden und habe die Rüge entgegengenommen. Tanner schloss mit dem Hinweis, das Verbot sei von einer Person in der Justizdirektion des Kantons Zürich angestrebt worden:

"Hoffen wir, dass nach unserem Entschluss der Initiator dieser Angelegenheit unter die betreffende Akte schreiben kann: Der Phall ruht!"

Die lockere Haltung sowohl der Redaktion wie der Sittenbehörden ist wohl als damaliger Barometer zu sehen, der Schönwetter anzeigte, was den Stand der Emanzipation in verschiedensten Köpfen und das angriffige Ausreizen von Tabuzonen betrifft. Zwei Jahre später sank er wieder auf Niederschlag.

Ernst Ostertag, Juni 2006