1988

Aufgaben und Ziele

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Urheber
Urheber: The Hot Rubber Company
Herausgeber
Besitzer: Schwulenarchiv Schweiz, Zürich (sas)
Rechte
© sas
Sammlungs Nr.
ID: 0451
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In seinem Grundsatzpapier vom 29. April 1988 definierte Christian Schneeberger die Aufgabenbereiche und die Ziele der Arbeitsgruppe (AG) "Schwule und Aids". Sie war eine der wichtigsten AGs der Aids-Hlfe Schweiz (AHS) und ihr Grundsatzpapier gab auch Hinweise und Anstösse für andere AHS-Arbeitsgruppen. Aus dem Abschnitt "2. Aufgaben und Ziele" von Christian Schneeberger:

"Die bestehende AG 'Schwule und Aids' war bisher dem Bereich 'Prävention' zugeordnet. Sie konzipierte im wesentlichen die erfolgreiche 'Hot Rubber'-Kampagne im schwulen Milieu. In letzter Zeit trug sie den Namen Arbeitsgruppe nur noch der Form nach: Die gesamte Arbeit wurde von Herbert Riedener praktisch im Alleingang bewältigt.

Die neu konzipierte Arbeitsgruppe wird ihr Tätigkeitsgebiet ausweiten müssen. Im Sinne des '3-Epidemien-Modells' [...] sollte sie in allen drei Bereichen aktiv werden:

2.1. Prävention

Auch wenn die neuesten Untersuchungen zeigen, dass die bisherigen Anstrengungen gerade bei den Homosexuellen recht erfolgreich waren, dass der Wissensstand im Schwulen-Milieu hoch ist und auch Änderungen des Sexualverhaltens bewirkt werden konnten, dürfen wir in den Anstrengungen nicht nachlassen. Vorerst wird vor allem die 'Hot Rubber'-Kampagne weitergeführt und allenfalls ausgeweitet werden müssen. [...] Eine Verteilung der Arbeit auf mehrere Schultern [...] ist dringend wünschbar.

2.2. Beratung, Betreuung, Begleitung

Dieser Bereich ist und bleibt schwergewichtig den regionalen Aids-Hilfen zugeordnet. Hier sehe ich auf nationaler Ebene zunächst zwei mögliche [...] Stossrichtungen:

  • Eine zunehmende Zahl von freiwilligen Helfern in den Regionen rekrutiert sich aus Bevölkerungskreisen, die zuvor nie oder nur am Rand mit Homosexuellen in Berührung gekommen sind. Abzuklären wäre hier das Bedürfnis nach Schulungsangeboten im Hinblick auf die Begleitung von homosexuellen Erkrankten.
  • Auf der institutionellen Ebene (Spitäler etc.) wäre die Notwendigkeit spezifischer Initiativen zur Wahrung der Rechte homosexueller Lebenspartner zu prüfen (Besuchsrecht, Gleichstellung mit Familienangehörigen usw.)"

Ernst Ostertag, April 2008