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Ins neue Jahrhundert

1992-2006

Mit Aids eröffneten sich neue Möglichkeiten für die Homosexuellen-Emanzipation:

Ein unverkrampftes Zusammengehen mit Behörden und ein Heraustreten an die Öffentlichkeit, das nicht mehr beargwöhnt, sondern verstanden wurde. In breiten Kreisen der Gesellschaft bewirkte die Krankheit mit ihren  Gefahren für alle ein Aufbrechen von Tabu-Zonen um Sexualität und Homosexualität. Auch in Familien begann man über Prävention und sexuelle Praktiken offener und unverkrampfter zu sprechen.

Gay-Flagge
Lesbischwule Regenbogenkultur

Nun entstanden viele neue Zusammenschlüsse von Schwulen und Lesben. Der gemeinsame Kampf für Veränderungen wurde aussichtsreicher. Schwul-lesbische Formen eigener Kultur und Tradition fanden Beachtung. Lesben und Schwule nannten das "Regenbogenkultur".

Im Kampf um die Öffnet internen Link im aktuellen FensterRevision des StGB wurde 1992 das gleiche Schutzalter von 16 Jahren für beide Geschlechter erreicht, zusammen mit der Abschaffung des einseitigen Verbots männlicher Prostitution, des schwammigen Begriffs "Verführung" und der Bestrafung homosexueller Akte im Militär.

Die wichtigsten Gründungen dieser Zeit waren die neuen nationalen Organisationen:

1989

Öffnet externen Link in neuem FensterLOS, Lesbenorganisation Schweiz (Dachverband)

1993

Öffnet internen Link im aktuellen FensterPink Cross, Schwulensekretariat und Schwulenorganisation Schweiz (Dachverband)

1995

Öffnet internen Link im aktuellen FensterNETWORK, Verein für schwule Führungskräfte

1997

Öffnet internen Link im aktuellen Fensterfels, Freundinnen, Freunde und Eltern von Lesben und Schwulen

1997

Öffnet internen Link im aktuellen FensterPinkRail, die erste schwullesbische Gewerkschaft der Schweiz mit Schwulen und Lesben im öffentlichen Transportwesen.

1994 begann der Kampf um Öffnet internen Link im aktuellen Fensterdie gleichen Rechte für gleichgeschlechtliche Paare, in welchem einzelne Kantone vorpreschten, um dem Zögern auf Bundesebene ein Ende zu setzen: Öffnet internen Link im aktuellen Fenster2001 Genf mit dem Pacs Genevois und Öffnet internen Link im aktuellen Fenster2002 Zürich per Volksabstimmung mit seinem wesentlich weiter gehenden Partnerschaftsgesetz, das am 1. Juli 2003 in Kraft trat. Die neue Justizministerin Ruth Metzler sorgte in kurzer Zeit für eine grosszügige eidgenössische Lösung, welche am 3. Juni 2005 landesweit an der Urne mit 58% angenommen wurde, weltweit erstmalig für ein Gesetz dieser Art. Per 1. Januar 2007 konnte Öffnet internen Link im aktuellen Fensterdas eidgenössische Partnerschaftsgesetz in Kraft treten.

Öffnet internen Link im aktuellen FensterErnst Ostertag, August 2007