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Wandel des Welt- und Menschenbildes

3760 aC
Beginn der jüdischen Zeitrechnung
um 2500 aC
Bau des Grabes von Nianchchnum und Chnumhoteb in Sakkhara
um 2400 aC
Bau der Cheops-Pyramide von Gizeh
um 760 aC
Homer verfasst die Epen Ilias und Odyssee
753 aC
Gründung Roms durch Romulus (ungesichert)
272 aC
Rom erobert das griechische Süditalien
189 aC
Rom erobert die gesamte griechische Welt
Geburt des Jesus von Nazareth, Beginn der christlichen Zeitrechnung
117–138
Regierungszeit Kaiser Hadrians, dessen Liebling der Jüngling Antinoos war, welchen er adoptierte und zum Nachfolger machen wollte. Jedoch im Jahre 130 ertrank Antinoos im Nil, worauf ihn der Kaiser zum Gott erhob
305
Die (christliche) Synode von Elvira bei Granada stellt erstmals «Sodomie» unter kirchliche Strafe. Dies gestützt auf das Konstrukt, die Verbrennung von Sodom (und Gomorra) als Strafe Gottes (1.Mose, 18 u. 19) sei wegen gleichgeschlechtlichem Sexualverhalten der Bewohner dieser Stadt erfolgt
313
Kaiser Konstantin erhebt das Christentum zur gleichberechtigten Staatsreligion
476
Untergang des Weströmischen Reiches
534
Kaiser Justinian beendet seine Gesetzessammlung corpus iuris, worin «Sodomie» als mit dem Feuertod zu bestrafendes Vergehen erstmals auch in die weltliche Gesetzgebung Eingang findet
1453
Eroberung Konstantinopels durch die Türken, Ende des Oströmischen Reiches
1482
Verbrennung eines Männerpaares in Zürich
1531
Druck der von Ulrich Zwingli übersetzten Zürcher Bibel. Darin heisst es (3.Mose, 18, 22 u. 29): «Und mit einem Mann sollst du nicht schlafen, wie man mit einer Frau schläft. Das ist ein Greuel.» Als Strafe ist vorgesehen: «Sie müssen getötet werden, auf ihnen lastet Blutschuld.» Öffnet internen Link im aktuellen Fenster[1]
1532
Die Constitutio Criminalis Carolina Kaiser Karls V, das erste europäische Strafgesetz, stellt gleichgeschlechtliche Akte unter Todesstrafe durch das Feuer, wie es der «gemeinen Gewohntheit» entspreche
1789
Französische Revolution. Die neuen Gesetze «Code Civil / Code Napoléon» und «Code pénal» haben keine Bestimmungen zu gleichgeschlechtlichen Handlungen
1798
Die napoleonischen Gesetze gelten auch in der Schweiz

Erkennen der eigenen Identität und Rückschläge; der mühsame Weg zur gesellschaftlichen Akzeptanz (1794-2007)

1794
Statt Todesstrafe Einführung des §175 im Königreich Preussen, mit Geltung ab 1870 im gesamten Deutschen Kaiserreich
ab 1815
Teilweise Restauration der alten Ordnung in einzelnen Kantonen der Schweiz mit Wiedereinführung von Strafbestimmungen für gleichgeschlechtliche Akte nach dem Vorbild des preussischen/deutschen §175
1836
Der Schweizer Heinrich Hössli lässt in Glarus den ersten Band seines Werkes «EROS, die Männerliebe der Griechen» erscheinen, worin er beweist, dass diese Liebe naturgegeben ist
1869
Der ungarische Schriftsteller Karl Maria Kertbeny verwendet erstmals den Begriff «homosexual», später auch «homosexuell» und «der Homosexuelle»
1897
Gründung des Wissenschaftlich-humanitären Komitees (WhK) in Berlin durch Magnus Hirschfeld
1919
Strafrechtsrevision in Basel-Stadt mit Entkriminalisierung von homosexuellen Akten
1935
Verschärfung des §175 unter Hitler zur Legimitation der gnadenlosen Verfolgung von Homosexuellen
1942
Das eidgenössisches Strafrecht (StGB) tritt in Kraft; Straffreiheit für homosexuelle Akte unter Erwachsenen ab 20. Lebensjahr
1992
Revision des StGB; Gleichbehandlung von Hetero- und Homosexuellen, Schutzalter 16. Lebensjahr
2007
Das Partnerschaftsgesetz für Gleichgeschlechtliche tritt in Kraft, die rechtliche Gleichstellung wird Realität (mit Einschränkungen)