Das liberale Strafgesetz
Eidgenössisches Strafgesetzbuch (StGB) mit Entkriminalisierung homosexueller Akte unter Erwachsenen
1894-1942
Es soll hier die Geschichte der Schaffung des einheitlichen eidgenössischen Strafgesetzbuches (StGB) in die Geschichte der schweizerischen Gruppierungen von Homosexuellen (bis 1937) eingeschoben werden. Denn sie verläuft parallel.
Die Diskussionen und getroffenen Kompromisse vor der Volksabstimmung über das StGB (1938) hatten Einfluss auf die Stellung homosexueller Menschen. Sie beeinflussten nicht nur das Bewusstsein der politischen und gesellschaftlichen Elite, sondern das Denken und Fühlen des ganzen Volkes. Beides, Gesetz und Stand dieses Bewusstseins, sind entscheidend für die Lebensqualität und berufliche Entfaltung homosexueller Mitbürger.
Das Gesetz war schliesslich da. Das mentale Tabu jedoch wurde bestätigt und blieb bestehen.
Die sich seit 1933 langsam entwickelnde Homosexuellen-Organisation wurde in ein Ghetto zurückgedrängt und blieb dort unbehelligt, geduldet. Das ist die Fortsetzung nach der jetzt zu schildernden StGB-Geschichte.
Ernst Ostertag, September 2010
