Frohes Zusammensein
1933-1935
Gerade düstere Zeiten mit dunklen Horizonten und vielen verständnislosen, feindlich gesinnten Mitmenschen rundum schaffen Zusammenhalt und Solidarität innerhalb einer Gruppe von Schicksalsgenossen und erzeugen so das nötige Etwas, um überleben zu können. Dazu gehören gemeinsam gestaltete und durchgeführte Anlässe mit Musik, Tanz, Ansprachen, Theater oder Cabaret, aber auch Maskenbälle und Ausfahrten sowie Besichtigungen.
Berichte überliefern mit oft humorvollen Schilderungen, was alles unternommen wurde und wie man sich amüsierte. Wir haben drei davon herausgegriffen:
- Ein "Herbstfest" im Saal des ehemaligen "Gsteig", einem Ausflugsrestaurant am Höngger Berg, damals noch ausserhalb der Stadt Zürich gelegen.
- Ein Wochenende mit den Basler Kameraden am Rheinknie, wo man sich im heute noch existierenden "Löwenzorn" mitten in der Altstadt traf, dort auch nächtigte und am Sonntag eine Rundfahrt durch die Hafenanlagen unternahm.
- Ein ausgelassenes "Fastnachtstreiben" mit wilden Verkleidungskünsten, mit Maseknprämierung und langem Auspendeln bei Mehlsuppe und Brot bis in den Aschermittwochmorgen.
Drei kleine Köstlichkeiten zum damaligen Leben unter seinesgleichen!
Ernst Ostertag, September 2010
