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Berliner Freundschaftlokale
Zur Schliessung der Freundschaftlokale
Die Doppelnummer 21/1933 vom Mai veröffentlichte einen Bericht "Zur Schliessung der Berliner Freundschaftslokale", entnommen dem "Mitteilungsblatt des Bundes für Menschenrechte, Berlin" und eine Meldung von der Plünderung des Instituts für Sexualwissenschaft - nur wenige Tage nach diesem barbarischen "Akt der Säuberung"1:
"Aus der Büchersammlung wurden nicht nur die Hauswerke von Magnus Hirschfeld, sondern auch die Sonderdrucke kleinerer Schriften, Zeitschriften und Arbeiten anderer Autoren und das Bilderarchiv gesichtet, ausgeschieden und auf Kraftwagen verladen. Nach Beendigung der Aktion ist das Institut geschlossen worden. Gleichzeitig setzten sich fünf studentische Stosstrupps in Bewegung, um sämtliche Volksleihbüchereien in Berlin einer Säuberung zu unterziehen. (…) Die beschlagnahmten Bücher etc., über 20'000 Werke, sind am Mittwoch, den 10. Mai auf dem Opernplatz in Berlin verbrannt worden. Ein schwerer Schlag für die Lebensarbeit unseres grossen Vorkämpfers
Dr. Magnus Hirschfeld, der z.Z. sich in Ascona aufhält. Wir können nur mit grossem Bedauern von dieser Tatsache Kenntnis nehmen und Herrn Dr. Hirschfeld unserer Sympathie und herzlichen Anteilnahme versichern. Was er für uns und unsere Befreiung gearbeitet und erkämpft, das wird dieser 'studentische Büchersturm' niemals vernichten können."
Ernst Ostertag, Juni 2004
Quellenverweise
- 1
Anna Vock, Hrsg.: Freundschafts-Banner, Doppelnummer 21/1933 vom Mai, Seite 2 und 4.
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