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Jakob Stutz

1801-1877

Der einerseits weit über seine Zeit hinaus als Volksdichter und Schulreformer bekannte und verehrte Jakob Stutz war andererseits ein tragisches Opfer seiner homosexuellen Veranlagung, die er weder verstehen noch akzeptieren konnte. Denn sie brach immer wieder durch, sie völlig zu unterdrücken gelang ihm nicht.

Wegen versuchter oder vollbrachter Unzucht verlor er mehrfach seine Schulmeister-Stelle, wurde aus dem Kanton Zürich verbannt, erlebte Erpressung, Gerichtsverfahren, Busse und Gefängnis. Er starb verarmt und - als alter, geächteter Mensch - vergessen.

Sein Werk hingegen, das epische Theaterstück "Der Brand von Uster", die Autobiografie "Siebenmal sieben Jahre aus meinem Leben" und zahlreiche Gedichte blieben über Generationen lebendig und damit auch sein Name, an den wir uns (Röbi Rapp und Ernst Ostertag, Anm. der Red.) aus der eigenen Schulzeit um 1938 erinnern. Die neuen Schulbücher nach 1945 erschienen ohne Texte von Jakob Stutz.

Erst mit der 200-Jahrfeier zum Geburtstag des Dichters besann man sich 2001 wieder auf ihn zurück. Er erlebte eine Renaissance mit Lesungen, Neuauflagen und viel Interesse - auch für seine stets unterdrückte Seite.

Öffnet internen Link im aktuellen FensterErnst Ostertag, September 2010

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