Zeittafel
1789-1942
- ab 1789
Französische Revolution. Die neuen Gesetze "Code Civil / Code Napoléon" und "Code pénal" kennen keine Bestimmungen zu mann-männlichen sexuellen Handlungen. Diese Gesetze gelten ab 1798 auch in der Schweiz
- 1794
Einführung des §175 im Königreich Preussen, der ab 1871 im gesamten Deutschen Kaiserreich gilt und mann-männliche Akte unter Strafe stellt
- ab 1815
Teilweise Restauration der alten Ordnung in der Schweiz. Teilweise Wiedereinführung von Strafbestimmungen für mann-männliche Akte nach dem Vorbild des preussischen/deutschen §175
- 1869
Der ungarische Schriftsteller Karl Maria Kertbeny erwähnt zum ersten mal das Wort "homosexual". Später macht er daraus homosexuell und Homosexuelle
- 1894
Vorentwurf für ein einheitliches eidgenössisches Strafgesetzbuch
- 1897
Gründung des Wissenschaftlich-humanitären Komitees (WhK) in Berlin
- 1898
Volksabstimmung für die Ausarbeitung eines einheitlichen eidgenössischen Strafgesetzbuchs
- 1919
Strafrechtsrevision in Basel-Stadt mit einer Entkriminalisierung von homosexuellen Akten
Beginn der aktiven Homosexuellen-Emanzipation in der Schweiz
- 1922
1./2. Juli, Luzern: Gründung der ersten Homosexuellen-Vereinigung in der Schweiz, ab Oktober nennt sich die Vereinigung "Schweizer Freundschaftsbund / société amicale suisse", später wird sie Schweizer Sektion des Deutschen Freundschaftsbundes
- 1929-1931
Beratungen im Nationalrat und Ständerat zum Strafgesetzbuch StGB, Umschwung zu einer liberalen Fassung unter anderem dank dem Vorschlag von Prof. Ernst Hafter
- 1931
Gründung Amicita, Schweizer Freundschafts-Verband
- 1932
Erste schweizerische Zeitschrift für Homosexuelle erscheint, das Freundschafts-Banner
- 1935
Aus dem Freundschafts-Verband wird die Liga für Menschenrechte
Verschärfung des §175 unter Hitler zur Legimitation des Nazi-Terrors gegen Homosexuelle
- 1937
Aus dem Freundschafts-Banner wird Menschenrecht
- 1938
Annahme des eidgenössischen StGB durch das Volk
- 1942
Das eidgenössische Strafrecht StGB tritt in Kraft, homosexuelle Akte unter Erwachsenen sind straffrei
Thomas Voelkin, Juni 2009;
Ernst Ostertag, August 2010

