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Der Kreis – Le Cercle – The Circle

Es geht um Liebe

1943–1967

Inhalt:

Übersicht

1942
Straffreiheit für Homosexuelle in der Schweiz
1943
Eine neue Abonnenten-Organisation und Monatszeitschrift, genannt Lesezirkel «Der Kreis – Le Cercle» löst zweisprachig die Zeitschrift Menschenrecht ab. Ab Ende 1951 kommt regelmässig ein englischer Teil hinzu.
1944–1945
Versuche mit Sektionen in Basel, Davos, Lausanne und St. Gallen
1948
DER KREIS Zürich im neuen Klublokal «Eintracht» (heute Theater am Neumarkt)
WHO setzt Homosexualität auf ihre «Internationale Liste für Krankheiten»
Veröffentlichung von «Sexual Behaviour in the Human Male» von Prof. Alfred Kinsey
1956
Eröffnung des Kloster-Kellers «Barfüsser» im Zürcher Niederdorf
1957
Eröffnung des Klublokals «Isola» in Basel
DER KREIS feiert das 25. Jubiläum
Aufsehen erregende Morde im Zürcher Strichermillieu
1958
Razzien und systematische Registrierung Homosexueller durch die Polizei
1960
Höhepunkt der Repression, die aber intensiv weiter geht bis 1969
Der Kreis verliert sein Klublokal in der «Eintracht»: Ein Tanzverbot auf dem Gebiet der Stadt Zürich gilt ausschliesslich für Homosexuelle
1961
Aufklärung über Syphilis und Aufforderung zu Bluttests
1964
Eröffnung des «Ursus Clubs» in Bern
1966
Eröffnung des «Conti Clubs» in Zürich
1967
Diskussion im Fernsehen DRS zum Thema « Homosexualität – Aufklärung erwünscht»
Die Jahresversammlung des KREIS beschliesst die Auflösung von Zeitschrift und Organisation der KREIS im Oktober
Dezember: Letzte Ausgabe des Kreis

Das Phänomen DER KREIS erschöpfend darzustellen und seiner Bedeutung ganz gerecht zu werden, diese Aufgabe kann nur ein grösseres Werk erfüllen und sie bedingt einen Autor oder eine Autorin mit zeitlichem Abstand. Ein ehemaliger Abonnent mag bruchstückhaft Momente der persönlichen Erinnerung auswählen und zum Ausgangspunkt seiner Beschreibung machen. Damit sollte ihm eine Übersicht gelingen – und vielleicht auch die Anregung zu vertiefter Auseinandersetzung.

Weil Hubert Kennedy in seinem Buch über den KREIS [1] die Jahrgänge vor 1946 nicht erwähnt, sollen sie hier gesondert behandelt werden, inklusive dem Jahr 1946.

In den Kapiteln, die ab 1947 den hauptsächlichen Themen der Zeitschrift wie auch der Organisation gewidmet sind, sollen an Beispielen Aspekte des Kleinen Kosmos DER KREIS und seiner Ausstrahlung gezeigt werden. Repression und als deren Folge das Ende des KREIS bilden danach einen besonderen Abschnitt.

Ganz allgemein ist zu sagen, dass es in erster Linie um die Zeitschrift Der Kreis für homoerotische Literatur und Kunst ging. Wichtige Themen waren zusätzlich die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der homoerotischen Veranlagung, die Information über straf- und allgemein-rechtliche Fragen und Berichte von gesellschaftspolitischen wie kulturellen Ereignissen im In- und Ausland. Eine immer wieder abgehandelte Rolle spielte auch das Ideal des moralisch einwandfreien homosexuellen Menschen und das ebenso betonte Ideal einer gelebten langjährigen Partnerschaft. Zu diesem Bereich gehörten ethische Betrachtungen, religiöse Texte und kritische Kommentare zur Lebensweise gewisser Leute aus dem eigenen Lager, deren Tun als alle gefährdend bezeichnet wurde.

Die beiden führenden Köpfe im KREIS waren die beiden Redaktoren der Zeitschrift Der Kreis. Den deutschen Teil betreute und «Rolf», den französischen Teil «C.W.». 1957 kam ein dritter Redaktor dazu, der vorwiegend den englischen Teil betreute. Der benutzte allerdings unzählige Pseudonyme, unter anderen Rudolf Burkhardt und Philip Young.

Die Personen und die Lebensläufe hinter den Pseudonymen:

«Rolf» – der Theatermann Öffnet internen Link im aktuellen FensterKarl Meier

«C.W.» oder «Charles Welti» – der Bankier Öffnet internen Link im aktuellen FensterEugen Laubacher

«Philipp Young» – der Übersetzer Öffnet internen Link im aktuellen FensterRudolf Jung