Sie sind hier: Inhalt » 4. DER KREIS » Besondere Abonnenten » Nico Kaufmann, später

Nico Kaufmann, späteres Leben

1940-1996

Ein Jahr nach der Trennung von Horowitz machte Nico das Konzertdiplom und gewann in der Folge Preise an wichtigen Wettbewerben. Nun trat er als Solist in Konzertsälen auf, wurde bekannt und von bedeutenden Persönlichkeiten der Musikwelt gefördert.

Im KREIS war Nico regelmässiger Gast und als geschätzter Pianist aktiv tätig. Dies besonders an Weihnachtsfeiern und bei den Herbstfesten. Berichtete die Zeitschrift darüber, hiess es "Lysis ist aufgetreten ...". Nur Karl Meier / Rolf und ganz wenige andere nannten ihn so, vermutlich aus alter Tradition. Für alle übrigen war er Nico.

Die grosse Solistenlaufbahn gelang Nico nicht. Dafür war und blieb er Meister der Improvisation und gesuchter Begleiter für Sänger und Sängerinnen sowie Komponist von Bühnenmusik zu Theateraufführungen aller Art. Mit einigen Theatertruppen ging er auf Tournee, einmal auch quer durch die USA. Er vertonte zudem Gedichte, u.a. von Hermann Hesse. Noch als betagter Mann brachte er diesen Lieder-Zyklus zur Aufführung.

In seinen späten Jahren weilte Nico oft in Marokko oder ging auf grössere Reisen. Er kam jedoch immer gerne und glücklich nach Hause zurück bis zuletzt. Fünf Monate nach dem 80. Geburtstag drückte er "dankbar Freund Tod die Hand".

Die Abschiedsrede am Grab, gehalten von einem Freund, verweist auf die heitere Leichtigkeit, mit der Nico das Leben als etwas Vergängliches sah und lebte. Noch im hohen Alter wurde er, der immer knapp an Geld war, zum Millionär, was ihn, wie es in der Abschiedsrede heisst, "eher amüsierte als freute".

Aus diesem Vermögen schuf er ein Hilfswerk für begabte junge Musiker, die Stiftung Nico Kaufmann, verwaltet vom Präsidialamt der Stadt Zürich. Damit stellte er das Werk direkt unter die Schirmherrschaft der jeweiligen Stadtpräsidentin oder des Stadtpräsidenten.

Öffnet internen Link im aktuellen FensterErnst Ostertag, November 2012