- Index
- Veranstaltungen
- 1. Historische Rückschau
- 7. Aids und seine Folgen
- Inhalt
- Männergeschichten
- 8. Hin zur Gleichstellung
- Personenregister
Über Aids zu neuen Zielen, die Jahre 1988 bis 2005, die zur Gleichstellung führten - Überblick
Es geht um Liebe
Die Aids-Katastrophe lehrte: Wenn wir zusammenstehen, zusammenarbeiten und gemeinsam für die eigene Sache kämpfen, ist die Gesellschaft positiv zu verändern. Ein neues Selbstbewusstsein entstand. Dazu gehörte auch die Erfahrung, dass es Outing braucht, sich nicht verbergen, sondern in die Öffentlichkeit treten. Nur diese Strategie konnte zur rechtlichen Gleichstellung führen.
- 1988
- Männergeschichten, Schwule in Basel seit 1930. Erste schweizerische Ausstellung zum Thema Homosexualität
- 1. Dezember: Welt-Aids-Tag, ausgerufen von der WHO, erstmals in der Schweiz durchgeführt
- 1989
- Gründung der Stonewall-Stiftung Basel: Zur Unterstützung von homosexuellen Projekten
- 12. CSD in Zürich, Motto: "Die grösste Familie sind wir - zeigen wir es", gleichzeitig mit "20 Jahre Stonewall - 20 Tage Fest", rosa Kultur- und Begegnungswochen
- Gründung der LOS, OSL (Lesbenorganisation Schweiz, Organisation Suisse des Lesbiennes), gesamtschweizerischer Dachverband
- 1990
- SCHMAZ, Schwuler Männerchor Zürich, gibt sich seinen Namen und beginnt aufzutreten. Gründung am 17. März 1991
- Die WHO streicht Homosexualität als Krankheit von ihrer Liste. Weltweite Geltung (in Kraftsetzung) am 1. Januar 1993
- Das Amnesty International Sekretariat in London gründet das "AIM-GLC Netzwerk" (amnesty international members for gay and lesbian concerns)
- 1991
- Gesangsfest des schweizerischen Chorverbandes in Luzern: SCHMAZ wird mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet
- Solothurner Tagung "Klare Rechte für schwule und lesbische Lebensgemeinschaften", organisiert durch die HACH (Dachorganisation der Homosexuellen Arbeitsgruppen Schweiz)
- Internationaler Coming Out Day (COD) erstmals in der Schweiz, regelmässig jeden 11. Oktober
- 1992
- Volksabstimmung über das revidierte StGB und Militärstrafgesetz wird mit 73% angenommen
- Das revidierte StGB tritt in Kraft. Gleiches Schutzalter für alle (16 Jahre), Abschaffung des Verbots der homosexuellen Prostitution und der Bestrafung homosexueller Handlungen im Militär
- 1993
- Gründung von Pink Cross: Erste gesamtschweizerische Dachorganisation mit vollamtlichem, professionellem Schwulensekretariat
- Beginn der Unterschriftensammlung für die Petition "Gleiche Rechte für gleichgeschlechtliche Paare" mit massgeblicher Beteiligung von Pink Cross
- Gründung des Vereins Schwulenarchiv Schweiz (sas)
- 1994
- Einfache Anfrage von Ständerat Gilles Petitpierre (FDP, GE) an den Bundesrat: "Gleiche Rechte für gleichgeschlechtliche Paare" - was wird getan?
- Wiederaufnahme von regelmässigen CSD Paraden mit Fest in Zürich
- 1995
- Die Petition "Gleiche Rechte für gleichgeschlechtliche Paare" wird mit 85'181 Unterschriften den Eidgenössischen Räten im Bundeshaus Bern übergeben
- Erste schweizerische Schwulentrauung (Segnungsfeier) in der Berner Nydeggkirche
- Gründung von Network - Verein für schwule Führungskräfte
- 1996
- Aktion "Lange Bank" auf dem Bundesplatz, Bern: Ein Jahr nach Einreichen der Petition "Gleiche Rechte für gleichgeschlechtliche Paare" ist noch keine Behandlung des Vorstosses erfolgt
- 1997
- Nationale Lesben- und Schwulenkundgebung mit 6'000 Menschen auf dem Bundesplatz Bern: Forderung nach explizitem Schutz vor Dikriminerung in der neuen Bundesverfassung, Motto: "Lesben und Schwule in guter Verfassung"
- Erste die ganze Romandie umfassende Lesbian & Gay Pride, Genève
- Pink Cross und LOS reichen Zwei Vaianten zu einem Gesetz für Gleiche Rechte für gleichgeschlechtliche Paare beim Eidg. Justiz- und Polizeidepartement ein
- Gründung von FELS, Freunde/Freundinnen und Eltern von Lesben und Schwulen
- Gründung von PinkRail, erste lesbischwule Gewerkschaft: Angestellte im öffentlichen Verkehr
- 1998
- Pink Cross kann weltweit erstmals einen schwulen Überlebenden des Holocaust unterstützen. Dies im Auftrag des internationalen Holocaust-Fonds: Internationale Anerkennung von Schwulen als Opfergruppe und von Pink Cross als Organisation
- Erstes Pink Apple, das schwul-lesbische Thurgauer Filmfestival, Frauenfeld - später auch in Zürich
- "Wecker-Aktion" vor dem Bundeshaus, um dem in Sache Antwort auf die Petition "Gleiche Rechte für gleichgeschlechtliche Paare" noch immer schlafenden Justizminister auf die Beine zu helfen
- Das Projekt Herrmann (Aids-Aufklärung und Betreuung von Srichern) erhält per Volksabstimmung Unterstützung von der Stadt Zürich; SVP verliert ihren Kampf dagegen
- 1999
- Ausstellung "DER KREIS: Mitglieder, Künstler, Autoren" im Schwulen Museum Berlin
- CSD Zürich, Motto "30 Jahre Stonewall - gleiche Rechte jetzt!" - Wiederaufnahme der Zürcher CSD-Tradition
- Neue Bundesverfassung: Art. 8, Absatz 2 enthält ein Verbot von Diskriminierung auf Grund der "Lebensform"
- Bern: Grossdemo zum Partnerschaftsgesetz mit Motto: "Gleiche Liebe - Gleiche Rechte / Ja, wir wollen". 6'000 Lesben und Schwule in der Altstadt und auf dem Bundesplatz, um der parlamentarischen Initiative von Nationalrat Jean-Michel Gros (FDP, GE) zum Durchbruch zu verhelfen und die Politiker zu sensibilisieren
- Auftrag des Nationalrates an seine Rechtskommission: Ausarbeitung eines Partnerschaftsgesetzes
- 2000
- SP Schweiz: Gründung der Fachkommission "Lesben und Schwule in der SP"
- Gründung von EGMA, European Gay Manager Association. Internationale Dachorganisation von europäischen Vereinen schwuler Führungskräfte
- Erster "warmer mai" Zürich: "Das lesbisch-schwule Kulturprogramm"
- EuroGames 2000 in Zürich
- Ausstellung "DER KREIS: Mitglieder, Künstler, Autoren" im Schweizerischen Landesmuseum Zürich
- Lesbian & Gay Pride in Bern, Motto: "Liebe grenzenlos - amour sans frontières"
- Die neue Justizministerin Ruth Metzler-Arnold (CVP, AI) verkündet den Grundsatzentscheid des Bundesrates, dass gleichgeschlechtliche Partnerschaften rechtlich anerkannt und staatlich abgesichert werden sollen und dass der Bundesrat ein Gesetz ausarbeiten werde
- Network Symposium über die Regelung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften
- 2001
- Genf: Pacs Genevois, erstes Gesetz zur Registrierung gleichgeschlechtlicher Paare in einem Kanton der Schweiz
- CSD in Zürich mit Motto "Work together - Diskriminierung am Arbeitsplatz" Rede auf dem Helvetiaplatz von Bundespräsident Moritz Leuenberger. Erstmals weltweit spricht ein Staatsoberhaupt an einem CSD
- Lesbian & Gay Pride in Sion: Grossaufmarsch gegen Diskriminierung und Agitation seitens konservativ-katholischer Seite, inkl. Bischof von Sion
- "Queer" im Job - Lesben und Schwule in der Arbeitswelt, erste Broschüre zur Situation am Arbeitsplatz, herausgegeben von der Fachgruppe Arbeitswelt der schweizerischen Lesben- und Schwulenorganisationen
- 2002
- Der Zürcher Kantonsrat verabschiedet ein fortschrittliches kantonales Partnerschaftsgesetz. Dagegen ergreift die EDU das Referendum
- Verein der schwul-lesbischen Organisationen "Ja zum Partnerschaftsgesetz im Kanton Zürich". Zweck: Führen des Abstimmungskampfs
- Botschaft des Bundesrates zum neuen "Bundesgesetz über die eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare", erfolgt nach zwei Runden der Vernehmlassungen
- Abstimmung im Kanton Zürich. Das Gesetz über gleiche Rechte für gleichgeschlechtliche Partnerschaften wird mit 62,7% angenommen. Damit ist der Kanton Zürich weltweit der erste Staat, der ein solches Gesetz per Volksabstimmung realisiert
- "unverschämt - Lesben und Schwule gestern und heute" im Zürcher Stadthaus: Erste Ausstellung zur Geschichte der Homosexuellen in der Schweiz
- Der Bundesrat stellt den "Definitiven Gesetzesvorschlag für das Partnerschaftsgesetz" zuhanden des Parlaments vor
- 2003
- Der europäische Menschenrechtsgerichtshof qualifiziert Diskriminierung von Homo- und Bisexuellen als ebenso schwerwiegend wie jene auf Grund von Rasse, Herkunft, Hautfarbe oder Geschlecht
- Das neue kantonal zürcherische Gesetz für gleichgeschlechtliche Partnerschaften tritt in Kraft. Registrierung des ersten Paares, Röbi Rapp und Ernst Ostertag, im Stadthaus Zürich unter Beisein des Stadtpräsidenten
- Das EU-Parlament spricht sich für gleiche Rechte für gleichgeschlechtliche Paare aus und verurteilt den Vatikan für seine Einmischung in dieser Sache
- Das Bundesgesetz zur Eingetragenen Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare wird im Nationalrat diskutiert und mit 118 gegen 50 Stimmen angenommen
- 2004
- Der Ständerat verabschiedet das neue Gesetz zur Eingetragenen Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare mit 25 zu 0 Stimmen bei 4 Enthaltungen
- Der Nationalrat bereinigt das Partnerschaftsgesetz
- Schlussabstimmung des Bundesgesetzes zur Eingetragenen Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare im Nationalrat mit 112 zu 51 Stimmen bei 16 Enthaltungen, im Ständerat mit 33 zu 5 Stimmen bei 4 Enthaltungen.
- Die EDU und konservative Kreise ergreifen das Referendum gegen dieses Gesetz
- Grossdemo zum Partnerschafstgestz in Bern: Die Homosexuellen-Verbände eröffnen den schweizweiten Abstimmungskampf unter dem Motto "Achtung, Fertig, Partnerschaft" mit rund 5'000 Menschen auf dem Bundesplatz
- 2005
- Bern: Medienkonferenz des (schwul-lesbischen) Vereins "Partnerschaftsgesetz-Ja" zur bevorstehenden Volksabstimmung
- Luzern: Offizielle Eröffnung der eidgenössischen Abstimmungskampagne sowohl auf dem Land wie in der Stadt
- CSD in Zürich mit Motto zur Abstimmung: "Go for YES!". Hauptredner: Doris Leuthard, Präsidentin der CVP Schweiz (später Bundesrätin), Markus Notter (SP, Regierungsrat Kt. ZH) und Lilian Schaufelberger, Präsidentin von Radigal (Homosexuelle in der FDP) und Co-Präsidentin des nationalen Vereins "Ja zum Partnerschaftsgesetz"
- Nationale Abstimmung über das "Bundesgesetz über die eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare": mit 58% stimmt das Volk zu, bei einer Stimmbeteiligung von 55,7%. Im Kanton Zürich steigt der Zuwachs an Ja-Stimmen von 62,7% (2002) auf 64,4%
- Gesamtschweizerische Lesbian & Gay Pride in Luzern zum Dank an das ganze Volk mit dem Motto "Sowieso". 20'000 feiern den Abstimmungssieg, begrüsst durch den Stadtpräsidenten
- Erstmals wird ein offen schwul lebender Mann zum Präsidenten des Nationalrats (für 2006) gewählt: Claude Janiak (SP, BL) mit 154 von 166 Stimmen (2 Nein und 10 Enthaltungen). Ein Glanzresultat nach nur sechs Jahren im Nationalrat
- 2006
- Kanton Bern: Bernhard Pulver, der erste offen schwul lebende Regerierungsrat eines Kantons wird vom Volk gewählt
- 2007
- 1. Januar: Das Eidgenössiche Partnerschaftsgesetz tritt in Kraft
- Index
- Veranstaltungen
- 1. Historische Rückschau
- 7. Aids und seine Folgen
- Inhalt
- Männergeschichten
- 8. Hin zur Gleichstellung
- Personenregister

