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Logo Stonewall-Stiftung für Lesben und Schwule
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Die Stiftung Stonewall wurde aus dem finanziellen Überschuss der Ausstellung "Männergeschichten" gegründet, auf deren Rückzahlung die Sponsoren verzichtet hatten. Das anfänglich noch kleine Vermögen wuchs über die Jahre hinweg durch Spenden und Erbschaften. Konzipiert war "Stonewall" von Anfang an als gesamtschweizerische schwule Stiftung, deren Stiftungsrat sich aus schwulen Männern verschiedener Regionen der Schweiz zusammensetzt. Die nationale Ausrichtung wurde aber erst 1998 verwirklicht.

Öffnet internen Link im aktuellen FensterDie Stiftung Stonewall und der Network Fonds Max

Stiftung und Zweck

Aus der Stiftungsurkunde vom 9. Dezember 1989:

"Vor mir, dem unterzeichneten öffentlichen Notar zu Basel, sind erschienen:

Urs Charles Reimann (…), persönlich bekannt

Dr. Claude Janiak (…), persönlich bekannt

und haben erklärt:

Wir gründen hiermit eine Stiftung, für die das folgende Statut gelten soll:

(…)"

Urs Reimann blieb Stiftungsratspräsident bis Ende 2000, während Claude Janiak bis Ende 1999 dem Stiftungsrat angehörte. Die übrigen der insgesamt fünf Stiftungsräte waren: Rolf Thalmann (bis 1991), Ruedi Weber (bis 1998) und Christian Geelhaar. Das Anfangskapital betrug 10'000 Franken.

Der Stiftungszweck wurde im Statut umschrieben:

"Die Stiftung bezweckt die Unterstützung von homosexuellen Personen und Gruppen sowie von Personen, Gruppen und Projekten, die sich mit Homosexuelle betreffenden Fragen beschäftigen, insbesondere

  • homosexuelle Personen oder Gruppen, die auf Hilfe angewiesen sind,
  • Personen oder Gruppen, die sich für homosexuelle Personen oder Gruppen einsetzen,
  • Personen, Gruppen und Projekte, die sich mit für Homosexuelle relevanten Fragen beschäftigen."

Dazu gab es Anfang 2002 einige Präzisionen: Öffnet internen Link im aktuellen Fenster[1]

"Die Stiftung (…) leistet vornehmlich Starthilfe. (…) Sie unterstützt konkrete einzelne Projekte von Organisationen, Gruppen und Einzelpersonen: Projekte, die einen direkten Bezug zu schwulen Themen haben (…) Projekte, die einen direkten Bezug zur Schweiz haben. (…) Die Stiftung unterstützt keine Semester- und Lizentiatsarbeiten oder ähnliche Schriften."

Eine Auswahl unterstützter Projekte, Personen, Gruppierungen

In einem an Rolf Trechsel, Sekretär von Pink Cross, Bern, gerichteten Schreiben vom 18. Oktober 1995 (Weihnachtsspendenaufruf), verfasst von Stiftungsrat Frank Weinmann, Basel, wurde u.a. ausgeführt:

"In den letzten Jahren konnten wir einige Projekte finanzieren oder zumindest mitfinanzieren, so unter anderem

  • den Film 'Chasch use cho' der ILSJS (Initiative Lesbisch-Schwule Jugend Schweiz) 1990
  • die Ringvorlesung an der Universität Basel zum Thema Homosexualität und Gesellschaft (Wintersemester 1991/92)
  • das Buch zur Vorlesung: Helmut Puff, Lust, Angst und Provokation, Göttingen und Zürich, 1993
  • die Abstimmungskampagne für das neue Sexualstrafrecht (StGB und Militärstrafgesetz) 1992
  • das Komitee 'Gleiche Rechte für gleichgeschlechtliche Paare', 1993
  • einen Prozesskostenvorschuss für einen Fall vor Bundesgericht in Sachen Bleiberecht für gleichgeschlechtlichen ausländischen Partner"

Weitere Beiträge (Auswahl): Öffnet internen Link im aktuellen Fenster[2]

1998

  • Vortragsreihe von Pierre Seel (KZ-Überlebender), organisiert von der Kulturgruppe HAB/anderLand
  • Elisarion: Auftrag an das Schwulenarchiv (sas) zur Sichtung der Materialien im Elisarion, Minusio (TI)
  • Rainbow-Line: Nationale Telefon-Hilfslinie für Schwule, Projekt von Pink Cross
  • Queersicht: Lesbisch-Schwules Filmfestival Bern (1998 und 1999)
  • Pink Apple: Schwullesbische Thurgauer Filmtage (1998 und 1999)
  • Oktober: Der erste Stonewall Award geht an PinkRail (vergl. 08.02.05)

1999

  • Beschluss vom 12. Februar: a) Unterstützung der Pride 2000 in Bern, b) der deutschen Veröffentlichung des Buches von Bernhard Pulver, Bern, "L'union libre, droit actuel et réformes nécessaires" und c) der Ausstellung DER KREIS im Schweizerischen Landesmuseum
  • September: Unterstützung eines Jubiläumsanlasses des Choeur Homogène, Genf
  • 18. September an der nationalen Kundgebung für ein Partnerschaftsgesetz auf dem Bundesplatz in Bern: Der zweite Stonewall Award geht "für besonderes Engagement für die Sache der Schwulen" an Frau Nationalrätin Ruth Genner (Grüne, ZH) ''für ihre parlamentarische Initiative, welche die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben verlangt hatte" und Herrn Nationalrat Jean-Michel Gros (Liberale, GE), "für die Lancierung der parlamentarischen Initiative, welche die Schaffung eines Gesetzes für eine registrierte Partnerschaft verlangt".

Mutationen im Stiftungsrat

Im Juni 1998 verabschiedete der Stiftungsrat sein Mitglied Ruedi Weber. Seit der Gründung gehörte Ruedi Weber dem Stiftungsrat an. Zugleich konnten - im Zuge der neuen nationalen Ausrichtung - drei Neumitglieder begrüsst werden: Dr. David Streiff, Bern, Direktor des Bundesamtes für Kultur (BAK); Thomas Peter, Winterthur (von Network); Nicolas Wenger, Köniz (von Pink Cross).

Am 12. Februar 2000 verabschiedete der Stiftungsrat sein Gründungsmitglied Claude Janiak und nahm zwei neue Herren aus Basel auf: Hans-Dieter Amstutz und Michael Kessler.

Am 9. Dezember 2000 trat Urs Reimann zurück. Zu seinem Nachfolger als Präsident wählte der Stiftungsrat Robert Zimmermann, Basel, später Zürich (bis heute).

Öffnet internen Link im aktuellen FensterErnst Ostertag, April 2008