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Kirchlicher Segen für gleichgeschlechtliche Paare

Der Weg zur Gleichstellung

 

ab 2003

Am Coming-out Day, dem 11. Oktober 2003 kam es zur ersten echten kirchlichen Trauung eines gleichgeschlechtlichen Paares in Zürich, genannt "Segnungsfeier". Wir waren als Gäste dabei und fanden keinerlei Unterschied zu einem traditionellen Trauungsgottesdienst. Der Tages-Anzeiger berichtete unter dem Titel "Mit dir möchte ich alt und runzlig werden": Öffnet internen Link im aktuellen Fenster[1]

"Zwei strahlende Bräute in hellblauer und zitronengelber Abendrobe schritten am Samstagnachmittag bei Orgelklang durch den Mittelgang der vollbesetzten Predigerkirche. Die Hebamme Eva Kaderli und die Mittelschullehrerin Sara Folloni, das erste Frauenpaar, das in der Ära des Zürcher Partnerschaftsgesetzes seine Beziehung mit einer kirchlichen Feier krönte. (…) Dass sie sich in einer evangelischen Freikirche kennen und lieben gelernt haben, hat ihren gemeinsamen Weg am Anfang belastet und gleichzeitig gefestigt. Die Entscheidung füreinander brachte den unvermeidbaren Bruch mit der Gemeinde, in der sie aufgewachsen waren. Es war aber nicht der Bruch mit dem christlichen Glauben. (…) Ein befreundeter Theologe führte das Paar durch die Segnungsfeier.

(…) Am Schluss (…) überbrachte der Pfarrer der Predigerkirche (…) die Glückwünsche der Kirchenpflege: 'Ich hoffe, dass Ihr Beispiel vielen Mut macht, den gleichen Weg zu gehen.' (…)"

Dass dieser Mut auch schroff zurückgewiesen werden konnte, erfuhren zwei Männerpaare, die in der Kirche Winterthur-Seen dasselbe wie die beiden Frauen tun wollten. Beide, unabhängig voneinander, hatten die Zustimmung des Pfarrers, aber "von der Kirchenpflege kam ein Nein" - und nicht einmal ein Gespräch hatte diese Kirchenpflege vorgängig mit den Männern geführt. Das berichtete der Tages-Anzeiger Öffnet internen Link im aktuellen Fenster[2] und in einem Leserbrief. Öffnet internen Link im aktuellen Fenster[3] In derselben Ausgabe liess er zudem einen Leserbrief des Theologen Ulrich Hedinger erscheinen:

"(…) 1999 haben Kirchenrat und Synode der reformierten Landeskirche des Kantons Zürich versuchsweise für vier Jahre die Segnungsfeier für lesbische und schwule Paare genehmigt und erlaubt. Erlaubt, zugelassen, aber nicht geboten; die Rücksicht auf die seelische Befindlichkeit und das Kirchensteuerpotential der konservativ-fundamentalistisch geprägten MitchristInnen liess die Organe unserer Landeskirche gegenüber den homosexuellen Menschen noch nicht uneingeschränkt evangelisch werden. Ich halte es für dringend nötig, dass die reformierten Kirchen der Schweiz eine Liste der zur Segnung bereiten Kirchgemeinden (und PfarrerInnen) veröffentlichen. Der Affront von Winterthur-Seen darf sich nicht wiederholen."

"Gelungener Vorlauf zur Bundeslösung", titelte die NZZ nach einem halben Jahr Zürcherisches Partnerschaftsgesetz: Öffnet internen Link im aktuellen Fenster[4]

"Die Anerkennung einer eheähnlichen Gemeinschaft für Schwule und Lesben im Kanton Zürich seit Mitte Jahr ist auf reges Interesse gestossen. Insgesamt haben sich fast 200 Paare das Jawort gegeben. Ohne die erwartete Lösung auf Bundesebene wären es noch mehr gewesen. (…)"

Öffnet internen Link im aktuellen FensterErnst Ostertag, Oktober 2008