Sie sind hier: Inhalt » 8. Hin zur Gleichstellung » Pink Cross

"Schwulsein als gleichberechtigte Lebensform"

Mit dieser Überschrift begann ein Interview, das Hansjürg Wiedmer mit dem designierten ersten Schwulen-Sekretär von Pink Cross, Rolf Trechsel, führte und im numero, der Zeitschrift des Ursus Club Bern, veröffentlichte. Öffnet internen Link im aktuellen Fenster[1] Einleitend schrieb Wiedmer u.a.:

"Immerhin erschliesst sich (…) aus den innenpolitischen Erfahrungen der letzten Jahre, etwa bei der Revision des Sexualstrafrechts, dass sich der Einsatz für schwule Gleichberechtigung lohnt, wobei - wie in der Politik überhaupt - eine schweigende Mehrheit von den Anstrengungen einiger Aktivisten profitiert. Daran wird sich wohl in der nächsten Zeit nicht viel ändern, weil auch für viele Schwule der eigene Bauchnabel (oder was weiter unten liegt) in erster Linie die Achse ist, um die sich ihre eigene kleine Welt dreht. (…) Wir sind überzeugt, dass der Rahmen von Pink Cross Möglichkeiten eröffnet, die weder der Ursus Club noch irgendeine andere schwule Organisation im Alleingang wahrnehmen könnte. (…)"

Dann begann Hansjürg Wiedmer sein Interview (veröffentlicht im numero des Berner Ursus Club, 1994):

numero: "Rolf, was ist Pink Cross (…), welche Ziele hat die Organisation, wie ist sie aufgebaut (…)?

Rolf: (…) Mit der kürzlichen Eröffnung des Sekretariats an der Zinggstrasse in Bern verfügt die Schweizer Schwulenbewegung erstmals in ihrer Geschichte auf gesamtschweizerischer Ebene über professionelle Strukturen. Rechtlich gesehen sind wir ein Verein. (…) Die Mitgliederversammlung wählt den 13-köpfigen Vorstand, der sich um die Umsetzung der Verbandspolitik kümmert. Aus dem Vorstand heraus wird wiederum ein Ausschuss von 3 bis 5 Personen gebildet, welcher die Tagesgeschäfte führt.

numero: Wie ist Pink Cross entstanden (…)?

Rolf: Die Idee eines nationalen Sekretariats entstand an einer Tagung der Homosexuellen Arbeitsgruppen Schweiz (HACH, Dachorganisation) auf dem Albis (ZH) im Mai 1990. Ausgangspunkt dafür war einerseits die Erkenntnis, dass die Schwulenbewegung auf nationaler Ebene ihre Chancen nicht wirklich wahrnimmt und dass dies mit ehrenamtlicher Arbeit kaum zu ändern wäre. Andererseits war deutlich geworden, dass die HACH (…) nicht alle Schwulen vertritt, die Differenzen unter den Schwulenorganisationen aber (…) immer kleiner geworden sind. Wir haben dann, anfänglich in einer kleinen Gruppe, das Projekt konkretisiert und im Herbst 1991 einem breiten Kreis von Vertretern verschiedenster Schwulenorganisationen und schwuler Betriebe vorgestellt. Eineinhalb Jahre später wurde dann im "anderLand" in Bern Pink Cross aus der Taufe gehoben. ("anderLand" hiess das Lokal der Homosexuellen Arbeitsgruppen Bern, HAB.) Pink Cross wäre vor zehn Jahren nicht denkbar gewesen. Damals lebten die verschiedenen Schwulen nicht zuletzt von ihren Vorurteilen. Dass es uns gibt, ist ein kleines schwulenpolitisches Wunder. Doch nun steht die Bewährungsprobe an.

numero: Gibt es für Dich in der Schweiz so etwas wie eine 'Gay Community', und falls ja, wie würdest Du sie charakterisieren?

Rolf: Ich glaube, ein diffuses Zusammengehörigkeitsgefühl von Schwulen über alle sozialen Grenzen hinweg gibt es schon, und das kann man 'Gay Community' nennen. Das Denken innerhalb der schwulen Gemeinschaft, ein gewisses Solidaritätsgefühl, ist in den letzten Jahren sicher stark gewachsen. Umgekehrt dürfen wir uns nichts vormachen: Nur weil wir alle Männer lieben, sind wir noch längst nicht 'ein Herz und eine Seele'. Immer noch sind einzelne rasch bereit, sich gegenüber 'anderen' Schwulen - Tunten, Lederkerlen, Politschwestern etc. - abzugrenzen."

Vorgeschichte

Bereits 1987 erkannte die HACH (Dachorganisation der Homosexuellen Arbeitsgruppen Schweiz) den "Mangel einer klaren politischen Stossrichtung". Öffnet internen Link im aktuellen Fenster[2] Sie lud, wie Beat Gerber in seiner Arbeit über die HACH berichtet, zu einem Wochenende vom 17. bis 19. Juli 1987 ein,

"an dem diese Mängel behoben werden sollten. (…) Ein Jahr später lag (…) ein Arbeitspapier zur Strukturänderung der HACH vor. Wichtigster Vorschlag darin war die Schaffung einer 10% Sekretariatsstelle, um die Arbeiten eines ständigen Vorstandes zu erledigen."

Dieses Arbeitspapier wurde dem "Protokoll der HACH-Sitzung, 16.04.1988" beigefügt.

Doch der Sekretariats-Vorschlag kam erst nach einer erneuten Grundsatzdiskussion wieder auf den Tisch, was am 25. Juli 1989 mit dem "Arbeitspapier für die erste Hälfte der Neunzigerjahre (Diskussionsgrundlage)" geschah. Beat Gerber zitiert in seiner Lizentiatsarbeit über die Geschichte der HACH, S. 62 daraus etliche Stellen. Sie werfen ein Licht auf die damalige Stimmung und die Denkweise einiger HACH-Genossen:

"Als Probleme erkannt wurden die Finanzknappheit (…), der chronische Mangel an aktiven Mitgliedern, die schlechte Information über die HACH und deren falsches 'Image als Verein von sich ideologisch selbstbefriedigenden und sich hadernden Politschwestern', wie auch die Tatsache‚ 'dass wir nach 20 Jahren neuer Schwulenbewegung immer noch (…) von den zwei Phänomenen Homophobie und Verführungsthese in unserer Gleichberechtigungsarbeit behindert werden, ohne bisher gezielt diese Phänomene angepeilt zu haben.'

Neben den Vorschlägen zur Organisation wissenschaftlicher Kongresse (…) und der Thematisierung der Homosexualität im schulischen Unterricht besticht vor allem die Idee 'schwuler Trumpf-Buur':

'Um die elementarsten Erkenntnisse über die Verführungsthese und über Homophobie auch unter dem weniger alphabetisierten Publikum zu verbreiten, könnte eine popularisierende Inserateaktion sehr wirksam sein und sogar Wunder wirken. Wenn nämlich Housi Biertischprügel im Blick liest, dass nur Typen, die Mühe mit der eigenen Homosexualität haben, oder noch vulgärisierter selbst schwul sind, Schwule verdreschen, wird es vermutlich Housi nicht mehr wagen, sich damit zu brüsten.' "

Beat Gerber fuhr fort:

"Wichtiger als diese Vorschläge war jedoch, dass damit in der HACH eine Diskussion über die künftige Strategie ausgelöst wurde."

Eine Folge davon war die Einladung

"zu einem für alle Lesben und Schwulen offenen Wochenende zum Thema 'Aussicht auf unsere Zukunft' (…), um sich 'in aller Glasnost' zu fragen, was 'bisher warum schräg gelaufen' sei und was künftig besser gemacht werden könne."

Dieses Wochenende fand vom 25. bis 27. Mai 1990 im Albishaus auf dem Albispass (ZH) statt. Rolf Trechsel schreibt dazu in einem Abriss zur Vorgeschichte von Pink Cross, den er dem Autor, Ernst Ostertag, am 19. April 2006 zusandte: Öffnet internen Link im aktuellen Fenster[3]

"Ein professionelles Sekretariat schält sich als eine der Zukunftsvisionen heraus. Eine 'Arbeitsgruppe Sekretariat' (Adrian Ramsauer, Rolf Hotz, Rolf Trechsel) beginnt, ein Konzept zu erarbeiten."

Es waren also hauptsächlich Mitglieder der Arbeitsgruppe Bundespolitik, die sich hier engagierten. In seinem Abriss fuhr Rolf fort:

"Im HACH-Bulletin 5/90 vom Dezember 1990 wird ein erstes Konzept für ein 'nationales professionelles Sekretariat' vorgeschlagen. Die HACH-Delegiertenversammlung vom 8. Dezember 1990 genehmigt grundsätzlich das Konzept und beauftragt die Gruppe, Kontakte zu weiteren Organisationen aufzunehmen."

Dazu Beat Gerber in seiner Lizentiatsarbeit: Öffnet internen Link im aktuellen Fenster[4]

"Ende 1990 erweiterte sich die Arbeitsgruppe Sekretariat mit Vertretern aus den HuK, der VHELS, der SOH, dem Ursus Club und der HAB." (HuK, Homosexuelle und Kirche; VHELS, Vereinigung homosexueller Erzieher/innen und Lehrer/innen der Schweiz; SOH, Schweizerische Organisation der Homosexuellen; HAB, Homosexuelle Arbeitsgruppen Bern)

Rolf Trechsel in seinem Abriss zur Vorgeschichte von Pink Cross, zugesandt am 19. April 2006 (an Ernst Ostertag):

"Von möglichen Zukunftsvisionen war jene eines Sekretariats zum damaligen Zeitpunkt lediglich eine. Eine andere wurde mit dem Erarbeiten grundsätzlicher Analysen und dem Aufzeigen von daraus zu entwickelnden Zielen durch eine 'separate Gruppe der HACH' angegangen. Das 'hatte direkt nichts mit dem Sekretariat zu tun'."

Diese Gruppe legte im September 1991 ein 20-seitiges "Grundsatzpapier" vor. Es trug den Titel "Ziele für die 90er Jahre, Grundlagen für die Schwulenpolitik auf nationaler Ebene" und umfasste drei Teile.

1. Teil

Im ersten davon ging es um eine Analyse der Situation in der Gesellschaft. Beat Gerber zitierte in seiner Lizentiatsarbeit über die HACH diese "Grundlagen für die Schwulenpolitik" ausführlich:

"Störend (…) ist, dass nicht der Gebrauch von Gewalt oder die Verletzung eines Selbstbestimmungsrechts bestraft wird, sondern geschlechtliche Handlungen als solche. Das hat Auswirkungen auf die Einstellung der Bevölkerung gegenüber der Sexualität." Öffnet internen Link im aktuellen Fenster[5]

"Offen gelebte Homosexualität 'verletzt ein Tabu und ist deshalb grundsätzlich unangenehm. Lesben und Schwule konfrontieren Heterosexuelle wohl oder übel immer wieder mit der tabuisierten, auf den heimlichen Geschlechtsakt reduzierten Sexualität. Die Tabubrecher werden insgeheim beneidet. Sie halten sich nicht an die Regeln. So phantasiert man, dass gerade ihr Sex ganz besonders wild und geil sein muss." Öffnet internen Link im aktuellen Fenster[6]

2. Teil

Im zweiten Teil ging es um die Stärken und Schwächen der HACH: Öffnet internen Link im aktuellen Fenster[7]

"Nach zwanzig Jahren haben aber doch einige Gedanken der frühen Protestbewegung Verbreitung gefunden. (…) Es arbeiten heute auch schwule Organisationen zusammen, die sich in der Vergangenheit streng voneinander abgrenzten." Öffnet internen Link im aktuellen Fenster[8]

"Die Schwächen wurden primär darin gesehen, dass es den HACH - welche nur knapp 1000 organisierte Schwule repräsentiere - nicht gelungen sei, sich als Vertretung aller Schwulen zu etablieren. (…) Die Schwulen schrecken vor dem Ruf der ideologisch geprägten, elitären Provokateure zurück." Öffnet internen Link im aktuellen Fenster[9]

3. Teil

Der dritte Teil des 20-seitigen Grundsatzpapiers galt den "Zielen einer nationalen Schwulenpolitik": Öffnet internen Link im aktuellen Fenster[10]

"Folgende fünf Grundsätze sollten die Leitlinien für die Schwulenpolitik bilden: Öffnet internen Link im aktuellen Fenster[11]

  1. Selbstbewusstsein der Schwulen stärken
  2. Politisches Bewusstsein fördern
  3. Zusammenhänge aufzeigen
  4. Solidarisch handeln
  5. Zusammenarbeit suchen

Aufgrund der Lageanalyse (…) zeigten sich für die Autoren des Berichts elf Hauptziele, welche die Schweizer Schwulen in den nächsten Jahren auf nationaler Ebene angehen sollten: Öffnet internen Link im aktuellen Fenster[12]

  1. Q.8 ContainerStrukturreform der (…) Schwulenbewegung: (…) Gründung einer breiter abgestützten Dachorganisation (…), ein professionelles 'Schwulen-Sekretariat', (…) Gründung von neuen Schwulengruppen aller Art (…).
  2. Reformen in der eidgenössischen Gesetzgebung: (…) Lebensgemeinschaften-Politik, die Antidiskriminierungsgesetzgebung, (…). Bildung von schwulen Untergruppen in Parteien und Gewerkschaften.
  3. Aktive Aids-Politik: Neben (…) den Aids-Hilfen sollte eine 'nationale schwule Aids-Politik' gefordert und teilweise selber durchgeführt werden.
  4. Aufklärung nach aussen: (…) in Medien, (…) Parteien, Parlamenten, (…) Schulen (…) sollten Vorurteile (…) abgebaut werden.
  5. Aufklärung nach innen: (…) Bekämpfung von Ausgrenzung innerhalb der schwulen Gemeinschaft (…) Coming-out-Hilfen.
  6. Meinungsbildung intern: (…) Schaffung einer Dokumentationsstelle (…).
  7. Kulturförderung: (…) Unterstützung schwuler Kultur als Teil der schwulen Identität.
  8. Forschung: Unterstützung der Forschung zu schwulenspezifischen Themen.
  9. Werbung bei den Schwulen: Laufende Information über Erfolg und Ziele der Schwulenbewegung (…), um (…) längerfristig (…) eine ideelle und finanzielle Basis für die Weiterarbeit zu erreichen.
  10. Internationales Engagement: (…) Zusammenarbeit mit der International Lesbian and Gay Association (ILGA) (…) bilaterale Kontakte zu ausländischen Schwulengruppen.
  11. Interessenvertretung für einzelne Schwule: (…) in fachspezifischer Richtung (juristische, medizinische Beratung) oder (…) direkte Verteidigung der Rechte einzelner Personen oder Gruppen.

Die Ergebnisse der entsprechenden Arbeitsgruppen, die "Ziele des Grundsatzpapiers" wie das "Entwickeln des professionellen Sekretariats" konnten nun als sich ergänzende Prozesse zusammengeführt werden. Rolf Trechsel schrieb mir (Ernst Ostertag) dazu am 15. Mai 2008: Öffnet internen Link im aktuellen Fenster[13]

"Das Grundsatzpapier (…) war von einer separaten Gruppe der HACH entwickelt worden und war nicht programmatische Grundlage des Sekretariats. Wir (die Gruppe Sekretariat) wollten ja mit anderen Organisationen zusammenarbeiten und konnten deshalb nicht bereits mit einem Programm daherkommen. Das Leitbild bei der Gründung (von Pink Cross) wurde dann bewusst knapp gehalten und fasste den Konsens zusammen, sodass es darüber gar keine langen Diskussionen gab.

Geistig entsprangen natürlich die beiden Papiere (Leitbild und Grundsatzpapier) der damaligen Situation - einem Bedürfnis nach Neuorientierung. Generell war Pink Cross die Frucht einer Umorientierung in der Gay-Szene, in der angesichts von Aids die Solidarität die bisherigen Sub-Szenen-Grenzen ('Kommerz', 'Politische', 'Christen', 'Ledermänner' usw.) übersprang. Auch der Rückzug des dogmatischen ('linken') Denkens bei den 'Politischen' und die Orientierung Richtung Realpolitik (Öffnung zur politischen Mitte) waren Hintergründe."

Gründung des Vorvereins für ein professionelles Schwulensekretariat Schweiz

Nicolas Wenger, Präsident des Vorvereins zur Schaffung eines Schwulen-Sektretariats
Nicolas Wenger, Präsident des Vorvereins zur Schaffung eines professionellen gesamtschweizerischen Schwulen-Sektretariats, 1991 - 1993

Als Gönner der Bestrebungen für ein Sekretariat und dann als Mitglied des Vorvereins erhielt ich (Ernst Ostertag) regelmässig Informationen und Unterlagen. Sie bilden einen Teil der hier verwendeten Materialien, die Originale sind im Schwulenarchiv Schweiz, sas. (Zum Zeitpunkt der Gründung war ich im Ausland.) Öffnet internen Link im aktuellen Fenster[14]

Eingeladen wurde zu einem "Round-Table Gespräch für ein Schweizerisches Schwulensekretariat", das am 19. Oktober 1991, 14.30 Uhr im Bahnhofbuffet Bern stattfand. Es kamen 41 Personen aus dem Tessin, der Romandie und der Deutschschweiz, 36 davon waren Vertreter von Organisationen und Betrieben, fünf waren Private, die nachher Einzelmitglieder wurden.

Das vom Tagungspräsidenten, Nicolas Wenger, und von Hans-Jörg Nüesch als Tagungsaktuar unterzeichnete Protokoll nannte auch Andreas Widmer, Genf, als Übersetzer.

Die Ziele des Gesprächs umriss Peter Rohrer und erklärte Zweck und Aufgaben des geplanten Sekretariats. Nach ausführlicher Diskussion entschied sich die Versammlung zunächst einstimmig für die Gründung eines Sekretariats, um dann abzuwägen, ob die Organisationsform ein "Trägerverein" oder eine "Dachorganisation" sein solle. Einstimmig wurde schliesslich dem Modell Dachorganisation den Vorzug gegeben. Allerdings einer Dachorganisation mit Einzelmitgliedern. (Modell SOH, Schweizerische Organisation der Homosexuellen, und nicht Modell HACH, Dachorganisation der Homosexuellen Arbeitsgruppen Schweiz, die nur aus Gruppen bestand, welche finanziell zu wenig einbringen konnten.)

Nun war der Weg frei zur eigentlichen Gründung des Vorvereins, dessen Statuten einstimmig angenommen und in Kraft gesetzt wurden. Aus dem ersten Artikel:

"Der Gründungsverein bezweckt den Aufbau einer Organisationsstruktur für ein professionell geführtes, gesamtschweizerisches Schwulensekretariat."

Der letzte Artikel regelte die Auflösung:

"Der Gründungsverein wird aufgelöst, nachdem der Vereinszweck erfüllt ist (…)"

Dann folgten die Wahlen. Mit 28 Ja und 2 Enthaltungen wählten die Anwesenden in corpore 15 Männer in den Vorstand:

Bommer Michael, Zürich
Lord’s Club
Böni Pius, Zürich
Züri-Gay-Fäscht und Sauna Moustache
Brutsch François, Genève
privat, Einzelmitglied
Gyger Thomas, Dübendorf
HAZ (Homosexuelle Arbeitsgruppen Zürich)
Hotz Rolf, Bern
HAB (Homosexuelle Arbeitsgruppen Bern)
Meyenberg Beat, Bern
SOH und Loge 70
Nüesch Hans-Jörg, Bern
privat, Einzelmitglied
Pfister Walter, Zürich
HuK (Homosexuelle und Kirche)
Rohrer Peter, Bern
Sauna Sun-Deck
Sommer Hans, Basel
HABS (Homosexuelle Arbeitsgruppen Basel)
Steger Hanspeter, Zürich
privat, Einzelmitglied
Trechsel Rolf, Bern
SOH, AG Bundespolitik und HACH
Wenger Nicolas, Bern
VHELS (Vereinigung homosexueller Erzieher/innen und Lehrer/innen der Schweiz)
Widmer Andreas, Genève
privat, Einzelmitglied
Wüthrich Christoph, Bern
HAB und HACH

Auch die Revisoren wurden gewählt:

Schenk André, Neuchâtel
Homologay NE
Zibung Carl, Zürich
privat, Einzelmitglied; Mitbegründer des Vereins Club 68 und damit der SOH, erster Redaktor der Zeitschrift club68

Die Sitzung schloss um 17.00 Uhr.

In einer von Nicolas Wenger und Beat Meyenberg verfassten Mitteilung vom Januar 1992, gerichtet an "Gründungsmitglieder und Interessenten", hiess es:

"Was wird in welcher Reihenfolge in nächster Zeit passieren? (…):

  1. Ernennen einer Informationsstelle mit dem Auftrag, Informationsgrundsätze und ein professionelles Werbekonzept auszuarbeiten (bis Frühjahr 1992)
  2. Starten einer Aktion Namensgebung, wobei möglichst viele, allenfalls in Form eines Wettbewerbes beteiligt werden sollen (bis zu den Sommerferien 1992)
  3. Starten einer Bekanntmachungsaktion in und ausserhalb der Schwulenszene (Herbst 1992)

Die Umsetzung dieser Planungen verlangt intensive Arbeit, damit Zeit und vor allem auch Geld. Wir bitten Euch deshalb, uns den Mitgliederbeitrag für 1992 möglichst rasch zu überweisen. (…)

Der Vorstand hat sich wie folgt konstituiert:

Nicolas Wenger
Präsident
Pius Böni
Vizepräsident
Thomas Gyger
Aktuar
Beat Meyenberg
Chef Information
Hanspeter Steger
Kassier
Andreas Widmer
Übersetzer

Die übrigen 9 in den Vorstand Gewählten amteten als Beisitzer."

Pink Cross - Logo
Pink Cross - Logo

An der Generalversammlung vom 5. Dezember 1992 in Basel konnten die Resultate der drei genannten Programmpunkte bekannt gegeben werden. Die Namenssuche hatte zum sofort und überall anerkannten Logo geführt:

PINK CROSS mit dem auffallenden, schräg gestellten rosa "Kreuz" oder Crossing (im Sinne von sich begegnenden, kreuzenden Wegen).

Öffnet internen Link im aktuellen FensterErnst Ostertag, Mai 2008