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Am 6. März 1994 gab der schmaz im Restaurant Cooperativo ein Ständchen zu Ehren des wiedergewählten Zürcher Stadtpräsidenten Joseph Estermann (SP).

Fast zeitgleich hatte am 5. März das zweite abendfüllende Programm Premiere. Am 6. März und eine Woche später fanden weitere Vorstellungen statt, alle im "Theater Westend". Das neue Programm hiess "schmaz im mond". Der Chor sang 23 Lieder und wurde teilweise von einem 4-köpfigen Hornensemble und Daniel Fueter am Flügel begleitet, auch gab es Einsätze mit Chormitgliedern als Solisten. Die szenische Beratung lag wiederum bei Christoph Leimbacher.

Der schwule Männerchor Zürich (schmaz) im März 1994
Der schwule Männerchor Zürich (schmaz) im März 1994, das Programm hiess "schmaz im mond" und hatte im Theater Westend Premiere

Im Verlauf des Jahres erklang "schmaz im mond" auch in anderen Städten und Orten: Aarau, Luzern, Einsiedeln.

Im November erschien die gleichnamige CD.

Im Begleitheft zum neuen Programm "schmaz im mond" schrieb der Vereins-Präsident Urs Guggenbühl:

"Singen gegen Vorurteile.

Wenn sich Sänger in einem Chor mit dem Namen schmaz - schwuler männerchor zürich zusammenfinden, versteht es sich von selbst, dass es ihnen nicht nur darum geht, schöne Lieder zu singen. Ein solcher Chor hat auch eine Botschaft. Der schmaz singt zum Zeichen, dass Schwule wie andere Minderheiten ein Gesicht und eine Stimme haben. Er singt für die Schwulen, die (…) sich nicht getrauen, die eigene Stimme zu erheben, er singt für die anderen, denen Schwule noch immer fremd sind oder die gar immer wieder versuchen, Schwulen den Mund zu verbieten, und natürlich singt er für alle, die schlicht Freude haben an guter Musik, egal ob sie aus schwulen oder anderen Kehlen stammt.

Die Geschichte des schmaz ist bewegt. Die Teilnahme am Eidgenössischen Gesangsfest 1991 in Luzern (…) brachte prompt die höchste Auszeichnung. Ein Jahr später wurde die Mitwirkung des schmaz an der Aufführung der 'Ersten Walpurgisnacht' von Felix Mendelssohn in der Zürcher Tonhalle (…) nur dank einer hauchdünnen Mehrheit im zuständigen Gremium möglich, aber die Begeisterung des Publikums und der Kritiker strafte alle Vorurteile Lügen. Seither ist der schmaz auch mit Mahlers 2. Symphonie unter Mariss Jansons, mit Liszts Faustsymphonie unter Zoltán Peskó und mit dem Deutschen Requiem (Brahms) unter Claus Peter Flor in der Tonhalle aufgetreten.

Der (…) Chor hat sich jedoch nicht nur in der etablierten Musikszene einen Namen gemacht. Dies bewies er mit (…) seinen regelmässigen Solidaritätskonzerten zugunsten von Aids-Organisationen, mit einer Reihe von aussergewöhnlichen Auftritten in Radio und Fernsehen und schliesslich mit seinen bisher zwei abendfüllenden Konzertprogrammen schmaz am wasser und schmaz im mond."

"Zu schwul fürs Kloster"

"Zu schwul fürs Kloster" setzte Martin Abele als Titel über seinen Bericht im AK Anderschume/Kontiki vom Oktober 1994: Öffnet internen Link im aktuellen Fenster[1]

"Es war wohl doch zu unglaublich, um wahr zu werden: Ein Konzert mit dem Schwulen Männerchor Zürich in der Einsiedler Klosterkirche. Geplant war ein Auftritt im Rahmen der traditionellen Einsiedler Herbstkonzerte zusammen mit der Engadiner Kantorei und dem Tonhalle-Orchester. Gegeben werden sollte das Requiem von Brahms, welches in derselben Besetzung (…) mit grossem Erfolg in der Tonhalle aufgeführt worden war.

Die schmaz-Verantwortlichen trauten der Sache nicht so recht und wollten auf Nummer Sicher gehen. Sie fragten an (…). Und tatsächlich: Die klösterlichen Organisatoren erwarteten, dass der Schmaz selbstverständlich auf das Wort 'schwul' im Programm verzichten würde.

Doch da hatten sie sich gewaltig im schmaz getäuscht, für den das offene Auftreten als schwule Sänger eine unverzichtbare Grundhaltung darstellt. So blieb den Organisatoren nur noch die Ausladung und die damit verbundene Absage des Konzerts übrig. Ihre Begründung: 'Wegen des unverständlichen, kompromisslosen Festhaltens (…) an der Zusatzbezeichnung 'schwuler' hat uns das Kloster gebeten, auf die Abhaltung des geplanten Konzertes zu verzichten. (…) Vorab macht uns das Kloster nicht unbegründet darauf aufmerksam, dass die verlangte volle Namensnennung des Männerchors in unseren Werbemitteln bei einem Teil unserer traditionellen Kirchenbesucher und vorab bei den Pilgern, welche unseren Wallfahrtsort besuchen, ungute Wirkungen zeigen wird, was wir als möglich erachten.'

Und nach aussen begründen sie die Absage des Herbstkonzertes damit, die Kirchenbänke müssten renoviert werden…"

"Was haben Sie gegen schwule Sänger, Herr Abt?"

Der Blick vom 4. November 1994 brachte die Überschrift "Was haben Sie gegen schwule Sänger, Herr Abt?" und berichtete: Öffnet internen Link im aktuellen Fenster[2]

"Da verschlägt's einem die Stimme! Morgen sollte eigentlich das (…) Herbstkonzert im Kloster Einsiedeln stattfinden. Sollte - denn der bekannte Zürcher Männerchor 'schmaz' darf nicht singen. Warum? Weil die Sänger schwul sind! Statt feierlicher Töne herrscht morgen Stille in der Klosterkirche. Zum ersten Mal seit 18 Jahren!

(…) Abt Georg Holzherr zu BLICK: 'Die Kirche ist nicht der Ort, an dem besondere Eigenheiten einer bestimmten Gruppe ins grosse Licht gestellt oder zelebriert werden.' Die Kirche dürfe nicht als Aushängeschild für 'solche persönlichen Sachen herhalten'. schmaz-Präsident Guggenbühl schüttelt den Kopf: 'Auf unseren Vereinsnamen verzichten wir nicht. Er ist ja gerade unsere Botschaft. (…) Die katholische Kirche hat den Anschluss längst verpasst.'

Nach den Unterlagen "Aufführungsliste aller Auftritte" von Michael Munz erfolgte die Absage aus Einsiedeln bereits im September. Daher gab der Chor zum Trost für jene, die sich auf das Konzert in der Kirche gefreut hatten, am 16. September "schmaz im mond" in Einsiedeln. Das im Dorf gelegene "Chärnehus" war ausverkauft und ein Team der Sendung "Quer" vom Schweizer Fernsehen war mit dabei. Dieses Team blieb auch, als anschliessend das zweite Lied des Programms, "Viri Galilaei" von William Byrd (1543-1623) im Freien vor der Klosterkirche bei strömendem Regen wiederholt wurde. ("Viri Galilaei", "Männer Galileas", ist - nach Apostelgeschichte 1,11 - ein Teil der Auffahrtsmesse.)

Der neue Abt, Martin Werlen, entschuldigte sich 2002 für die Absage seines Vorgängers.

Eidgenössisches SchwuLesbisches Gesangsfest

Am 26./27. November 1994 fand das erste Eidgenössische SchwuLesbische Gesangsfest in Bern statt. Aus der Vorschau im AK Anderschume/Kontiki vom Oktober 1994: Öffnet internen Link im aktuellen Fenster[3]

"Zum ersten Mal treffen sich (…) die lesbischen und schwulen Chöre der Schweiz zu einem Gesangsfest. Mit von der Partie sind praktisch alle der mittlerweile fast zehn (…) Chöre: Vom etablierten und berühmten 'schmaz' (…) bis zum neugegründeten Lesbenensemble 'Die Quintophonen Krähen' aus Basel. Organisiert wird der Anlass vom initiativen und jungen Chor 'Schwule Berner Sänger Schwubs', der seit gut einem Jahr unter der musikalischen Leitung von Christine Guy steht. Wohl steht das Konzert der Chöre am Samstagabend im Zentrum des Gesangsfestes, aber die vereinigte Berner Gay-Community hat rund um das Konzert herum ein Rahmenprogramm auf die Beine gestellt, das einen Wochenendausflug äusserst attraktiv macht. (…)"

Einige Höhepunkte aus den weiteren Jahren

1995

17. Mai: Ständchen für Regierungsrat Alfred Gilgen bei dessen Abschiedsfeier.

25. Mai (Auffahrt): Teilnahme am 8. Europäischen SchwuLesbischen Chorfestival in Groningen (NL).

9. September: Teilnahme am Ersten Zürcher Kantonalgesangsfest in Uster, wo schmaz das Prädikat "ausgezeichnet" erhält.

1996

12. Mai: Grossmünster Zürich, "Messe des pauvres" von Eric Satie. Im Namen des Arvo Pärt Zyklus mit Singkreis der Engadiner Kantorei, schmaz und Collegium Novum Zürich. Aufführung von Werken verschiedener Komponisten nebst Arvo Pärt.

27. bis 29. September: schmaz mit seinem dritten abendfüllenden Programm "schmazhaft!" im Zürcher Volkshaus. Wiederum wirken Chormitglieder als Solisten mit und Daniel Fueter am Flügel, Christoph Leimbacher als szenischer Berater und (neu) Markus Bühlmann für die choreographische Einstudierung. Die Leitung hat (wie immer) Karl Scheuber. Es folgen weitere Aufführungen in Luzern, Winterthur, Chur und 1997 in Basel und St. Gallen.

1997

16. bis 19. Mai: Teilnahme am 9. Europäischen Schwul-Lesbischen Chorfestival in München, das sich nun "Various Voices" nennt.

6. Juli: Zum Jubiläum 200 Jahre Franz Schubert veranstaltet schmaz eine Schubertiade auf der Halbinsel Au. Solisten (aus dem Chor): Ueli Amacher und Luiz Alves da Silva. Irwin Gage begleitet am Flügel.

25. Oktober: Konzert in Genf zusammen mit dem Genfer Schwulenchor Choeur Homogène.

28. November: Der traditionelle Aids-Gottesdienst mit schmaz (stets Anfang Dezember) findet diesmal als Aids-Benefiz-Konzert (des Migros-Aids-Netzwerkes) in der Zürcher Johannes-Kirche statt.

1998

23. und 25. Januar: Konzert mit Werken von Othmar Schoeck, Claude Debussy, Leos Janácek und Benjamin Britten als Coproduktion mit dem Winterthurer Stadtorchester. Aufführung im Zürcher Fraumünster und im Stadthaus Winterthur.

5. September: 150 Jahre Zürcher Musik. Open-air auf dem Münsterhof mit vielen anderen Musikern und Formationen zusammen, gestaltet als Zeitreise durch diese 150 Jahre. Regie: Daniel Fueter.

20. November: Premiere des vierten abendfüllenden Programms "schmaz ahoi!" im Volkshaus Zürich. Es handelt sich um eine fröhlich-frivole szenische Umsetzung von musikalischem "Seemannsgarn" in vielen möglichen Variationen. Das Programm zitiert dazu u.a. einen Satz von Wystan H. Auden, mit dem sich Erika Mann 1935 verheiratet hatte, um an einen britischen Pass zu kommen:

"Es ist kein Zufall, dass viele Homosexuelle den Matrosen so sehr lieben, denn der Seemann an Land symbolisiert den unschuldigen Gott auf dem Meer, den die Gesetze des Festlandes nicht binden und der deshalb frei von Schuld handeln kann."

Konzept: Dominik Flaschka, Corinne Hügli und Christian Knecht, Musikalischer Leiter und Pianist: Karl Scheuber (teilweise in der Maske der Sektenführerin Uriella), Regie: Dominik Flaschka, Bühnenbild: David König. Weitere Aufführungen finden im Volkshaus, in Winterthur sowie im Januar 1999 in Arbon und Luzern statt.

1999

27./28. August: Johann Wolfgang Goethes 250. Geburtstag. schmaz beteiligt sich an den Festlichkeiten in Frankfurt am Main und singt im Stil der Liedertafel und in Kostümen um 1900 stündliche Ständchen mit Goethevertonungen.

13. bis 15. November: CD-Aufnahmen zu "schmaz die zweite". Im Begleitheft dazu schreibt Peter Kyburz als schmaz-Präsident:

"10 Jahre schmaz - das sind vier eigene, abendfüllende Programme, diverse Einstudierungen von grossen Chorwerken mit Orchestern (…); Teilnahme an nationalen und kantonalen Choranlässen; (…) Beiträge zur schwulen Gemeinschaft und Engagement für Projekte im Aids-Bereich. In unserer ereignisreichen Geschichte haben wir uns zu einem der grössten und vielseitigsten Männerchöre der Schweiz entwickelt."

2000

26. März: Im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten des KKL (Kongress- und Kulturzentrum Luzern) tritt schmaz im "Kongress der Stimmen" auf.

1. Juni: Eröffnung der schwul-lesbischen EuroGames in Zürich mit einem Beitrag des schmaz.

2001

4. Mai: Premiere von "schmazTell", dem fünften abendfüllenden Programm im Zürcher Volkshaus. Es handelt sich um eine Neuinterpretierung von Gioacchino Rossinis Oper "Guillaume Tell". Thomas Fischer hat die Musik auf ein 5-köpfiges Jazz-Combo arrangiert (Saxophon, Gitarre, Schlagzeug, Kontrabass und Keyboard) und unter der Regie von Dominik Flaschka erlangt das Tell-Drama in sieben Szenen mit elf Hauptpersonen (Sängern aus dem Chor, auch in den weiblichen Parts) und wechselnden Statisten (Chor) eine neue, packende Präsenz.

Weitere Aufführungen gibt es sowohl im Volkshaus wie in Luzern und Winterthur.

Der (damalige) Bundespräsident, Moritz Leuenberger (ZH, SP), schickt ein "Aufgebot" an den schmaz, er solle anlässlich des Staatsbesuches von Vaclav Havel am Nachmittag des 29. Juni auf der Rütliwiese (UR) die Rütli-Szene aus "schmazTell" vortragen, was nach der Ansprache des Präsidenten der Tschechischen Republik zur allgemeinen Freude durchgeführt wird.

Das 10. Europäische Schwul-Lesbische Chorfestival "Various Voices" findet vom 20. bis 26. Mai mit 69 Chören in Berlin statt. Am 24. Mai tritt der schmaz im Haus der Kulturen der Welt auf. Über Vermittlung des schmaz-Sekretärs Marcel Bächler empfängt Botschafter Thomas Borer den ganzen Chor in der Schweizerischen Botschaft.

2002

29. März: Karfreitagskonzert im Grossmünster mit Uraufführung der Judas Passion von Daniel Fueter (Musik) und Jürg Jegge (Text), ebenfalls im Programm: "Lamentationes" von Giovanni Pierluigi, genannt Palestrina (1525-1594).

Bei Kirchenkonzerten und Aids-Gottesdiensten wirkt fast immer der bekannte Musiker und Organist Pater Theo Flury aus Einsiedeln mit. Ein Proben-Wochenende für solche Konzerte findet auch regelmässig, zusammen mit dem Singkreis der Engadiner Kantorei, im Gemeindehaus Einsiedeln statt. Via schmaz-Sekretär Marcel Bächler, selber ein Innerschweizer, kommt es zur Begegnung mit dem neuen Abt, Martin Werlen, der sich anschliessend für die Absage von 1994 durch seinen Vorgänger entschuldigt.

2003

29. Mai bis 1. Juni in Zürich: Ein kleineres SchwuLesbisches Chorspektakel soll es sein. Dies in Erinnerung ans vor 10 Jahren abgehaltene 7. Europäische SchwuLesbische Chorspektakel in Zürich und auch als Jubiläum für "10 Jahre Pink Cross". Doch es wird mehr daraus.

Es gibt zwei Konzertabende im Volkshaus und den abschliessenden dritten in der Tonhalle, wo der "Musikalische Schlusspunkt mit allen Chören" stattfindet. Vor diesem "Schlusspunkt" hält alt Stadtpräsident Josef Estermann eine Laudatio zum Pink Cross Jubiläum, während François Baur, Pink Cross-Präsident, sich schriftlich im Programmheft dazu äussert.

Mitwirkende nebst dem schmaz sind drei Chöre aus Köln: "Die fetten, koketten Soubretten", die "Rheintöchter" und die "Zauberflöten". Und auch die folgenden Ensembles treten auf: "Berliner Damenchor", "Frauenchor unerhört" aus Bern, Frankfurter "Mainsirenen", "Schola Cantorosa" aus Hamburg, "Schwuler Männerchor Kiel", die "Philharmoniker" aus München und "MéloMen", Paris.

Im Grusswort des 34-seitigen Programmhefts schreibt Stadtpräsident Elmar Ledergerber (SP) u.a.:

"Die Geschichte schwuLesbischer Chöre ist zumeist auch die Geschichte vom phantasievollen und stimmlichen Einsatz für gesellschaftliche Anerkennung und Gleichberechtigung. Ein solches Chorspektakel bedeutet im besten Sinne des Wortes, den Anliegen der Schwulen und Lesben eine Stimme zu geben, sich zu engagieren, unkonventionell, lustvoll und manchmal auch streitbar, gleichsam als Gesamtkunstwerk mit einer 'Ode an die Eigenständigkeit'. Dies kommt nicht zuletzt darin deutlich zum Ausdruck, dass der musikalische Schlusspunkt der Liebe und dem Frieden gewidmet ist."

Im selben Programmheft weist der schmaz auf seinen nächsten grossen Auftritt vom Oktober/November 2003 hin: Öffnet internen Link im aktuellen Fenster[4]

" 'Schubert-Abend' nennt der schmaz sein neues Projekt. Schubert stand am Anfang unserer Probenarbeit und hat uns all die Jahre begleitet. (…) Zwei bekannte Künstler haben sich bereit erklärt, im Programm mitzuwirken: Irwin Gage der weit gereiste Begleiter und Hochschuldozent, übernimmt den Klavierpart. Franz Hohler, der Kabarettist und Schriftsteller, wird uns mit seinen Texten auf den Schubertschen Reisephantasien begleiten. Wir als Chor bewegen uns zwischen den beiden Polen Text und absolute Musik, vielleicht vermittelnd, vielleicht kommentierend, vielleicht auf Widersprüche hinweisend. Dabei hilft uns als szenischer Koordinator der Leiter des Hechtplatztheaters Dominik Flaschka (…)."

"Ein Schubert-Abend" im Volkshaus wird vom 30. Oktober bis 2. November 2003 zum grossen Ereignis und findet später auch in Winterthur, Chur und Amriswil (TG) viel Beachtung. Dazu Rico Bandli im Blick vom 1. November: Öffnet internen Link im aktuellen Fenster[5]

"Eigentlich macht Franz Hohler dieses Jahr eine Bühnenpause. Für den (…) schmaz macht er eine Ausnahme. (…) Komponist Franz Schubert (1797-1828) wurde zu Lebzeiten verkannt. (…) Der Schwule Männerchor zollt dem Romantiker den Respekt, den er verdient: Schlicht, elegant und jenseits von volkstümlicher Schenkelklopf-Ästhetik singt der 45-köpfige Chor unter Leitung von Karl Scheuber gemeinsam mit Pianist Irwin Gage und Tenor Roger Widmer die mehrstimmigen Lieder. (…) Die Würze des Abends ist Franz Hohler. Zwischen den einzelnen Stücken liest er seine oft absurden Kurzgeschichten (…)."

Die NZZ vom 1./2. November 2003 titelt ihre Besprechung mit "Ferne Idylle und Gegenwart". Ihr Kritiker "azn." schreibt u.a.: Öffnet internen Link im aktuellen Fenster[6]

"Mit Prägnanz und dramatischem Gespür wurden Inhalte hinter dem Notentext freigelegt, und das ist das Beste, was diesen teilweise unglaublich guten Werken passieren kann. Franz Hohler liess sich von Bildern in der von Schubert vertonten Lyrik (…) inspirieren. Die unserer Zeit fernen Dichtungen (…) erhielten plötzlich neue, frappierende Kommentare. Einfache, doppelbödige Geschichten wurden erzählt, die eine eigene Poesie entfalteten. En grosser Abend (…)."

Von diesem Programm stellt der schmaz eine CD her.

2004

9. April: Karfreitagskonzert im Grossmünster. Zusammen mit dem Singkreis der Engadiner Kantorei kommen das "Stabat Mater" von Gioacchino Rossini und "De profundis" des Böhmischen Musikers Jan Dismas Zelenka (1679-1745) zur Aufführung.

Nach einem Klavierstück von Leos Janácek, "Auf verwachsenem Pfade", nennt der schmaz sein Konzert mit "Chormusik aus dem Osten" (Janácek, Bartok, Dvorak, Kodaly und Strawinsky). Er gibt es zum 150. Geburtstag von Janácek am 24. Juni in der Zürcher Wasserkirche und am 27. Juni im Schloss Hallwyl (AG).

13./14. November: Premiere des neuen (fünften) abendfüllenden Programms "The English Songbook" im Zürcher Schulhaus Hirschengraben (Aula) mit Irwin Gage (Piano) und Maximilian Näscher (Schlagzeug). Weitere Aufführungen des ganzen oder teilweisen Programms folgen in Luzern, Schaffhausen, Weinfelden (TG) und 2005 im Rahmen des schwullesbischen Kulturmonats "Warmer Mai" im Zürcher Volkshaus und im September desselben Jahres auch in Wädenswil (ZH).

Aus dem Programmheft:

"Englischer Chorgesang? - In der Wahrnehmung vieler tut sich zwischen Händels Hallelujah und den Beatles eine grosse Lücke auf. (…) Mit dem Programm (…) betreten auch die schmaz-Sänger Neuland, angeregt - oder besser: verführt - von Irwin Gage (…). Die Vielfalt der Formen und Besetzungen in diesem Songbook ist gross: Vom Chorlied zur kleinen Kantate reicht sie, von der Ballade zum Folksong, vom vorweihnachtlichen Carol bis zum Sprechchor."

2005

25. März: Karfreitagskonzert im Grossmünster mit Werken von Arthur Honegger: "La Danse des morts" und Francis Poulenc: "Stabat Mater".

20. September: Auftritt im Rahmen der Verleihung des "Kunstpreises der Stadt Zürich" an Franz Hohler (im Schauspielhaus).

2006

11. März: Premiere des sechsten abendfüllenden Programms "schmaz am Berg" im Miller's Studio, Zürich. "schmaz am Berg" wird wieder etwas für Aug und Ohr zugleich, denn es ist als Konzert mit durchgängig choreografierten Szenen konzipiert. Nach mehreren Aufführungen im Miller's Studio geht es auf Tournee nach Amriswil (TG), Liestal (BL), Winterthur und Chur.

12. November: Zum Mozart-Jubiläumsjahr singt der schmaz im Saal der Musikhochschule Zürich (Konservatorium) ein heiter-frivoles Programm mit bekannten und weniger bekannten Werken von Mozart, Haydn und Salieri. Es wirken auch ein Solist (Tenor) und ein Akkordeon-Spieler mit. Davon entsteht die CD "Mozart-Akkorde-on schmaz".

2007

6. April: Karfreitagskonzert im Grossmünster zusammen mit dem Singkreis der Engadiner Kantorei, dem Ensemble Postmodern und Solisten. Zur Aufführung kommen moderne Werke: "Archipelago" von Valery Voronov, "De profundis" für Akkordeon von Sofia Gubajdulina und "Requiem" von Alfred Schnittke. Mit Archipelago gelangt ein Karl Scheuber gewidmetes Stück mit Soli, Chor und Instrumentalensemble zur Uraufführung. Auch von diesem Konzert entsteht eine CD.

Öffnet internen Link im aktuellen FensterErnst Ostertag, Juni 2008