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Die Gründung der Heinrich Hössli Stiftung

Der Weg zur Gleichstellung

2007 bis 2009

An der Vereinsversammlung (GV) vom 8. September 2007 in der Universität Lausanne konnte der Präsident, Franco Battel, berichten, dass (laut Protokoll):

"Dank der Arbeit unseres Mitgliedes Pierre André Rosselet" die Steuerbefreiung für Spenden/Zuwendungen an den Verein sas erlangt werden konnte.

Die Wahlen brachten die Bestätigung aller bisherigen Vorstandsmitglieder und Ressort-Verantwortlichen, der zurücktretende Revisor Röbi Rapp wurde durch Oliver Thiele ersetzt.

Das wichtigste Traktandum der Vereinsversammlung (GV) vom 12. April 2008 in der Kartause Ittingen bei Warth (TG) war die Gründung der Heinrich Hössli Stiftung. Das dazu nötige Geld kam aus dem Nachlass eines ehemaligen Kreis-Abonnenten, R.S. An der GV 2005 weilte er noch als Gast unter uns und wir (Röbi Rapp und Ernst Ostertag) tauschten Erinnerungen an gemeinsam besuchte KREIS-Feste in den 50er Jahren. Franco Battel betreute ihn schon damals und tat dies weiterhin regelmässig. Da R. sehr einsam und auch mehr und mehr hilfsbedürftig war, organisierte Franco Battel jede nötige Hilfe.

Im Protokoll schrieb René Hornung u.a.:

"R.S. schenkte dem Verein 100'000 Franken. Der Vorstand schlägt der Versammlung vor, diese Zuwendung zur Gründung der lange geplanten Stiftung zu verwenden. (…) Bei der Gründung soll das Stiftungskapital Fr. 50'000 betragen - dieses Geld bleibt unantastbar. Die Stiftung erhält in einem zweiten Schritt Fr. 50'000 als 'konsumierbare' Eigenmittel.

Der vorliegende Entwurf für eine Stiftungsurkunde und ein Stiftungsreglement (ausgearbeitet von Pierre André Rosselet und vom Vorstand angepasst) wird genehmigt."

Aus der Stiftungsurkunde

Aus der Stiftungsurkunde, genehmigt an der Vereinsversammlung (GV) vom 12. April 2008:

Name: Heinrich Hössli Stiftung, Stiftung für Homosexualität in Kultur und Geschichte

Sitz: Zürich

Stiftungszweck: Die Stiftung fördert die Sammlung, Erhaltung, Erschliessung, Zugänglichmachung und wissenschaftliche Auswertung von Quellen, Gegenständen und Werken zur Geschichte, Kunst und Kultur von Menschen mit gleichgeschlechtlicher Orientierung. Die Stiftung kann auch Projekte unterstützen, welche zum Ziel haben, das Verständnis für gleichgeschlechtlich orientierte Menschen zu fördern.

Die Stiftung verfolgt weder Erwerbs- noch Selbsthilfezwecke.

Stiftungsrat: Der Stifter ernennt folgende Personen als Mitglieder in den ersten Stiftungsrat:

Franco Battel

René Hornung

Beat Frischknecht

Ernst Ostertag

Patrik Schedler

Rolf Thalmann

Heinz Zumbühl

Weitere Mitglieder des Stiftungsrates werden später, auf Grund der Bestimmungen im Reglement, bestellt.

Das Stiftungsreglement wurde an der Vereinsversammlung (GV) vom 12. April 2008 durchbesprochen und genehmigt.

Die geschaffene Stiftung und die Steuerbefreiung von Stiftung und Verein bedingten eine Anpassung der Statuten des Vereins sas, schwulenarchiv schweiz. Auch diese neuen Statuten wurden genehmigt. Der Zweckartikel beispielsweise ist neu identisch mit jenem der Stiftung. Dazu kamen Artikel über die Verwendung der Mittel:

"Der Verein kann der Heinrich Hössli Stiftung die Vermögensüberschüsse zur freien Verfügung überschreiben.

Archivalien, die in den Besitz des Vereins gelangen, werden der Heinrich Hössli Stiftung übergeben."

Es bleibt anzufügen, dass alle die Heinrich Hössli Stiftung betreffenden und an der GV genehmigten und verabschiedeten Vereinbarungen und Beschlüsse erst rechtskräftig werden, wenn die entsprechenden Behörden des Bundes oder Kantons die Gründung einer Stiftung dieses Namens bestätigt und in Kraft gesetzt haben. Dies geschah am 9. Juli 2009 mit der rechtskräftigen Eintragung der Stiftung ins Zürcher Handelsregister.

Mit dieser Stiftung erhält das schwulenarchiv schweiz (und sein Verein) 16 Jahre nach der Gründung jene von Anfang an geplante solide Basis, die, weiterhin in enger Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Sozialarchiv, für eigene Entwicklungen und vor allem grössere Zuwendungen unabdingbar ist. So entsteht nun ein Hort für schwulengeschichtlich relevante Materialien aller Art. Und daraus hervorgehend wäre ein zukünftiges Schwules Museum mit Ausstellungsräumen und weiter Ausstrahlung denkbar. Diesbezügliche Wünsche und Vorstellungen gibt es schon länger.

Öffnet internen Link im aktuellen FensterErnst Ostertag, Juni 2008