Newsletter 14

Februar 2011

Diese Ausgabe enthält folgende Themen:

  • Zweite GV des Vereins schwulengeschichte.ch
  • CV Rolf Trechsel
  • Kolumne: Revision des StGB und die Folgen
  • Neu: Newsletter-Archiv

   

Zweite GV des Vereins schwulengeschichte.ch

Rolf Trechsel

Rolf Trechsel 1994

Rolf Trechsel. Quelle: Ausschnitt aus dem Foto Rolf Trechsel (ID: 0247b).

Urheber
Fotograf: unbekannt
Herausgeber
Besitzer: Sammlung Rolf Trechsel, Zürich
Rechte
© Rolf Trechsel, Zürich
Sammlungs Nr.
ID: 0247a
Rolf Trechsel

si. An der zweiten GV des Vereins schwulengeschichte.ch wurde Rolf Trechsel als Präsident gewählt. Er übernimmt das Amt von Ernst Ostertag, das dieser seit der Gründung innegehabt hat. Ernst wird sich in der Folge vor allem um die Inhalte kümmern.

Ebenfalls wurde Stephan Inderbitzin neu in den Vorstand gewählt, er ist zuständig für die technischen Belange rund um die Website.

  

CV Rolf Trechsel

rt. Rolf Trechsel ist 52 Jahre alt und hat sein Studium der Schweizergeschiche an der Universität Bern abgeschlossen. Er befasste sich bereits als Student mit der Verfolgung von Homosexualität im 18. und 19. Jahrhundert. 

Nach dem Lizenziat war er als Redaktor einer Zeitung und einer Nachrichtenagentur tätig und baute 1994 als Geschäftsleiter das damals neue Schwulenbüro von Pink Cross auf. Parallel dazu bildete er sich zum dipl. Public-Relations-Berater weiter. 2000 wurde er Leiter Kommunikation des Kaufmännischen Verbandes Schweiz, berufsbegleitend besuchte er einen Lehrgang in Fundraising, den er mit dem Diplom VMI abschloss.

Am 1. Mai 2010 machte er sich als Kommunikationsberater selbständig.

 

Revision des StGB, Rolf Trechsel und das entscheidende Hearing vom 16. August 1988

eos. "Hearing der Nationalratskommission und der plötzliche Durchbruch" heisst das ganze Kapitel in unserer Website.

Wenn man bedenkt, dass die SOH (Schweizerische Organisation der Homophilen) 1972 von einer Nationalratskommission zur Revision StGB (Schweizerisches Strafgesetzbuch) vernahm und sofort eine Arbeitsgruppe einsetzte, um hier mitsprechen zu können, dann wird klar, dass "plötzlicher Durchbruch" 16 Jahre später eher ironisch wirkt.

Dabei ging es um die Aufhebung jener 1929 und 1931 gemachten Kompromisse an die Gegner jeder Liberalisierung von Strafbestimmungen gegen Homosexuelle. (Sie wurden schon damals von aufgeschlossenen Politikern und Wissenschaftern als faule Kompromisse verstanden.) Aufgehoben werden sollten:

  • Ungleiches Schutzalter
  • Ungleiche Behandlung von heterosexueller und homosexueller Prostitution
  • Unzeitgemässe Begriffe und Bestimmungen wie "Verführung", "widernatürliche Unzucht"
  • Totale Sanktion von Homosexualität im Militärstrafgesetz

Es dauerte sehr lange, bis sich eine Grundstimmung bei Politikern zu etablieren begann, welche diese Ungleichheiten nicht nur erkannten, sondern auch beseitigen wollten. Nur unermüdliche, jahrelange Arbeit aller homosexuellen Gruppierungen brachte das nötige Umdenken zustande.

Nun konnte sich im März 1987 eine "AG (Arbeitsgruppe) Bundespolitik" der HAZ (Homosexuelle Arbeitsgruppen Zürich) bilden. Eines der Gründungsmitglieder war Rolf Trechsel. Aus dieser Gruppe - sie hatte sich inzwischen zur nationalen Gruppierung geweitet - entstanden Kontakte zu gewissen Mitgliedern des Nationalrats. So kam es zum entscheidenden Hearing in Bern.

Einziger Sprecher seitens der Homosexuellen war dabei der AG Bundespolitik-Vertreter Rolf Trechsel. Er übergab mir (Ernst Ostertag) seine Unterlagen, damit ich dieses Kapitel aufzeichnen konnte.

Die Tatsache, dass es unter Politikern einige gab, die sich schwulen Anliegen gegenüber offen zeigten, war eine absolut neue Erfahrung. Wer sachlich und fundiert argumentierte, wurde angehört und konnte Einfluss auf wichtige Entscheidungen nehmen. Die bestehenden Organisationen und Arbeitsgruppen konnten effiziente nationale Schwulenpolitik nicht so durchführen, wie es die neue Situation erforderte. Das konnte nur ein von allen getragenes professionelles Schwulensekretariat tun. So setzte man sich zusammen und über einen Vorverein entstand 1994 die neue Dachorganisation Pink Cross mit ihrem ersten Geschäftsleiter Rolf Trechsel, der das Amt bis 2000 führte.

Hier der Link zum Bericht über das entscheidende Hearing vom August 1988.

 

Neu: Newsletter-Archiv

si. Für alle, die unsere früheren Newsletters verpasst oder den Newsletter noch nicht abonniert haben, wurde ein Newsletter-Archiv geschaffen.

Es kann hier eingesehen werden. Die Aktualisierung erfolgt regelmässig, immer zwei Monate nach Erscheinen jedes Newsletters.