ab 1993

Verein sas

schwulenarchiv schweiz

Hella von Sinnen

Hella von Sinnen

Hella von Sinnen vor ihrem Auftritt. 7. Europäisches SchwuLesbisches Chrospektakel in Zürich, Mai 1993. Quelle: Das Buch zum 7. Europäischen Chorspektakel, Mai 1993, schmaz, Schwuler Männerchor Zürich.

Urheber
Foto: Pia Zanetti
Herausgeber
Besitzer: schmaz, Schwuler Männerchor Zürich
Rechte
© schmaz, Schwuler Männerchor Zürich
Sammlungs Nr.
ID: 3123
Hella von Sinnen vor ihrem Auftritt

Mit dem Ende des KREIS und der Vernichtung seines Archivs war den Gründern der Nachfolge-Organisation Club 68 / SOH (Schweizerische Organisation der Homophilen) klar: So etwas darf nie wieder geschehen!

Die Lage war nicht mehr so bedrohend wie damals, als der KREIS gegründet wurde (Nazi-Deutschland und Krieg). Die Auflösung einer Organisation von Homosexuellen erforderte kaum mehr ein rigoroses Auslöschen aller Unterlagen und sonstigen Materialien. Eine entsprechende Bestimmung, wie sie im KREIS bestanden hatte, wurde nicht in die Statuten oder internen Verordnungen von Club 68 / SOH aufgenommen. Das Vereinsarchiv der neuen Organisation sollte an einem geschützten (privaten) Ort gelagert bleiben, bis sich eine bessere Lösung ergeben würde. So lautete damals - im Winter 1967/1968 - die mündliche Vereinbarung. Als Fernziel stand ein "Archiv Homophilie in der Schweiz" auf der Wunschliste.

Vorerst aber blieben alle Dokumente, Briefe, Manuskripte und anderen Materialien bei den einzelnen der nun neu entstehenden Gruppierungen oder in privaten Händen. Bücher und Zeitschriften konnten später im Begegnungszentrum der HAZ (Homosexuelle Arbeitsgruppen Zürich) abgegeben werden und kamen dort in die Leihbibilothek oder lagerten verschlossen in einem Schrank mit wertvollen Beständen. Diese wurden später ins sas (Schwulenarchiv Schweiz) überführt.

Erst mit der Gründung von z&h, der Gruppe "zart&heftig" von schwulen Studenten der Zürcher Hochschulen, entstand 1989 die Idee eines Schwulenarchivs, das in Verbindung mit dem bereits vorhandenen Schweizerischen Sozialarchiv zu errichten wäre. Denn jetzt war es möglich, Studien über Homosexualität und Schwulenemanzipation als Lizentiats-Themen zu wählen, ohne zurückgebunden oder gar - wie bis um 1960 - von der Schule weggewiesen zu werden. Für ihre diesbezüglichen Arbeiten nutzten Studenten die Bestände des Sozialarchivs, das eine Abteilung Homosexualität führte.

Zwei Studenten setzten vier Jahre später die Idee einer eigenen Sammelstelle "Homosexualität" um, nahmen Verhandlungen mit dem Sozialarchiv auf und gründeten schliesslich den Verein sas, schwulenarchiv schweiz.

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Ernst Ostertag, November 2011