ab 1990

Selbstbewusste Vereine

Überblick

In den 90er Jahren entstehen neue Vereine für Schwule und teilweise für Lesben und Schwule gemeinsam. Sie haben klare Ziele und treten selbstbewusst an die Öffentlichkeit, sei das als Männerchor, als Verein und Stiftung zur Archivierung von Dokumenten und Materialien der Schwulengeschichte, als Veranstalter von Filmfestivals, kulturellen Events, als Vereinigung von schwulen Führungskräften in Wirtschaft, Politik und Kultur, als Organisatoren von Grossanlässen wie CSD und Gay Pride, als gewerkschaftsähnliche Gruppierungen, die sich für Gleichberechtigung in der Arbeitswelt einsetzen oder als Verein von Eltern mit homosexuellen Töchtern und Söhnen. Zudem entsteht eine grosse Zahl von Vereinen im Bereich Freizeit und Sport, etwa in Leichtathletik, für Wassersportarten, Wandern, Wintersport, Motorradfahren, Tanz oder Ballsport etc.

Gesamthaft sind es sehr viele Gruppierungen mit den verschiedensten Zielsetzungen. In der Ausstellung "unverschämt - Lesben und Schwule gestern und heute" vom Winter 2002/2003 im Zürcher Stadthaus kamen sie mit den sechs Farbbändern der internationalen Homosexuellen-Fahne (rot, orange, gelb, grün, blau, violett) und dem Sammelbegriff "Regenbogenkultur" zur Darstellung.

Wir wählen hier zunächst drei aus. Später kommt noch ein Beispiel aus der Arbeitswelt und die Eltern-Vereinigung in je einem gesonderten Kapitel hinzu. Diese fünf Organisationen oder Gruppierungen spielen zwar unterschiedliche, aber gesamtschweizerisch und politisch dennoch aktive und wichtige Rollen in der Homosexuellen-Emanzipation ab 1990.

Alle fünf Vereine sind relativ jung. Systematische historische Rückblicke oder Würdigungen sind noch nicht möglich. Die ihnen gewidmeten Kapitel beleuchten daher lediglich die Gründungsgeschichte und gewisse besondere Episoden und Aktionen, mit denen sie in die Öffentlichkeit traten.

Unter dem Gesamttitel "Selbstbewusste Vereine" handelt es sich in den folgenden Kapiteln um eine Darstellung

  • des Schwulen Männerchors Zürich, schmaz
  • des Schwulenarchivs Schweiz, sas, mit seiner Heinrich Hössli Stiftung
  • des Vereins NETWORK, gay leadership

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Ernst Ostertag, Oktober 2011