1997-2000

Pink Apple - schwullesbisches Filmfestival

2022 ist das Jahr der 25. Ausgabe von Pink Apple. Zu diesem Anlass gestalteteten Daniel Bruttin, Mitinitiator des Projekts und Autor dieser Website, und Madeleine Marti von www.lesbengeschichte.ch eine Ausstellung im Helmhaus Zürich. Der Text auf dieser Website entstand aus dieser Zusammenarbeit.

Das Filmfestival nahm seinen Anfang 1997 auf dem Land, in Frauenfeld. Unzufrieden mit den mangelnden Möglichkeiten, andere Schwule in der näheren Umgebung zu treffen, schlossen sich zuerst ein paar Männer zusammen, um ein Filmfestival zu veranstalten. Sie wollten Homosexualität im Thurgau sichtbar machen und einen unkomplizierten Treffpunkt ermöglichen.

Im Protokoll der ersten Sitzung steht zu lesen:

"Es sind keine Lesben an dieser Sitzung. Wir fänden es gut, wenn sie im Programm vertreten sind, wollen aber nicht als Männer Frauenfilme auslesen."1

Es sollte von Anfang an ein schwullesbisches Filmfestival sein.

Als in Zürich die Vorbereitungen liefen für die Eurogames 2000, wurden die Veranstalterinnen und Veranstalter aus der Provinz angefragt, ein Filmfestival auch in der grossen Stadt zu organisieren. Sie taten das mit grossem Erfolg.

Frauenfeld deshalb aufgeben, kam nicht in Frage. Die Sichtbarkeit auf dem Land bleibt ein Anliegen von Pink Apple. Das Festival gehört zum kulturellen Leben Frauenfelds, ist aber auch nicht mehr aus der Kulturagenda Zürichs wegzudenken.

 

 

Hans Peter Waltisberg, April 2022

Quellenverweise
1

1. Thurgauer Schwul-lesbisches Filmfestival 1998 Protokoll der ersten Sitzung vom 2. September 1997, Pink Apple Archiv