Beratung
Queer Officers
Beratung
Die QueerOfficers verstanden sich von Beginn an als Anlaufstelle für Menschen, die wegen ihrer Homosexualität im Militär Probleme haben oder solche befürchten. Tatsächlich wird diese Anlaufstelle aber nur selten genutzt. Glücklicherweise, wie Beat Steinmann, erster Präsident des Vereins, meint, er sieht dies als Indiz, dass die Probleme nicht mehr so gross sind.
In der Regel erhalten Anrufende den Rat, mit erlebter Diskriminierung in der Rekrutenschule zum Zugführer zu gehen. Meist führe dies zu einer Verbesserung der Situation, denn ein Zugführer sei in den meisten Fällen bemüht, solche Probleme aus dem Weg zu schaffen.
Ratsuchende können via Website an QueerOfficers Switzerland gelangen. Dafür steht im Hintergrund eine Gruppe bereit, die Fragen beantwortet. Auf alle Fragen wird individuell eingegangen, Ratsuchende erhalten die Möglichkeit, eine Auskunft zu erhalten. Es werden Lösungsprozesse vorgeschlagen und wenn dies gewünscht ist, wird jemand auch zu einem Gespräch begleitet. Neben Armeeangehörigen, die für sich einen Rat benötigen, sind es auch Armeeseelsorger oder Vorgesetzte, die Fragen haben und die Unterstützung bei deren Klärung suchen. Dies wird ab und zu genutzt.
Diese Beratung von selbst betroffenen Personen wird ergänzt durch ein Angebot, das die Armee selbst aufgebaut hat. Diskriminierung erleben in der Armee nicht nur Homosexuelle, auch andere Gruppen erhalten hier Unterstützung. Dazu gehören in der Armee auch die Frauen. Im Gegensatz zur Bevölkerung sind sie hier nämlich eine Minderheit, die verschiedenen Anfeindungen ausgesetzt sind. Darum hat die Armee die Fachstelle Frauen in der Armee und Diversity (FiAD) geschaffen. Diese setzt sich gemäss ihrer Website für die Diversität und Inklusion in der Schweizer Armee ein und unterstützt die Bestrebungen, den Frauenanteil zu erhöhen und die Vielfalt zu fördern. Ihr Auftrag laut Website:
"FiAD berät sämtliche Milizangehörige und Mitarbeitende der Gruppe Verteidigung (Berufsmilitär, Angehörige des militärischen Friedensförderungsdienstes, zivile Mitarbeitende) - unabhängig von Geschlecht, Alter, Sprache, Herkunft und Ethnie, Religion und Weltanschauung, Körper und Psyche oder Genderidentität und sexueller Orientierung."
Daniel Bruttin, September 2026