1914-1944

Adolf Ferrari

Seit dem 21. September 2026 schimmert im zugerischen Cham an der Knonauerstrasse 14 der erste Stolperstein der Zentralschweiz. An dieser Adresse wurde am 12. November 1914 Adolf Ferrari geboren.

Am 18. Februar 1944 starb er im KZ Mittelbau-Dora im heutigen Bundesland Thüringen, offiziell an "Herzmuskelschwäche". Sein Tod war sehr wahrscheinlich die Folge des Lebens unter Tag (also im unterirdischen Stollen) ohne Tageslicht, im ständigen Staub der Sprengungen, von Entkräftung, Unterernährung, Lungenkrankheiten oder aufgrund der katastrophalen sanitären Bedingungen (über Monate keine Möglichkeit, sich zu waschen oder den Durst zu stillen)1.

Adolf Ferraris Leben begann vielversprechend in einer intakten Familie. Er war ein guter Schüler, hatte Schulkollegen, mit denen er wahrscheinlich den Weg vom Elternhaus zur Schule ging und konnte die Handelsschule an der Kantonsschule Zug besuchen. 
Dann kam die Wirtschaftskrise. Sein Vater konnte die Miete der elterlichen Wohnung nicht mehr bezahlen und unterschlug Geld. Die Familie wurde 1933 des Landes verwiesen - ins faschistische Italien.

1941 wurde Adolf Ferrari wegen Homosexualität im baden-württembergischen Metzingen verhaftet und ins Konzentrationslager Dachau deportiert. Nach einer Zwischenstation im KZ Buchenwald wurde er 1944 im KZ Mittelbau-Dora ermordet.

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Hans Peter Waltisberg, Oktober 2026

Weiterführende Links extern

Verein Stolpersteine Schweiz: Biographien

Quellenverweise
1

Jens-Christian Wagner (Hg.), Konzentrationslager Mittelbau-Dora 1943–1945. Begleitband zur ständigen Ausstellung in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Göttingen 2007.