1982-2009

Homosexuelle und Kirche

HuK

Die Geschichte der HuK ist die Geschichte von gleichgeschlechtlich liebenden Frauen und Männern, die in ihrer Konfession verwurzelt bleiben wollen. Gleichzeitig sehen sie sich in schwieriger Lage, weil dieses Wollen nicht einfach angenommen wird, sondern auf Widerstand stösst.

Daher stellt sich im ersten Teil die Frage nach Fakten und Hintergründen dieser Zurückweisung. Beispiele dazu liefern Erfahrungen und Berichte homosexueller Menschen im religiösen Umfeld. Es folgt die Vorgeschichte der HuK (Homosexuelle und Kirche).

Der zweite Teil beschreibt die Anfangsjahre der HuK Schweiz mit ihren Regionalgruppen.

Der "Goldenen Zeit" ist der dritte Teil gewidmet, wo in Beispielen die Jahre des öffentlichen Auftretens geschildert werden, des präsent und aktiv Seins und des Forderns mitchristlicher, voller Teilnahme innerhalb der Kirche.

Kirchliche Segnungsfeiern und ihre Problematik der Sonderbehandlung statt Gleichstellung bilden den Inhalt des vierten Teils, der mit dem Ende der HuK und kritischen Bemerkungen abschliesst: Warum wurde relativ wenig erreicht?

Eine voluminöse Präsentation dieser besonderen Gruppierung von Homosexuellen im Umfeld Religion und Kirche drängt sich auf, weil traditionell die hartnäckigsten Verurteilungen homosexueller Liebe aus demselben Umfeld stammen: Die Mehrzahl der vehementen Gegner jeder rechtlichen Anerkennung homosexueller Menschen kommen aus dem Lager der religiösen Institutionen mit ihren gläubigen Anhängern. Und auch alle übrigen Gegner berufen sich letztlich, wenn man ihnen auf den Zahn fühlt, ebenfalls auf "moralisch-religiöse" Gefühle.

Es ist eine einmalig mutige Sache, wenn homosexuelle Menschen in diesem Umfeld aktiv werden und dort ihr Recht auf eigenständiges Sein und Lieben einfordern.

Die HuK hat darum ihren besonderen Raum. Sie hat ihn am Ende des umfangreichsten Teils der Schwulengeschichte: "Aufbruch".

Denn echter Aufbruch im weiten Feld Religion steht noch immer aus - abgesehen von einigen lokalen Kirchgemeinden innerhalb aufgeschlossener evangelisch-reformierten Kantonalkirchen - und in vereinzelten christlichen Organisationen. Der Islam als zweitstärkste Religionsform in der Schweiz steht noch völlig im Abseits.

Echter Aufbruch nimmt sich der Frage nach der Situation an, klärt sie und wird aktiv bei ihrer Auflösung: der Situation im Titel von Praunheims Film

"Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt".

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Ernst Ostertag, Juli 2011