2005

Rückblick

20 Jahre Aids-Arbeit

Plakat, Aids-Prävention 1988

Plakat, Aids-Prävention 1988

Plakat der Aids-Prävention 1988. Quelle: Flyer zur Sonderausstellung 2005/6, musée suisse, Museum Bärengasse Zürich.

Urheber
Künstler: Peter Hunkeler, Zürich
Herausgeber
Besitzer: Schwulenarchiv Schweiz, Zürich
Rechte
© Bundesamt für Gesundheit (BAG)
Sammlungs Nr.
ID: 0233
Plakat der Aids-Prävention 1988

"Ohne Dings kein Bums" hiess eine Wanderausstellung, die am 27. Oktober 2005 im Museum Bärengasse, Zürich, eröffnet wurde. Den Anlass nannte der Untertitel: 20 Jahre Aids-Arbeit in der Schweiz. Nach Zürich ging die Ausstellung im Jahr 2006 auf Tournee. Ihre Organisatoren wählten den wohl bekanntesten Slogan der Aids-Hilfe Schweiz auch als Titel des Katalogs, "Ohne Dings kein Bums".

Thomas Voelkin berichtete dazu in den Network News vom Dezember 2005, der Zeitschrift des Vereins Network, gay leadership (Schwule Führungskräfte der Schweiz)1

" 'Vor Aids schützen, Präservative benützen', so lautete bereits 1987 der Slogan der Schweizer Stop-Aids-Kampagne. [...] Polo Hofer sang: 'Bim Siitesprung, im Minimum en Gummi drum'. Das passte aber nicht ins Konzept fundamental-kirchlicher Kreise. Monogamie und eheliche Treue sehen sie absolut. Treue fand darum auch Eingang in die Präventionskampagnen als eine mögliche Form des Schutzes: 'Gegenseitige Treue stoppt Aids' und 'Bliib treu, Stop Aids'. Aber auch 'Dem Präservativ bin ich treu - meinem letzten Freund war ich's nicht'. Später dann 'Ohne Dings kein Bums'. Die Kampagnen waren mit viel Geld dotiert und im ganzen Land sichtbar. Es bewegte sich etwas. Mit einer zeitlichen >Verzögerung von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit nahmen die Neuinfizierungen stetig ab. Die Schweiz war zum Vorbild für die Prävention geworden."

Unter "Stopp der Übertragung durch Blut" fuhr er weiter:

"[...] Anders mit dem Spritzentausch, Drogensüchtige haben sich vor allem auf diesem Weg angesteckt. Es war eine Zeit lang sogar nicht einmal möglich, Spritzen in der Apotheke zu kaufen! Heute werden in der Schweiz gebrauchte Spritzen gratis in Apotheken und an Automaten umgetauscht. Mit den Drogenabgabeprogrammen schliesslich hat sich die gesundheitliche Situation der Süchtigen markant verbessert. Auch hier nahm die Schweiz eine Vorreiterrolle ein."

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Ernst Ostertag, März 2008

Quellenverweise
1

Network News, Nr. 81, Dezember 2005, Seite 9