1997

fels entsteht

fels-Stand

fels-Stand

Transparent und Stand des Vereins fels am 31.5.1997. fels an der Demonstration 'Lesben und Schwule in guter Verfassung' (neue Bundesverfassung).

Urheber
Urheber: Verein fels
Herausgeber
Besitzer: Verein fels
Rechte
© Verein fels
Sammlungs Nr.
ID: 0269
Transparent und Stand des Vereins fels am 31.5.1997

Nun war eine Gruppe von Entschlossenen entstanden, die auch bereit war, an die Öffentlichkeit zu treten. Und am 31. Mai 1997 war es so weit. Eine Riesendemo in Bern war angesagt. Im Vorfeld stand im aK Nr 2/19971 ein Aufruf "Doppelzüngig", dessen Schluss lautete:

"Der Erfolg der Kundgebung hängt auch von Dir ab. Ich werde jedenfalls alle meine Freundinnen und Freunde zur Kundgebung einladen. Meine Mutti kommt übrigens auch! Und Deine?"

In Bern trafen sich 6000 Leute zum Aufruf für einen Diskriminierungsschutz auch für Lesben und Schwule in der neuen Bundesverfassung: "Lesben und Schwule in guter Verfassung". Im Protokoll der fels-Gründungsversammlung vom 1. November 19972 hiess es:

"Hanni Müller und Hanna Keller nahmen am Umzug mit einem riesigen Transparent teil 'Wir Eltern wollen gleiche Rechte für unsere Homo- und Hetero-Kinder'. Am FELS-Stand wurden Karten, Essig, Buttons und rosarote Eier verkauft, zusammen mit der Geschichte vom Rosa Huhn. Die Verteilung von FELS-Flugblättern und die Gespräche mit Homosexuellen und betroffenen Eltern förderten die Bekanntheit von FELS."

Das Heftchen mit der von Pastor Heinz Finking, Münster (D) 1989 verfassten Geschichte "Rosa Eier legt man nicht", handelt von der Ausgrenzung dieses Huhns, bis es davonläuft und unter eine Gruppe anderer Tiere mit Besonderheiten gerät, dort in seiner Art akzeptiert wird und dabei lernt, sich und seine rosa Eier gleichfalls anzunehmen. Zu beziehen war das Heft bei der HuK (Homosexuelle und Kirche). Auf einem Exemplar hatte Hanna mit Bleistift vermerkt:

"100 rosarote Eier à Fr. 2.- verkauft sowie die Buttons. Einnahmen total Fr. 732.-"

Uns (Ernst Ostertag und Röbi Rapp) gegenüber sagte Hanna einmal:

"Das war das erste eigene Geld in der fels-Kasse."

Walter Keller in seinem Brief vom 4. Februar 2007:

"Im Zentrum stand aber die Werbung neuer Mitglieder. Dabei stellte sich heraus, dass nur wenige Eltern bereit waren, öffentlich aufzutreten und aktiv mitzuarbeiten. Viele wollten uns jedoch finanziell unterstützen, was bedeutete: Wenn wir Geld entgegennehmen wollten, war dies nur im Rahmen eines Vereins (nach ZGB, Zivilgesetzbuch) rechtlich abgesichert."

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Ernst Ostertag, Juni 2008

Quellenverweise
1

aK, Nr. 2/1997, Seite 11

2

Protokoll der fels-Gründungsversammlung, 1. November 1997, Seite 2, "Entstehungsgeschichte"