Gesellschaftliche Veränderungen
Queer Officers
Gesellschaftlicher Wandel auch in der Armee spürbar
In seiner Funktion bei der Armee war Dominik Winter der richtige Mann für die Anliegen von QueerOfficers. Er war in seiner beruflichen Funktion dafür verantwortlich, dass Transformation in einer eher starren Organisation möglich ist. Er befähigt Menschen dazu, Veränderungen zu akzeptieren und auch anzustossen und gibt ihnen entsprechende Mittel und Methoden an die Hand, damit dies auch funktioniert. Präsident Dominik Winter meint:
"In der Armee hat sich bereits viel verändert, sie ist viel besser als ihr Ruf. Trotzdem gelingt es uns, von der Ausrüstung bis zur Kulturveränderung nicht besonders gut, gleich schnell oder mindestens schnell genug wie die Wirtschaft, in einer sich immer schneller verändernden Umwelt entsprechend zu handeln und zu reagieren. Sichtbar sind in den Medien vor allem die Probleme, die die Armee mit diversen Projekten habe. Das stimmt aber so nicht. Die Probleme entstehen, weil die Projekte in einem System angesiedelt sind, das sehr starr ist und Mühe hat mit Veränderungen umzugehen. Das gilt nicht nur für die Armee, sondern die ganze Bundesverwaltung."
Das Ziel des Vereins war von Anfang an, die Anliegen und Positionen der queeren Community im Militär zu vertreten. Durch die Teilnahme an Prides und anderen queeren Veranstaltungen stellten sie fest, dass es mindestens so wichtig ist, auch die Anliegen des Militärs in der Community bekanntzumachen. Dem Militär begegnen in der Gesellschaft und so auch bei queeren Menschen viele Vorurteile und Irrtümer. QueerOfficers wirken darum gegenüber der Community als Armeebotschafter. Ihre Mitglieder treten dann nicht in der offiziellen Armee-Uniform auf, geben sich durch entsprechende Kleidung trotzdem als Armee-Vertretung zu erkennen und sind ansprechbar.
Junge, queere Menschen vertreten oft schon vor dem Eintritt in die Armee die Meinung, dass die Armee sie gar nicht haben will. Die Armee ist sich bewusst, dass sie wenig zu bieten hat, um solche Vorurteile zu entkräften. QueerOfficers springt in diese Lücke, geht auf die Menschen zu und spricht sie an. Das geschieht in Stellungszentren, wo der Eintritt in die Armee abgewickelt wird. Dort hängen Plakate, auf denen der Verein queere Menschen begrüsst und sie darauf anspricht, dass sie willkommen sind und sich, falls Probleme auftauchen an QueerOfficers Switzerland wenden können.
Daniel Bruttin, September 2026