2020-2022

Vertretung aller queeren Armeeangehörigen

Die QueerOfficers waren zu Beginn als Offiziersgesellschaft organisiert, weil eine solche im Militär anders wahrgenommen wird als ein Interessenverband, wie etwa der Pontonierverein. Dieser ist als Fachverband anerkannt, den QueerOficers ging es aber darum als Führungsorganisation wahrgenommen zu werden. Diese Aussenwirkung sollte es einfacher machen, Transfomationsprozesse voranzubringen. Diese Einschränkung der Mitgliederkategorie stand aber lange im Widerspruch zur angestrebten Innenwirkung, dass alle queeren Personen im Verein willkommen und durch ihn vertreten sein sollten.

Die Mitgliederkategorien wurden darum immer wieder diskutiert, auch nachdem 2013 die Kategorie Sympathisant eingeführt wurde. Um auch Nicht-Offiziere an den Verein binden zu können, wurde 2020 ein weiterer Schritt getan und eine Statutenänderung gutgeheissen, die die Mitgliedschaft für fast alle öffnete.

Mitglied konnte nun jede/r aktive oder ehemalige Angehörige der Armee werden, der/die sich als queer identifiziert. Eine besondere Offiziers-Mitgliedschaft wurde beibehalten, um weiterhin als Offiziersgesellschaft zu gelten. Der einzige Unterschied zwischen den beiden Kategorien besteht nun darin, dass nur Offiziers-Mitglieder sich um die Präsidentschaft bewerben können.

Neu wurde auch eine Mitgliedschaft als Ehrenmitglied geschaffen, für Personen, die sich besonders um den Verein verdient machen. Diese erhielt 2017 als erster der langjährige Präsident Beat Steinmann verliehen.

Die Kategorie "Sympathisant" wurde beibehalten, um auch Personen aufzunehmen, die nie Militärdienst geleistet haben oder nicht queer sind. Juristische Personen würden theoretisch auch in diese Kategorie fallen.

Damit war es nun allen Personen, die sich als queer definieren, möglich, stimm- und (eingeschränkt) wahlberechtigt am Vereinsleben teilzunehmen. 

Sorgfältig wird immer wieder überprüft, ob der Name QueerOfficers noch gelten soll. Viele verbinden ihn nicht zwingend mit der Armee (sondern z.B. mit der Polizei) und natürlich glauben viele Soldaten oder Unteroffiziere, sie könnten nicht beitreten. An der GV 2023 schreibt der Präsident in seinem Jahresbericht über das vergangene Jahr:

"Nach der Statutenänderung im Jahr 2020 können neu auch Nicht-Offiziere als Mitglieder beitreten und die Angehörigen der Armee (AdA) machen davon rege Gebrauch. Wie auch rein aus der Verteilung der Grade in der Armee zu erwarten war, sind 47% der Neueintritte nun keine Offiziere mehr. Trotzdem machen die Offiziere im Bestand mit 61% immer noch das Gros aus. Der Brand QueerOfficers ist damit auf jeden Fall noch nicht zu hinterfragen und kann aus Sicht des Präsidenten bestehen bleiben."

Daniel Bruttin, September 2026