1979

Genf: 1.Mai-Umzug

Schwule dabei!

1. Mai 1979 in Genf

1. Mai 1979 in Genf

'Groupe homosexuel de Genève (GHOG)' am 1. Mai-Umzug 1979, Genf, mit Transparent. '40h d’amour par semaine: un minimum!' ('40-Stundenwoche für die Liebe: ein Minimum!', wobei d’amour auch 'faire l’amour' heissen kann, also 'Liebe machen'). Foto und Bericht in La Suisse vom Mittwoch, 2.5.1979.

Urheber
Fotograf: A. Gassmann
Herausgeber
Besitzer: Schwulenarchiv Schweiz, Zürich
Rechte
© unbekannt
Sammlungs Nr.
ID: 0161
'Groupe homosexuel de Genève (GHOG)' am 1. Mai-Umzug 1979, Genf, mit Transparent

Am Genfer 1. Mai 1979 präsentierte sich die GHOG (Groupe homosexuel de Genève) zum zweiten Mal der Öffentlichkeit. Die Aktiven marschierten im Umzug mit und waren die erste Gruppe Homosexueller, welche je in Genf (und überhaupt in der Schweiz) an einer 1. Mai-Kundgebung offen sichtbar teilnahmen. Sie erregten schlagartig die volle Aufmerksamkeit mit ihrem Transparent, dessen Text von Pierre Biner stammte:

"40h d’amour par semaine: un minimum!"1

wobei d’amour auch "faire l’amour" heissen kann, also "Liebe machen".

Ein Bild mit dem Transparent schaffte es auf die Frontseite der Zeitung La Suisse, damals die grösste Tageszeitung der Suisse romande - allerdings erschien das Bild nur in der Ausgabe für die Romandie, nicht in jener für die Deutschschweiz. In der Legende zum Bild hiess es:

"Beaucoup de monde, hier à Genève, pour le cortège du 1er Mai. 'Sécurité de l'emploi' et 'qualité de vie' ont été les deux thèmes importants. Une 'nouveauté' dans ce cortège: la présence d'homosexuels revendiquant pour leurs droits."2

Am Ersten Nationalen Schwulen-Befreiungstag (CSD Bern 1979) vom 23./24. Juni 1979 in Bern war die GHOG ebenfalls vertreten.

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Ernst Ostertag und Jean-Pierre Sigrist Mai 2008

Anmerkungen
1

Übersetzung: "40-Stundenwoche für die Liebe: ein Minimum!"

2

Übersetzung: "Viel Volk, hier in Genf, zum 1. Mai-Umzug. 'Sicherung der Arbeitsplätze' und 'Lebensqualität' waren die beiden wichtigen Themen. Eine 'Neuheit' dieses Umzuges: Die anwesenden Homosexuellen, welche ihre Rechte einfordern."