1977

Einführung Meldekarten

Das Zirkular

Polizeizirkular

Polizeizirkular

Ein typisches Dokument halblegaler Vorgehensweise vom 16.6.1977. Die Meldekarten sind durchaus mit nationalsozialistischen Formularen vergleichbar. Sie wurden bis Ende 1990 verwendet.

Urheber
Urheber: Kantonspolizei Bern
Herausgeber
Besitzer: Schwulenarchiv Schweiz, Zürich (sas)
Rechte
© Kantonspolizei Bern
Sammlungs Nr.
ID: 0197
Ein typisches Dokument halblegaler Vorgehensweise vom 16.6.1977

Das offizielle Schreiben der Berner Kantonspolizei zur Einführung der Meldekarten trug das Datum vom 16. Juni 1977. Es war signiert mit einer unlesbaren Unterschrift im Namen des "Polizeikommando des Kts Bern Fahndungs- Informations-Dienst" und lautete:

"Einführung von Dirnen- und Homo- bzw. Strichjungenmeldekarten"

"Neu werden ab 1. Juni 1977 der Mannschaft HS- und Dirnenmeldekarten abgegeben. Diese sind bei Bekanntwerden entsprechender Personen mit Schreibmaschine möglichst vollständig auszufüllen und dem Fahndungs-Informationsdienst, Dezernat 'Sittlichkeit', zu überweisen. Daselbst werden über Dirnen und HS separate Register angelegt, welche als Informationsträger den Korpsangehörigen zur Verfügung stehen.

Da in den meisten Fällen keine strafbaren Handlungen vorliegen, müssen die Erhebungen diskret erfolgen. Wohnsitzwechsel, Zivilstandsänderungen oder neue Erkenntnisse sind für bereits gemeldete Personen mit einer neu ausgefüllten Meldekarte zu rapportieren.

Soweit möglich, ist den Meldekarten ein Foto beizulegen.

Die Bezirks- und Dienstchefs werden gebeten, die für sie benötigte Anzahl Strichjungen- und Homo-Karten, Bestell-No 401.116.1 und Dirnen-Karten, Bestell-No 401.116.2 beim Materialdienst für ihre Mannschaft zu beziehen.

Im übrigen wird nochmals auf die Funkmeldung Nr. 1594 vom 1.12.76 hingewiesen, wonach dem Fahndungs-Informationsdienst auch über alle Erkenntnisse i.S. Massagesalons schriftlich Meldung zu erstatten ist."

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Ernst Ostertag, Juni 2007