1973

Kyburg II

Ziel: eine HACH-Gruppe

Heini Jung und Dagobert Onigkeit

Heini Jung und Dagobert Onigkeit

An einem HAZ-Wochenende: Heini Jung und Dagobert Onigkeit. Aus mehreren Wochenendtreffen gingen die Homosexuellen Arbeitsgruppen Schweiz (HACH) hervor.

Urheber
Fotograf: unbekannt
Herausgeber
Besitzer: Sammlung Heini Jung, Zürich
Rechte
© Heini Jung, Zürich
Sammlungs Nr.
ID: 0111
An einem HAZ-Wochenende: Heini Jung und Dagobert Onigkeit

Das zweite Kyburg-Treffen fand am 17./18. November 1973 statt, wiederum in der "Pfadihütte 'Roverheim' neben dem Restaurant 'Linde' in Kyburg, Eingang hinten".

Und so hiess es auf der Einladung weiter:

"Schlafsack mitnehmen, Schnaps, Wein, Biskuits, Nüsse usw. kannst du mitnehmen. Abendessen am Samstag und Mittagessen am Sonntag werden wir individuell im Restaurant 'Hirschen' einnehmen. Alle Mitglieder aller homosexuellen Arbeitsgruppen sind aufgefordert, an diesem Arbeitsweekend teilzunehmen. Platz hat's genug!"

Die HASG (Homosexuelle Arbeitsgruppen St.Gallen) übernahmen mit René Hornung die Vorbereitung, die Programmgestaltung lag bei den HAB (Homosexuelle Arbeitsgruppen Bern). René Hornung schrieb:

"Die letzte Kyburg-Diskussion hat vorwiegend Formales geklärt. [...] Wir können uns nun den inhaltlichen, konkreten, ja pragmatischen Fragen zuwenden."

Als Ziel sah er:

"Wir wollen versuchen, durch die Diskussionen auf der Kyburg möglichst viele aktive Leute noch aktiver zu machen und einen einigermassen einheitlichen Informationsstand zu erreichen. Es sollen deshalb viele, wenn möglich auch 'Basisleute' mitkommen, die später in den Gruppen mithelfen, den Laden zu ziehen. Es braucht keine neue 'Interkantonale HA-Direktorenkonferenz'."

Im Programm der HAB hiess es:

"Auf der Kyburg wird diskutiert, es werden keine verbindlichen Beschlüsse gefasst."

Damit war jener Pragmatismus gemeint, der den neuen Gruppen - gegenüber der starken HAZ - den für ihren Aufbau nötigen je eigenen Spielraum gab.

Das HAZinfo vom Januar 1974 berichtete:1

"HACH-Chronik, Bericht von Kyburg II. Am 17./18. November trafen sich ungefähr 25 Leute. [...] Der einzige Beschluss, der als Empfehlung an die Vollversammlungen [der einzelnen HA-Gruppen] gefasst wurde, war die Bildung einer 'HACH-Gruppe' [...]

Schliesslich wurde aus lauter Begeisterung über das 'lässige' Zusammensein und den breiten Informationsaustausch der Wunsch nach weiteren Kyburg-Tagungen, eventuell drei bis viermal pro Jahr, geäussert."

Es kam noch zu zwei weiteren "Kyburg-Treffen": Am 29./30. Juni 1974 in Will bei Olten "Kyburg III" und vom 24. Dezember 1974 bis 4. Januar 1975 als Skilager in S-chanf, Unterengadin "Kyburg IV".

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Ernst Ostertag, November 2006

Quellenverweise
1

HAZinfo, Nr.8/1974, Seite 17