1900-1942

Zeittafel

20. Jahrhundert

1901

Berufung einer Expertenkommission zur Weiterbearbeitung des Strafgesetzes

1903

Präsentation des Vorentwurfs Strafgesetz

1918

Entwurf des Bundesrats: Gesamtschweizerisches Strafgesetzbuch (StGB). Beginn der Debatten: mit oder ohne §169 (Totalkriminalisierung aller homosexuellen Akte)

1919

Am 10. Juli tritt das REVIDIERTE STRAFGESETZ des Kantons BASEL-STADT in Kraft. § 93 erlaubt praktizierte Homosexualität bei Personen über 20 Jahre (Schutzalter) und verbietet männliche Prostitution

1922

7. Oktober: Der "SCHWEIZER FREUNDSCHAFTSBUND" in LUZERN gegründet

1925

17. Januar: DER SCHWEIZER FREUNDSCHAFTSBUND bezieht ein eigenes Lokal in ZÜRICH (Altstadt)

18./18. Oktober: Hauptversammlung in Zürich und Änderung des Namens in SBfM SCHWEIZER BUND FÜR MENSCHENRECHTE (bis ca.1930)

1929

März und Dezember: Beratung des EIDEGENÖSSISCHEN StGB im NATIONALRAT, u.a. betreffend §169 über Homosexualität

1930

Auflösung des SBfM

1931

6. August: AMICITIA Damen-Club Zürich (bis 1933)

September: Beratung des StGB im STÄNDERAT: Entkriminalisierung homosexueller Akte bei Volljährigen (ab 20. Altersjahr)

EXCENTRIC CLUB Herren-Club Zürich (bis 1932)

31. Dezember: BÜCHERFREUNDE- & LITERATUR-CLUB Basel (nur wenige Monate)

1932

1. Januar: Zeitschrift DAS FREUNDSCHAFTS-BANNER herausgegeben vom Damen-Club Amicitia (bis Herbst 1932, ab 15. April 1933 wieder neu herausgegeben als Schweizerisches Freundschafts-Banner vom Schweizerischen Freundschafts-Verband bis 1935, dann von der Schweizerischen Liga für Menschenrechte bis 1937)

Der Schauspieler KARL MEIER / Rudolf Rheiner / "Rolf" kehrt aus Berlin zurück, wo er seit 1924 in seinem Beruf tätig und einige Jahre später auch gelegentlicher Mitarbeiter der Zeitschrift Der Eigene war

HERRENCLUB FREUNDSCHAFTSBUND ZÜRICH (bis Frühjahr 1933)

1933

4. April: SCHWEIZERISCHER FREUNDSCHAFTS-VERBAND AMICITIA, ZÜRICH für Frauen und Männer (bis 1935)

15. April: SCHWEIZERISCHES FREUNDSCHAFTS-BANNER (FB) erscheint neu und regelmässig (bis 1937)

6. Mai ZERSTÖRUNG DES SEXUALWISSENSCHAFTLICHEN INSTITUTS von Dr. Magnus Hirschfeld in Berlin durch die Nazis. Auf dem Opernplatz wird die gesamte Bibliothek öffentlich verbrannt (über 20'000 Bände)

SEKTION BASEL des Schweizerischen Freundschafts-Verbandes (bis 1935)

SEKTION LUZERN des Schweizerischen Freundschafts-Verbandes (bis 1934)

1934

27. Mai: Karl Meier stellt unter dem Namen Rudolf Rheiner ein Gesuch um Aufnahme in den Schweizerischen Freundschafts-Verband

1935

1. Januar: Umbenennung der Organisation in SCHWEIZERISCHE LIGA FÜR MENSCHENRECHTE (bis 1938) Der Frauenanteil geht bis Ende 1941 langsam zurück. Karl Meier übernimmt sukzessive die Redaktion der Zeitschrift. Herausgeberin bleibt Anna Vock

28. Juni: Gesetz der Nazis zur VERSCHÄRFUNG DES § 175, Strafgesetzbuch

1937

1. Januar: Umbenennung der Zeitschrift FB in MENSCHENRECHT (bis Ende 1942)

St. Galler Prozess gegen 74 Homosexuelle mit drastischen Strafen

1. Dezember: Verabschiedung des einheitlichen Strafgesetzes (StGB) durch die eidgenössischen Räte. Die Gegner ergreifen das Referendum

1938

3. Juli: VOLKSABSTIMMUNG: Annahme des Eidgenössischen Strafgesetzbuches, StGB mit Schutzalter 20 bei Männern, 16 bei Frauen. Männliche Prostitution ist verboten (im Unterschied zu weiblicher Prostitution

Auflösung der Schweizerischen Liga für Menschenrechte, die Zeitschrift Menschenrecht erscheint weiter regelmässig

1942

1. Januar: Das neue Strafgesetz tritt in Kraft

Menschenrecht: Die bis Ende 1941 regelmässig erschienenen SEITEN DER FRAUEN VERSCHWINDEN. Karl Meier / Rudolf Rheiner löst Anna Vock als Herausgeber ab und nennt die Organisation LESEZIRKEL. Die kämpferischen Töne weichen mehr kultur- und wissenschaftsbetonten Inhalten. Ab Nr. 4 (April) erscheint regelmässig ein FRANZÖSISCHER TEIL unter Leitung von Charles Welti

KLUBLOKAL des Lesezirkels im heutigen Restaurant Schlauch, Marktgasse, Zürich (bis 1948)

LE CERCLE, BIENNE, ein regelmässiger Treffpunkt (bis 1945)

Tischrunde DER KREIS, CHUR, regelmässig (bis 1944)

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