1990-1999

Zeittafel

Die Zeit der "Regenbogenkultur"

In den 70er und den 90er Jahren entstanden zwei bis heute existierende Vereinigungen von schwulen Männern, die ihr Schwulsein verborgen leben und sich keinen Organisationen anschliessen wollen, bei keinen schwullesbischen Anlässen mitmachen oder gar an die Öffentlichkeit treten. Diese Gruppen sind: SUCCURRENTES HELVETICAE (vermutl. "einander Hilfe Leistende"), gegründet am 5. April 1976 mit Sitz in Bern und zwei Sektionen, Bern und Zürich (Succurrentes Turicum). Die zweite Gruppe nennt sich VICTORIA und ist in den 90er-Jahren entstanden. Beide Gruppierungen zählen je zwischen 10 bis 20 Mitglieder, die sich in privatem Rahmen treffen.

1990

CHECK POINT Jugendgruppe St. Gallen

8. Februar: SCHMAZ, Schwuler Männerchor Zürich gibt sich seinen Namen und beginnt aufzutreten, Gründung am 17. März 1991

26. April: Endgültige Einstellung der kantonal Bernischen Praxis von Homo-Meldekarten, Homoregister

BÄRENCLUB (BC) St. Gallen, Freizeitclub für Schwule aus der ganzen Ostschweiz inkl. Vorarlberg und Süddeutschland (bis 2004, dann Säntis-Gays)

17. Mai: Die WHO streicht Homosexualität als Krankheit von ihrer Liste. In der Folge wird dieser Tag zum IDAHO, International Day Against Homophobia, seit 2006 auch in der Schweiz als Internationaler Tag gegen Homophobie begangen, um die Illegitimität von Homo-Hass hervorzuheben. Dezember 1991 endgültiger WHO-Beschluss: Streichung aus der Liste von physischen und psychischen Krankheiten. Weltweite Geltung (in Kraftsetzung) am 1. Januar 1993

GSZ Gay Sport Zürich

JEUNES HOMOSEXUELS / JEUNE GAY, eine Gruppe von Dialogai, Genève

Sommer: BARBAROSA Gruppe Region Baden, AG (bis 1994, dann AARGAY)

September: JACK POINT, Jugendgruppe der HASG in St. Gallen

GANYMED, Jugendgruppe im St. Galler Rheintal

Oktober: WHY NOT?, Jugendgruppe der HALU, Luzern, bis Ende 2007

AMNESTY INTERNATIONAL Sekretariat in London gründet das AIM-GLC Netzwerk (amnesty international members for gay and lesbian concerns), später umgewandelt in MERSI (Menschenrechte und sexuelle Identität). Eine schweizerische Gruppe entsteht 1997

1991

GSB Gay Sport Basel

1. Februar: Vernichtung der letzten Homo-Register und Meldekarten in Bern

HERRMANN Projekt für Sexworker in Zürich

Gesangsfest des schweizerischen Chorverbandes in Luzern: Der SCHMAZ erringt eine Ehrenurkunde

20./21. April: SOLOTHURNER TAGUNG "Klare Rechte für schwule und lesbische Lebensgemeinschaften", organisiert durch die HACH

SchLeZ Schwulen- und Lesbenzentrum Basel

11. Oktober: INTERNATIONALER COD (Coming Out Day) erstmals in der Schweiz und von nun an regelmässig jeden 11. Oktober. Am 11. Oktober 1987 standen mehr als eine halbe Million schwuler und lesbischer Menschen vor dem Capitol in Washington, um ihre Rechte zu verlangen. Ein Jahr später begann die Tradition des COD in den USA

CAFÉ CENTRO nichtkommerzielles Café im Centro der HAZ, Sihlquai

LES LACETS ROSES, Schwule Wandergruppe Schweiz

LES GAY MOTARDS, Genève et toute Romandie, un groupe de Dialogai

1992

SWISS BEARS Bartmänner Schweiz

Frühjahr: SCHWUBS Schwule Berner Sänger

LESBISCH UND SCHWULE BASISKIRCHE BASEL in der Offenen Kirche Elisabethen

LMZ Leder- und Motorradclub Zürich

17. Mai: Volksabstimmung über das revidierte StGB und Militärstrafgesetz wird mit 73% angenommen

RAPPERSWILER SCHWULE FILMTAGE, erstes schwules Filmfestival der deutschsprachigen Schweiz im "Schloss Cinema" Rapperswil (SG), (bis 2004). Daraus entsteht im Februar 1993 KLICK

SCHWUPS Erstes Schwulentheater, Zürich: Produktion von Theaterstücken mit schwulem Inhalt

HAK Homo Aktion Basel

CAMP 92 Die schwule Zeltstadt, Herzberg (AG)

Schwubliothek der HAB im anderLand

1. Oktober: Das revidierte StGB (STRAFGESETZBUCH) tritt in Kraft. Dasselbe Schutzalter für alle (16 Jahre), Abschaffung des Verbots der homosexuellen Prostitution und der Bestrafung homosexueller Handlungen im Militär

1993

6. Februar: AHM, Angehörige homosexueller Menschen (bis 1999)

KLICK Schwulengruppe Zürcher Oberland und oberer Zürichsee (bis 2004)

Mai: Siebtes "Europäisches SchwuLesbisches Chorfestival" in Zürich (erstmalig in der Schweiz), Organisation: SCHMAZ.

23. Mai: Musikalische Morgenfeier im Grossmünster, durchgeführt von schmaz und HuK im Rahmen des Chorfestivals; erster Anlass mit Homosexuellen in der Zürcher Hauptkirche

CHOEUR HOMOGÈNE, schwuler Männerchor, Genève

5. Juni: PINK CROSS, die erste gesamtschweizerische Dachorganisation mit vollamtlichem, professionellem Schwulensekretariat

Beginn der Unterschriftensammlung für die PETITION "Gleiche Rechte für gleichgeschlechtliche Paare", unter massgeblicher Beteiligung von Pink Cross vor allem 1994

10. Juli: Verein SCHWULENARCHIV SCHWEIZ (sas)

Zweites GAY FILM RAPPERSWIL JONA

WISCH Winterthur und Schwule, später Winterthurer Schwule (bis 2004, dann WILSCH)

SCHWUL-LESBISCHE PRESSESCHAU, Publikation (Zusammenstellung) der HAZ, später Übernahme durch Pink Cross (1997)

LESHOMOS Schaffhausen (bis 2003)

1994

CAPRICORN schwul und lesbisch in Graubünden

ALPAGAI Valais/Wallis

UFERLOS a. A., Trägerverein für Schwul-lesbische Kultur- und Festwochen an der Aare, Bern (bis 1996). Die Festwochen fanden 1995 statt

15. März: EINFACHE ANFRAGE von Ständerat Gilles Petitpierre (FDP, GE) an den Bundesrat: "Gleiche Rechte für gleichgeschlechtliche Paare" - was wird getan?

25. Juni: 25 JAHRE STONEWALL, Wiederaufnahme von regelmässigen CSD Demos mit Fest in Zürich, organisiert durch den Verein "25 Jahre Stonewall", aus dem 1995 der Verein CSD entsteht. Festprogramm vom 23. Mai bis 23. Juli. Festprogramme auch in anderen grossen Schweizer Städten: Filme, Theater, Vorträge, Parties

25. Juni: GAY PRIDE, Genève, slogan: Personne n’est parfait.

CGST Comunità Gay Svizzera di Lingua Italiana, Tessin und Bündner Südtäler

SPAZIO GAY TICINO in Lugano Massagno (bis 2002)

GAYS RETRAITÉS, Gruppe von Pensionierten, Dialogai, Genève

5. November: ausserordentliche SOH-Generalversammlung beschliesst die AUFLÖSUNG DER SOH mit der Bitte an alle Mitglieder, sich Pink Cross anzuschliessen

1995

9. Januar: Die PETITION "Gleiche Rechte für gleichgeschlechtliche Paare" wird mit 85'181 Unterschriften den Eidgenössischen Räten im Bundeshaus Bern übergeben

1. April: UFERLOS, neues Begegnungszentrum in Luzern eröffnet

SPOT25 wird selbständige Jugendgruppe im Centro der HAZ als Folge der Auflösung der SOH (Spot25 besteht bis 2004)

VEREIN CSD Zürich: organisiert jedes Jahr den CSD mit Reden usw., Umzug, Festplatz und Parties

24. Juni: CSD GAY PARADE 95 in Zürich mit ca. 3000 Männer und Frauen

8. Juli: Erste schweizerische SCHWULENTRAUUNG ("Segnungsfeier") in der Berner Nydeggkirche durch Pfarrer Klaus Bäumlin, getrautes Paar: Bareld Storm (32) und Stephan Diggelmann (29)

28. Juli bis 13. August: UFERLOS Schwul-lesbische Kultur- und Festwochen an der Aare, Bern

Gründung einer HAZ-Gruppe für Männer über 25 (Vorform der Gruppe "Spätzünder", gegr. 1996)

22. September: NETWORK Verein für schwule Führungskräfte

SCHWULE VÄTER, Arbeitsgruppe der HAZ

AARGAY Baden

AQUARIUS, club de natation, Lausanne

EMPREINTE FRIBOURG, AIDS-Hilfe FR, ab 1996 Zusammenarbeit mit Sarigai

1996

6. Januar: Aktion LANGE BANK auf dem Bundesplatz in Bern, weil ein Jahr nach Einreichen der Petition"Gleiche Rechte für gleichgeschlechtliche Paare" noch keine Behandlung des Vorstosses erfolgt ist; grosse Demonstration

SPÄTZÜNDER, eine Arbeitsgruppe der HAZ, geänderter Name ab 2006

3. August: CSD als "Züri Gay Fäscht" mit bunter Parade und vor allem vom 1. August an vielen Parties

Erste Wahl eines MISTER GAY SWITZERLAND, des schönsten schwulen Mannes, der zudem als Vertreter der schwulen Gemeinschaft nach aussen wirken soll; jährliche Wiederholung (mit Ausnahme von 2003), letztmals 2004

7. Oktober: SARIGAY, Fribourg, Kanton Fribourg

15. Oktober: ADAMIM. Verein Schwule Seelsorger Schweiz

1997

ROSA TELEFON Telefonberatung im Kanton Graubünden

VOGAY (VoGay), Lausanne, Canton de Vaud

MEDI GAY Schwule und Lesben in medizinischen und Pflegeberufen ab 2008 Fachgruppe von Pink Cross

31. Mai: Nationale Lesben- und Schwulenkundgebung mit 6'000 Menschen auf dem Bundesplatz Bern: Forderung nach explizitem SCHUTZ VOR DISKRIMINIERUNG in der neuen BUNDESVERFASSUNG, Motto: "Lesben und Schwule in guter Verfassung"

LesBiSchwul ZUG

Juni: Erste Ausgabe (Nr. 0) der Vereinszeitung NETWORK NEWS

5. Juli: Erste die ganze Romandie umfassende LESBIAN & GAY PRIDE, Genève

19. Juli: CSD Zürich mit Umzug ohne politischen Inhalt, dafür viele gut besuchte Parties. Pink Cross und LOS dazu: So soll es nicht weitergehen!

360, association à Genève et alentours mit Magazin 360° (ab 1998), 360 Foyer pour l'organisation des fêtes, Espace 360 pour activités sociales et associatives

AMNESTY INTERNATIONAL FOR GAYS AND LESBIANS SCHWEIZ

H2O club de natation, Genève

Pink Cross und LOS reichen ZWEI VARIANTEN zu einem Gesetz für Gleiche Rechte für gleichgeschlechtliche Paare beim Eidg. Justiz- und Polizeidepartement ein

30. Oktober: QUEERSICHT lesbisch-schwule Filmtage Bern, mit Begleitveranstaltungen und durchschnittlich 25 gezeigten Filmen das mit Pink Apple (ab 1998) zusammen bedeutendste gay/lesbische Filmfestival der Schweiz

SCHWALL, das neue Info-Blatt der HAZ erscheint ab September regelmässig (bis Ende 2003)

1. November: FELS, Freunde und Eltern von Lesben und Schwulen wird in Olten als nationaler Verein gegründet. Ab November 2004 neue Schreibweise: fels

22. November: PINKRAIL, lesbischwule Angestellte im öffentlichen Verkehr, erste schwul-lesbische Gewerkschaft der Schweiz, als Gewerkschaft der Öffentlichen Verkehrsbetriebe der Schweiz auch Mitglied des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, mit PinkRail News als Mitteilungsblatt (gedruckt bis Nr. 1/2007, dann nur noch elektronisch per Internet)

1998

21. Januar: Pink Cross kann weltweit erstmals einen SCHWULEN ÜBERLEBENDEN DES HOLOCAUST durch den HOLOCAUST-FONDS unterstützen. Internationale Anerkennung von Schwulen als Opfergruppe

Februar: in Schaan, LIECHTENSTEIN: "FLay - Kultur- und Freizeitverein für Homosexuelle", Gründungsfest im Mai

1. März: RAINBOW LINE von Pink Cross, das gesamtschweizerische Info- und Beratungstelefon; später RainbowLine, betrieben zusammen mit den HAZ, HABS, HAB, HALU und Lesbenberatung Zürich, ab 2008 Meldestelle bei homophoben Gewaltakten gegenüber Einzelnen und Gruppen

INFOBI (InfoBi) de VoGay, Lausanne

Erstes PINK APPLE, das schwul-lesbische Thurgauer Filmfestival, Frauenfeld (ab 2000 auch in Zürich)

4. Juli: LESBIAN & GAY PRIDE in Lausanne

Juli: SECRÉTARIAT ROMAND von Pink Cross in Genf, Secrétaire: Jean-Paul Guisan

18. Juli: CSD in Zürich wieder mit politischen Reden und Slogans und erstmals der Wahl einer öffentlich bekannten Person zum CSD-Preisträger oder zur CSD-Preisträgerin

17. August: WECKER-AKTION vor dem Bundeshaus, um dem in Sache Antwort auf die Petition "Gleiche Rechte für gleichgeschlechtliche Paare" noch immer schlafenden Justizminister auf die Beine zu helfen

28./29. November: HERRMANN (gegr. 1991) erhält per Volksabstimmung von der Stadt Zürich Fr. 30'000, die SVP unterliegt deutlich mit ihrem Kampf dagegen

LesBiSchwule KONFERENZ ZENTRAL-/INNERSCHWEIZ

360°, magazine homosexuel pour la Suisse Romande, Genève

DERWISCH Clublokal der Winterthurer Schwulen (WISCH), bis 2004, dann "Badgasse8"

1999

2. April bis 25. Juli: Ausstellung "DER KREIS: Mitglieder, Künstler, Autoren" im Schwulen Museum Berlin

Berner gayAgenda der HAB, Mitteilungsblatt, erscheint ab Mai regelmässig

Zweites PINK APPLE Filmfestival in Frauenfeld

Erster Queer Sunday mit Filmen in St.Gallen

26. Juni: CSD Zürich, Motto "30 Jahre Stonewall - gleiche Rechte jetzt!"

2. bis 4. Juli: LESBIAN & GAY PRIDE in Fribourg

JURAGAI, l'association homosexuelle mixte de l'Arc jurassien, Delémont, JU

JENESSE ET ÉCOLE / JUGEND UND SCHULE wird Fachgruppe von Pink Cross und LOS

ABQ SCHULPROJEKT, Verein zur Aufklärung über "gleichgeschlechtliche Liebe" in Schulklassen im Kanton Bern

Neue BUNDESVERFASSUNG (mit Art. 8, Absatz 2: Verbot von Diskriminierung auf Grund der "Lebensform")

18. September: DEMO ZUM PARTNERSCHAFTSGESETZ, Motto: "Gleiche Liebe - Gleiche Rechte / Ja, wir wollen" mit 6'000 Lesben und Schwulen in der Altstadt und auf dem Bundesplatz Bern, um der parlamentarischen Initiative von Nationalrat Jean-Michel Gros (FDP, GE) zum Durchbruch zu verhelfen

27. September: Auftrag des Nationalrates an seine Rechtskommission zur Ausarbeitung eines Partnerschaftsgesetzes

13. November: HuK-Schweiz löst sich auf, HuK Zürich bleibt bis 2004

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